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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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tz. 56. Dcr Cultus.

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stolischcn Briefe (Kol. 4, >6.), durch Singen von Psalmen oder viel-leicht schon eigcnthümlichcr christlicher Hymnen (Apg. 2, 47. Eph. 5, 19.Kol. 3 10. 1 Timvth. 3, 16.?)^). Auch wurden auf Grund dcr vvrgclescnenAbschnitte heilige Reden gehalten, doch nicht ausschließlich von den Bi-schöfen und Presbytern, da mehrere derselben nicht zum Lchramtc fähig warenvgl. 1 Tim. 5, 17.), sondern auch von Gcmeindcmitglicdern,die sich vom heil. Geiste getrieben fühlten. Hierbei gaben sich eigcnthümlichcGaben und Wirkungen des heil. Geistes kund: die Gaben dcr Weisheit,Wissenschaft, Weißagung, dcr Unterscheidung der Geister,dcrSprachcn ()X-Lcraa^ XaXxriH, sowie der Auslegung der RedenG Kor. e. 12.). Auch die Gabe dcr Wunder besaßen Mehrere außer denAposteln. Mehr jedoch als nach allen diesen Gaben sollten die Gläubigennach der Liebe streben (1 Kor. c. 13.).

Den Mittelpunkt dieser täglichen kirchlichen Versammlungen bildete dieFei er des Ab cndma h l cs, dcS Bro tb r cch e ns (Apg. 2, 42. 46. 20,7 .), wobei man sich ganz dcr Erinnerung an Christi Tod hingab. Bi anfeierte dasselbe anfangs in dcr Weise wie Christus: am Abende, und ver-band damit ein gemeinschaftliches Liebesmahl («; r-.m-) 1 Kor. 11,20 ff. Apg.6, 2. Leider wurden schon frühzeitig bei dieser erhabenen sacramentalischenFeier arge Erccsse begangen (1 Kor. 11, 2034.). Die Kranken, diean diesen kirchlichen Versammlungen nicht Theil nehmen konnten, sollten diePriester rufen lassen, damit diese sie nach der Anordnung Christi (Mark. 6,13.1 unter Gebet mit Oel salbten; und fühlten sie sich von Sünden be-schwert, so sollten auch diese ihnen nachgelassen werden (Sarramcnt derletzten Oclung Jakob. 5, 1416.). Charakteristisch für diese gottesdienst-liche Versammlungen war noch dcr Bruderkuß (chiXi^nRom. 16, 16. 1 Kor. 16, 20.), welchen sich die versammelten Christen beimGruße und nach dem Gebete erthciltcn. Mit dem Gebete verbanden dieGläubigen, wenn sie besonders irgend etwas von Wichtigkeit auSzuführcngedachten, das Fasten (1 Kor. 7, 5. vgl. Matth. 17, 20.).

Was die Zeit dcr kirchlichen Versammlungen betrifft, so lehrte derApostel, den Christen sollten alle Tage gleich heilig sein (Galat. 4, 9 ff.Koloss. 2,16. vgl. Rom. 14. 5.); doch da der Erlöser in seiner Kirche wahr-haft lebendig sortlcbt, wurde die Feier besonders wichtiger Tage für das Cr-lösungswerk nicht ausgeschlossen. In dcr christlichen Muttcrkirche zu Jeru-salem wurde zunächst noch der Sabbat hervorgchobcn, wogegen bc> denHcidenchristcn zu Antiochien dcr Sonntag als dcr Tag, an welchem sichdas Andenken an dicAuferstehungChristi knüpfte (Matth. 28, 1.), aus-gezeichnet-) und welcher als dcrTag dcöHerrn per mninontium (>:,,.-)>«rub xT'chov Apok. 1, 10.) benannt wurde (vgl. Apg. 20, 7. 1 Kor. 16, 2.

e>>. e. 15.). Da die Auferstehung und das Leiden Christi als dieHanptmomcnte und Angelpunkte des christlichen Glaubens galten(Rom. 4, 25. 1 Kor. 15, 34. 2 Timoth. 2, 8.), so ward auch bei denJudcnchristen dcr Sonntag neben dem Sabbat gefeiert, oder die Sonn-tagüfcicr verdrängte vielmehr die des Sabbats. Daß im apostolischen Zeit-alter bereits ein christliches Passahscst gefeiert worden, kann zwar nichtE > Kor. 5, 7. bewiesen werden, ist aber höchst wahrscheinlich.

l> Sogar Plinius spricht davon auf eine würdevolle Weise apg. Ob. X.>'P. 97: 0V«7->ta, tau</ua»t /-eo, xeaun! Orr/e-c»-.

Hcngsteuberg, dcr Tag des sberrn. Brl. 852.