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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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112
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112 I. Zeitraum. I. Periode. I. Zeitabschnitt, 5. Cavitel.

zum Aberglauben einen solchen An klang fanden, daß ihm nach Justin undIrenaus göttliche Ehre zu Tbeil ward'). Die ibm von verschiedenenSeiten beigelegte Lebre zeigt, baß der Goet nicht zu einem geschlossenenSvsteme zu bringen, am wenigsten dasselbe durch die Lehre des Christen-tbums zu durchdringcn vermochte. Wahrscheinlich in der RegicrungSzeit denClaudius soll er ein icarischcs Ende gefunden haben ).

Simon nimmt Ein ewiges, absolut vollkommenes Urwescn an. Diese?sei von dem Weltschöp fcr »nt dem Inden gölte ebenso verschieden, wie überdiese erhaben. ES sei unbegreiflich, erscheine nie selbst in der Welt, wohne viel-mehr in dem s. g. einen. Orte, der weder zum Himmel noch zur Erdc

gehöre, und von einem unkörpcrlichcn Lichte erfüllt werde. Aus diesem Urwescnsei die 'Umx hervorgegangeu, welche die Murter der gcsammtcn Geistcrwelt, derEngel und Erzengel, lAeoncn, Götter), genannt wird,7-r«). Der Zahl nach liesi Simon wahrscheinlich a»S dem höchsten Gottcdurch die sechs Wesen hervorgehen und zwar durch Vereinigungen

oder Wurzeln die erste davon ist vsv; und die zweite

x«»>> und die dritte und Jede weitere Zeugung der Ennoin

war geringer und niedriger ; und aus den Engeln und Mächten der letztem Ord-nung ward die sichtbare Welk geschaffen oder bloß gebildet. Der oberste dieserEngel riß die Herrschaft über die neue Welt bald an sich, und verhinderte, umsich und seine Genossen nicht als unselbstständige und erschaffene Naturen erkenne»zu lasse» , seine Mutter an der Rückkebr ins Plcroma, brachte sogar Schmachüber sie, so daß sie aus einem weiblichen Körvcr in den andern wandern mußte.Um nun auch Bewohner für diese ihre neue Welt zu haben, nahmen die Sch öpfcrSeelen, welche durch die Schuld ihrer Mutter ihres hohen Ursprungs unkundigwaren, gefangen unk bannten sie in Körper, die sie aus der bösen Materie be-reiteten. Zugleich hinderten sie bei diesen auch die Möglichkeit eines nach derRückkehr ins Plcroma entstcbcnden Verlangens. Diese Sehnsucht sei des Mensche»einzige Pflicht, und die Forderungen des indischen und jedes andern Gesetzesseien nur das Werk feindseliger Gewalten -Xv--//--.-), welche nach ihrer

Willkübr und Lust die Menschen in Knechtschaft halten wollen. Dem Mensche»sei vielmehr Alles erlaubt, wornacb seine Natur Verlangen trage (Antinomistnus >.

- Um die gefangen gehaltene Ennoia zu befreien und ins Plcroma zurückzuführe»,ließ der höchste Gott seine in Simon erscheinen, der durch die ver-

schiedenen HiminclSreligionen herabstieg, eine den Bewohnern derselben jeweiligentsprechende Gestalt annahm, zuerst unter den Juden, dann unter den Samarita-uern auftretend. Er fand die Ennoia in einer lüderlicbeu Dirne Helena a»STunis, die er jetzt zu seiner Gefährtin nahm. Durch Hinüberschweifnng in dirgriechische Muthologic stellte er sie mit der Minerv a zusammen , unter dem

l) Nach .ludt. apc l. I 2b. wurde ihm auf der Tiberinsel zu Rom eine Stau»mit der Inschrift errichtet 8iuu>u> 8nm >a I)o.u, was JrenäuS, Tertnllia»lagolng'. o. 13 .i, E u se b. ilc. o ll, l3.) n. A. wiederholten. Als man i. ff137) aus gedachter Insel eine Säule zu Ehren der sabinischen Gottheit donmteiUieU!» od. bnuKUi. ll-i'/ejf/l lii--t. VI. 213.) mit der Inschrift 8, -mul 8iio<>veol-'i-Iio 8n<-r,iu> fand, wollte man dem Justin eine Verwechselung zum Vorwurf mache».2lber der Beweis für die olme weiteres angenommene Jdcnfltät der von Jnsti»

zu R o ui angeschauten und der nachmals aufgefundcne» Bildsäule ist niclu gellt-

scrt. Bai ja auch die Annahme zweier verschiedener Bildsäulen bei dem geratein Rom angebäusten Göttcreulte nichts Besrcmdendcs vgl. Skeuglcin in T»b.O-. Schr. 840. S. 425 ff.

2> apol. I, 2li. u. 50. z npol. II. 15.c Ninl. e. 'I'ivzflu.wo -Icul.

12l>.c lron. nclv. Imor07-. I. 23. c ^li/co5. iiclv. uoul. II. 7. c (.iiuc-lll. Xpiikl. bl.

st. Iiidt. na,', ll. 28. i.letnent. Iv-iuil. ll. 22 roionust. 0.

7 Die ls. S. 13. Note 2.) 07. Vl. 720. luiei.

XXI. Vgl. HilgerS, Häresie S. l.34- 142; Hcfele im Freib. Kirchenler.Bd. X. S. >54157. u. Simsv», Leben u. Lekre Simon d. Mag. sJllge»,Zciischr. f. hist. Theol. 843. H. 3. S. 1577.)