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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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96 1. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 2. Capitcl.

Ländern und Städten Asiens: außer Palästina in Syrien, Kleinasien,Mesopotamien; zu Cäsarea, Antiochien, Damaskus, Edcffa; in Europa,vorzüglich in Griechenland, mehreren Inseln, Makedonien und in Italien(Spanien?); in Afrika, zunächst in Aegypten, bekommen wir bereits ausder Aufzählung der einzelnen Gemeinden einen Begriff von der günstigen 'Aufnahme des Christenthums, noch mehr aus den nothwendig gewordenenAnordnungen in einzelnen Gemeinden. Und es waren keineswegs blos Leuteaus der ärmeren, ungebildeten Claffe, welche sich der christlichen Kirche zu-wendetcn. Das beweisen die in den apostolischen Sendschreiben häufig er- 'wähnten Geldsendungen (Apg. e. 13. Phil. 3, 24. u. a.), die Bekehrungdes Statthalters Sergius Paulus aus Cypern (Apg. e. 13.), des vor-nehmen Aethiopicrs, des Hanptmanncs Cornelius zu Cäsarea (Apg.. e.8. u. 9.), des Dionysius zu Athen (Apg. 17, 34.). Selbst den Bewoh-nern des kaiserlichen Palastes blieb Paulus nicht fremd (Phil. 4, 22.). Inden letzten Tagen des Apostels Johannes gehörten auch Flavins Clemens,ein Oheim Vespasianus, seine Gattin Domitilla und mehrere vornehmeRömer dem Christcnthumc an. Nach den östern Warnungen des Apostelsvor solchen, welche Irrlehren aus philosophischen und theosophischen Sy-stemen aus das Christenthum übertrugen (Kol. 2, 8. 1 Tim. 1, 20. u. a.),mußten sich auch wissenschaftlich Gebildete dem Christenthume zugewandt mitdemselben durch ihre früher eingesogencn Spekulationen Gefahr gedroht haben.

Das Wunderbare bei dieser schnellen Verbreitung wird noch durch denUmstand vermehrt, daß dieselbe keineswegs ungestört fortschreiten konnte.Welch' heftigen Widerstand fanden die Apostel gleich Anfangs bei den un-gläubigen Juden und in der Folge besonders Paulus bei den Heiden in Athen,Ephesus u. a.; Stephanus und die beiden Jako bus wurden gemor-det. Ja endlich widersetzten sich die römischen Kaiser der weitern Verbrei-tung. Claudius (53) verbannte wegen der Verwechselung der Christenmit den Juden die erster« zugleich mit aus Rom'). Unter Nero (64)erlitten die Christen in Folge des ihnen angedichteten große» Brandes inRom während mehrerer Jahre eine schwere Verfolgung. Sie wurdenvon wilden Thicrcn zerrissen, in die Tiber geworfen, oder mit Pechüberstrichen und des Nachts zur Beleuchtung der Stadt an den Straßeneckenund in den kaiserlichen Gärten angezündet '). Später wurden unter seinerRegierung die Apostel Petrus und Paulus, der Palastdiener Proces-sus und wahrscheinlich auch Gervasius und Protasius in Mailandgemartert. Doch unterliegt die Annahme des Orosius im 4. Jahrh. voneiner allgemeinen Verfolgung gegründetem Zweifel. Zwar verfolgteVesp asian (6979) die Christen nicht direct, aber er ließ von ihnen,wie von den Juden, die Leibsteuer mit Strenge eintreiben. Dies verlangteauch Domitian (81--96), und ließ sogar den Flavius Clemens,aus die Anklage der Gottlosigkeit und der Verirrung zum Jndenthume (Chri-stenthume) hinrichten'), seine Gemahlin auf die Insel Pandataria, eine

l) Vuet. vit. (3mni. e. 25. .tmlueos impulsnre (Ibrnstn usmckue tumul-immte» II,>mu sxxulit. vgl. Apg. 18, 2. 2 mm. XV, 44. vil.

bleiou. e. 16. 2'ert. upost'Z. ,.5. spricht von Gesetzen, die schon Nero u. Do-mitian zur Verfolgung der Christen gegeben haben, die aber thcilweisc von Tra-ra» zuriickgciioinmen wurden IrnMius ex gm-te truktratus 88t). 31

715a L1as«r«s u. d. exit. d. L'MrNuud'. I-XV1I, 14. L'««. ekrou. Iil>. II. »äOI)in>x 218. ID'eronMi. vz>. 96. (ul. 27.)