100 I. Zeitraum. I. Periode, l. Zeitabschnitt. 4. Capitcl.
1, 10. vgl. 11, 25. 20.), gleich einem Hellen Gestirne ihrer Zeit und nach-folgenden Jahrhunderten geleuchtet. Im Gegensätze zu den unwürdigen Vor-stellungen über die Ehe, bei den entarteten Juden und Heiden, war dieseden Christen nun ein großes Sacramcnt, und Symbol der Lie ber-ge me in sch a ft, die zwischen Christus und seiner Kirche stattfindct (Eph.5, 32.), das Weib dem Manne ebenbürtig zur Liebe und Treue an dieSeite setzt (Col, 3, 19; Echhcs. 5, 25.). Darum dürfe nur der Tod sie auf-losen (I Kor. 7, 10 u. 39.); daneben ward aber auch die Birginität iuihrer eigeuthümlichen Würde anerkannt (! Kor. 7, 32. 34 u. 38.).
Doch finden wir andererseits in den apostolischen Gemeinden schon Viele,welche den Taufbund brachen, und durch das Buß saerament und dieden Aposteln übertragene Lösegcwalt (Matth. 9, 0. Jvh. 20, 22. 23.)nach vorhcrgegangcnem sp ecic llen Sünd cn bc kc n n tn iss e in die Gemcinschaft dcö h. Geistes und der Kirche zurückkehrtcn '). Sogar u».würdige, lasterhafte Menschen schändeten die ersten christlichen Gemeinden.Darauf deuten die vielfachen Ermahnungen in den apostolischen Schreiben.In der korinthischen Gemeinde waren im Gegensatz mit jener zu Jerusalem,die ein Herz und eine Seele war (Apg. 4, 32.), arge Unordnungen entstan-den, so daß die bekannte Sittenschildcrung der apostolischen Zeit von Arnold vielfach einseitig ist ^).
Hemmend für eine wahre Sittlichkeit war besonders unter den Judenchristcu die falsche Ansicht von der fortwährenden Verbindlichkeit des mosai-schen Gesetzes, und im schroffen Gegensätze hicmit verdrehten Andere diepanliuische Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben ohne Werkezur Beschönigung ihrer Unstttlichkcit und einer falsch verstandenen Freiheit-).Die eigenthümlichc Vorstellung von einer baldigen Wiederkunft Christi i»Folge mißverstandener Worte von seinem geistigen Kommen, seinem t>ri'»»i-phirenden sich Offenbaren (Matth. 10, 23. e. 24; 28, 20. Joh. 14, 18. 21.23.) wirkte auf das religiöse Leben der Christen vortheilhaft und nachthciligII Thcss. 3, 11. 1 Thess. 4, 12—17.).
§. 50. Der Cult »s.
(Welte, Zusammenh. zw. d. Lehre ». dem diserplinar. Lebe» d. kathol. KirchetTüb. Q.-Schr. 830. S. 371 ff. u. 550 ff.)
In Jerusalem wurde von den Jndcnchristcn der Tempel noch fortwährendbesucht; daneben bestanden aber religiöse Versammlungen in Privatwohmui-gcn (Röm. 10, 4. 1 Kor. 10, 19. Kol. 4, 15.), die in dem Verhältnisse derespnagogen betrachtet wurden. Die Christen erbauten sich hier durch Geb ete,in denen zugleich der entfernten und der verstorbenen Christen gedacht wurde,durch Vorlesung einzelner Stücke aus dem A. T., später auch der apo
1) Cs heißt Apg. 19, 16.! 7- -rlt-v 7r L 7r i ^ - v X ö r l,-V
oovi--; Das uLmucuiM'i-,-bezeich-
net im Gegensatz zu den nach V. 17. im Allgemeinen durch die Wunder Erschüt-terten, die gläubig Gewordene» zu Ephesüö, (vgl. V. 9.), worauf auch daS1'artieii>:»m i-orkoeti hinweist; und durch den Gebrauch zweier Verba wie
nicht vct 71,-L'/, lvgl. Luk. 23, 51. u. Koloss. 3, 9.) wird das Be-ten nt» iß spcciellcr, einzelner Sünden ausgcdriickt. vgl. Jacob. 5, 10;I Joh. I, 9. — 2) Arnold, erste Liebe d. i. wahre Abbildung der erst. Christen(Frkf. 090- Tüb. 845. '
Vgl. II Petri 3, 10. u. Jacob. 2, 14--20. Daß der Apostel nicht einenbloß theoretischen Glaube» ohne Werke lehrte, zeigt Galat. 5, st:
L'/ärr,,« verglichen mit den Auösprüche-i'I Korinth. 7, 19. u. 13, 2.