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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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tz. 50. Uebersicbt der Verbreitung des Christenthums. 95

üsches Schreiben zu thatkräftigem Glauben. Nach dem nicht ganzunverdächtigen Zeugnisse des Flavius Josephus soll er durch den Hohen-priester Annas, einen Sadducäer, ehe der neue Landpfleger Albinusankam, als Uebertreter des Gesetzes angeklagt und gesteinigt worden sein(63 n. Chr.), welche Thal selbst die eifrigsten Juden verabscheut, und zu-folge ihrer Beschwerde beim Könige Agrippa die Absetzung des Annas vonper Hohcnpriestcrwürde erlangt hätten. Dagegen berichtet der spätere.stiegesippus bei Eusebius '), Jakobus sei schon 59 n. Chr. von den jüdischenSchriftgelehrten und Pharisäern, Weil er verweigerte, sich wider Jesum zuerklären , von der Zinne des Tempels herabgestürzt und von einem Walkermit der Keule vollends erschlagen worden. Ihm folgten im Episkopate Si-meon und Justus.

Der Apostel und Evangelist Matthäus^) verkündete das Evangeliumzuerst unter den Juden, dann auch andern Völkern im glücklichen Arabien(Indien u. Aethiopien). Der Apostel Philippus^) verbrachte seine letztenLebenstage im Dienste des Christeuthmns zu Hierapolis in Phrygien, undsoll wie Johannes bis ans Ende des ersten Jahrhund, gelebt haben. Nachalten Sagen predigte Thomas in Parthien, Medien und Persien, An-dreas') in Scythien (Südrußland) und in der Gegend von Byzanz,Bartholomäus') in Indien, wo Pantänus (um 190) ein ver-meintlich von ihm hcrrührendes Exemplar des Evangelium Matthäi fand;Thaddäus") bei Abgarus, Fürst von Edessa. Als Schauplatz derMissionsthätigkeit der Apostel Simon Zelotes und des M a t-tbias wird theils nur im allgemeinen der Orient angegeben, Heils fürjenen Aegypten uud Nordafrika, für diesen. Aethiopien bezeichnet. MitAusnahme des Johannes verehrt die Kirche alle Apostel zugleich als Mär-tyrer, was auch die denselben in der bildenden Kunst fast constant beigege-benen Symbole andcuten'). Zuverläßig ist, daß der Evangelist Markus"),anfänglich Begleiter des Paulus und Barnabas, später bei Petrus in Rom,wenn auch nicht der erste Gründer, doch Bischofder Gemeinde von Alexan-drien gewesen ist.

Wollen wir in diesem heil. Kreise auch der Jungfrau Maria gedenken,so können wir nur 2 Sagen erwähnen, wonach sie entweder 45 oder 47zu Jerusalem in Gegenwart der auf göttlichen Ruf herbeigeeilten Apostelstarb, oder den Apostel Johannes nach Ephesus begleitete, was viel spätergeschehen sein müßte.

Anmerkung. Die größtcutheils eben so dürftigen älter« Nachrichten über dieim N. T. gcnanuteu Begleiter der Apostel: Lukas, Timotheus, TituS,Barnabas, Clemens, Hermas, Linus, Krcsceus, des philosophischrhetorischen Judcnchristcu Apollos aus Alexandrien (Apg. >8, 24 ff. 19, l.l Kor. 1,12) Markus u. A. sind sorgfältig bei V. I.». II. zusammcugcstcllt.

§. 50. Ucbcrsicht der Verbreitung des Christenthums.

Bei einem Rückblick auf die Verbreitung des Christenthums in vielen

1) Vgl. Vos. antigg. XX, 9. I. s. Cr cd uer, Einl. ins N. T. S. 481.anch LsAxs. b. b. v. II. 1, 23. erzählt nicht ohne Verdacht v. Widersprü-chen. Vgl. Skolb erg Th. VI. S. 36065. u. , >Im8srt. üe unno,

guo mortem obisrit .laeolnm. truter Domini. Ilenlslb. 857. 2) Ärztin, b. '<!.I> 9. Ueb. d. Abfaff. seines Cvangcl. Ueä. b. e. III, 24. 39. - 3, LV-dsb.HI,^31. VI, 24.-4: Ibicl. III, - 5) Ibid. V, 10. - 6) Il.icl. I, 13. II, I.

71 Aschbach, Kircheulerikon 8. v. Apostel u. Aposiclbildcr. 8) L'r«8eb. II.1b. 24. Diironic. ?a8olntlo lViexunäiiu) p. 230.. cs« ^Ve--,re. I'ur. 688.