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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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I. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 6. Capitel.

verbundenen Bischöfe und Märtyrer Ignatius von Antiochien und P o-lykarpuö von Smyrna baben in der Folge den reinen Geist des Christen-thums gegen gefährliche Neuerer zu erbalten gesucht, lind nicht allein münd-lich, sonder» auck durch sein geistigcs Evangelium seia/)7iv«>ftarlxon), das erhabenste Muster wahrer Contemplation, so wie durchseinen ersten Brief, ein B cgleitungö sch reiben zu senem, bekämpfteJohannes mack einer alten Nachricht die Ebioniten, Ceriuth und dieN i'k olaitcu 1, wie er auch die Mitthcilnngen der ,3 ersten Evangelienvervollständigen wollte. Doch darf man von der Iohanneischcn Polemik nichteine persönliche Bezeichnung der Irrlebrcr, sondern nur eine Widerlegungdurch Hervorbcbung geeigneter positiver Gegensätze erwarten I.

Nach diesem Gesichtspunkte fanden jene und vielleicht noch andere Verirrungen,besonders in dem erhabenen Prologe des Evangeliums, eine überwältigende Wi-derlegung. Der der sich durch die Schöpfung und Erlösung offenbarendeGott *), ist der Schöpfer aller Dinge, dem höchsten Gotte nicht untergeordnetiCcrinth», sondern (Zoh. 1, 1-3.) von Ewigkeit gleicher Wesenheit mit ihm,noch weniger ein bloß menschliches Wesen i Ebioniten», auck nicht erst bei derTanse auf Zesnm herabgekommen tEerintbj, sondern der selbst

wahrhaft Mensch geworden 1 gegen Dokctcn und Ccrinth». Nicht Jo-

hannes, ein Mensch, war das erwartete picht der Völker, sondern er war umderjenige, der Zengniß geben sollte von rem wahren pichte in dem Fleisch ge-wordenen Logos (Joh. I, 68. Iohannesjünger>; nicht das mosaischeGesetz bedingt die Aufnahme in seine Gemeinschaft und die Erlangung des Vor-rechtes, Kinder Gottes zu werden ljndaisir ende Christen), sonder» derGlaube an seine göttliche Sendung (Zoh. 1, 12.).

In der ebenfalls von ihm verfaßten Offenst arung I beschreibt er ingrandiosen Zügen und mit wcißagendem Seherblicke die unter allen Stürmensiegreiche Kraft der Kircke, bis da Alles neu sein, das irdische Jerusalem inein himmlisches übergeben wird. Sein lebendiger apostolischer Eifer, derin dem Evangelium und den drei Briefen hervorleuchrct, erlosch selbst imAlter nicht. Nach einer dem Charakter des siieblingssüngers sehr entsprechen-den Erzählung führte der apostolische Greis, unbekümmert um sein sieben,einen ibm einst lieben Jüngling, der unter die Räuber gegangen war, wiederin den Sckvoß der Kirche zurückUnd als ihm nach dem siovsc der Sterb-lichen aus Alterschwächc eine weit umfassende Wirksamkeit versagt war, mußteer wenigstens zu seiner Heerde das liebste Wort seines inneru siebeno sprechen:

1) 7een imttr. llaor. Ill, 11. n. 1. 2) Treffend sagt Neander:SeinePolemik ist mehr positiver Art, daß er ans voller Seele Zeugniß gibt von dem,was er als GrtAid des Heils und als das Gewisseste in seinem Bewußtsein trägtund nur gelegentlich n. mitAbschen zurückweisct, was sich diesem entgegcustellt,statt auf dessen ausführliche Bestreitung sich einzulaffcn." l Gesck. d. Pflanz, u.Leit. d. christl. Kirche durch die Apost. Th. ll. S. 483.). Ganz ähnlich ist diePolemik seines Schülers Ignatius. Vgl. ozi. ne! Sinz ru. , .5. -L 4-

*> lieber den Johann. Logos n. die Untersch. v. Philon. s. Döllingcr,Heiden- u. Zndcnth. S. 843. Standcnmaicr, Pbilos. d. Cbr. Bd. I. S. 44l>-63; s-Luttcrbeck, die N. T. Lcbrbegriffc Bd. II. S. 262 ff. Freist. Kir-ckenlcr. Bd. VI. S. 375581.

3) Hug, Einl. in's N. T. Tb. II. -HMaier, Einl. S. 438476. s-Stern,Commentar üb. d. Offenst, d. Apost. Job. Lchaffh. 854. Bossnet intcrprctirlcgeistreich d. räthsclhaftc Buch. vgl. auch Boost, Erklär, d. Offenb. Johannis.Darmst. 835 (er findet darin d. Inbegriff d. christl. Gcsch.».

4) 6?e»n. .äiowa/tckr. in s. Buche -lz -- -7-,,;°.».--^- o. 42.