tz. 55. Die kirchliche Gemeinschaft ». das christliche Leben. 105
Christi (Eph. 4, 11. 12.). Indem Paulus hier besonders die Stellungder Hirten und Lehrer (BB. und Priester) im Auge hat, ermahnt er dieCpbeser, sich an diese anzuschließen, damit sie nicht den Kindern glichen, diewie die Meereswellcn hin und her fluthen, und durch den Einfluß trügerischerLehrer zum Jrrthnmc Hingetrieben würden (v. 14.). Die bcrnfcnen Vorsteher' und Lekrer ermahnt Paulus aber zugleich mit eindringlicher Herzlichkeit:Acht zu haben aus sich und die ganze Heerde, über welche sie der bell. Geistzu Aufsehern ausgestellt habe, die Kirche Gottes zu regieren (Apg. 20, 28.).Aber sic seien nicht allein vom bell. Geist zu ihrer Stellung berufen, son-dern auch stets von ihm geleitet. Darum erklärten die zu Jerusalem ver-sammelten Apostel, Petrus an der Spitze, in dem Urbildc der Eon-eil icn bei der Entscheidung einer wichtigen Lehrfrage: „es hat dem heil.Geiste und unS gefallen." Und insofern die Kirche einen solchen vom heil.Geiste geleiteten, untrüglichen Lehrvorstand besitzt, nennt sic Paulus eineSäule und Grundfeste d er Wahrh e it (I Timoth. 3, 15.).
Viertes C u p i k c l.
Das christliche Leben, der GultuS und die .Kirchendiseipli».
Daran soll Zeder erkennen, daß ihc meine ZlMster seid, wenn ibr euchunter einander lieber. Zvb. 13, 3.').
§. 55. Die kirchliche Gemeinschaft u. bas christliche Leben.
Pgl. schabst, Adam u. Christus, znrLbeoric der Ehe. Wien 835. S. Ulli ff.
Die Aufnahme in die christliche Kirche geschah dem Aufträge Christi gemäß(Marth. 28, 20.) durch die Taufe, wobei der Täufling förmlich unterge-laucht wurde; das Absterben der Sünde und die Erhebung zu neuem verklärten Leben andeutend (Rom, 6, 4.). Nach der Taufe legten die Apostelden Gläubigen die Hände auf alsSiegel der Gabe des heil. Geistes(Firmung Apg. 8, 14 -17. 19, 5 u. 0. Hebr. 6, 2. II Korinth. 1, 21—22.).Hierdurch zu O r g a n e n d e s l> ei I. Geistes und zur Würde von Christenerhoben, sollten si-e als Mitglieder der Kirche Gottes im Gegensätze zu dersündigen Hcidenwelt sich in ihrer Gesinnung und ihren Werken auch selbst-tkätig als neue Menschen zeigen; in dieser doppelten Rücksicht wurdensie Heilige («/,„,) genannt, in deren Mitte eigentlich kein Unreiner undNnkeuscher sein dürfe (I Kor. 5, 9. vgl. 11 Thcfs. 3, 0.).
Gemäß der Lehre Christi von der Gleichheit aller Menschen vor Gott soll-ten die Christen durch das starke Band derBruderliebe verbunden sein.. Wirklich steigerte sich auch die gegenseitige Bruderliebe der ersten christlichen, Gemeinde zu Jerusalem sogar bis zu dem erhabenen Gedanken einer freiwil-ligen G ü terg eineinschafc (Apg. 2, 44. 4, 32—37; 5, 1—5), vielleichteine begeisterte Nachahmung des Vereines Christi und der Apostel. Doch blieb° diese Erscheinung mir etwas Locales und Temporäres, ein ewiges Denkmalder geistumwandelnden Kraft des Christenthums'), auch schloß sie nicht.. allen eigenen Besitz aus (Apg. 12, 12.). Andere christliche Gemeinden, haben ihre Bruderliebe entfernten christlichen Brüdern durch aufopferndeWohlthätigkeit kund gegeben, Andere liebreiche Gastfreundschaft geübt, noch. Andere in Geduld Schmähungen, Verfolgungen und Todesqualen ertragen (Luk., 21, 19.), beglückt für das Himmlische und Ewige zu sterben, in das sie fetzt. mit unerschütterlichem Glauben und voll freudiger Zuversicht blickten (11 Tim.
(I Ma.Äems/ (.ommemnt. ilo vorn nMnrn rmnmnnionii; bnnur. in oeel. Ille-rnsttlvm. (pftnnl. ümsortat. ml Ir o. portin. V. II. p. 23. 40lon. 743.)