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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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V 42. Christi Auferstehung u. Himmclfabrk.

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Procurator Pontius Pilatus klauten sie ihn vcS Hochverrates an (Job. l9,>2.)- Vor diesen geführt und gefragt, ob er Christus und ein König fei,bekannte er nun öffentlich und bestimmt:Ich bin Christus und zugleich einKönig" (Matth. 26, 63. 64. Job. 18, 37.). Da erlitt er vielfach verhöhntund verspottet unter der Regierung des Kaisers TiberiuS den schmerzvoll-sten Tod am Kreuzes), unter Fürbitte für seine Feinde (Luk. 23, 34.),zur Tilgung der Sünde und Versöhnung der Menschen mitGott (Luk. 22, 19.; II- Kor. 5, 18. Röm. 4,25.). Die Sonne verfinstertesich; schauervoll erbebte die Natur mit ihren Felsen '); der Tod gab seineOpfer zurück; der Vorhang, welcher das Allerheiligste des A. T. verhüllte,riß von oben bis unten entzwei; der Mund des Heiden pries Gott und be-kannte:Wahrhaftig, dieser Mensch war ?in gerechter, er war Gottes Sohn"(Matth. 27, 51 ff. vgl. Luk. 23, 47 ff.). Auch auf dem weiten Meere ver-kündete eine geheimnißvolle Stimme der Heidenwelt:der große Panist gestorben," worauf ein mit Verwunderung gemischtes Seufzen ver-nommen ward). Joseph von Arimathia, ein angesehenes Mitglied deshohen Rathcs, überwand nun seine Menschcnfurcht; kühn erbat er sich vonPilatus den Leichnam Jesu. So erfüllte sich die Weißagung des ProphetenJesaias 53, 9.:Er nabm sein Grab bei den Frevlern, aber bei den Reichenward ihm die Gruft/'

Au diese Thatsache des Todes Jesu Christi hat die apostolische Verkün-digung des Evangeliums stets zuerst angeknüpft (1 Korinth. 15, 3.); nichtallein wegen ihrer objektiven Bedeutung der stellvertretenden Versöhnung mitGott, sondern auch wegen ibrer subjektiven Wirkung. In Christus,dem Gottmenschcn, war nämlich die ewige Idee der Menschheit verwirklichterschienen (vl,ch ävLgchnov, der Mensch xai der urbildliche

Mensch), und indem dieses Ideal der Menschheit, dieses lautere, fleckenloseBild derselben mit dem Tode bestraft wurde, mußte der Mensch mit demGlauben an diese Thatsache die ganze Größe seiner Sündhaftigkeit undseines strafbaren Verhältnisses zu Gott erkennen. Hiedurch gelangte er ambestimmtesten zur wahren Erkcnntniß seiner selbst, die ihn dann zur Dcmutb,zum vollkommenen Gehorsam und zu kftrdlichcr Liebe gegen Gott stimmte.

§. 42. Christi Auferstehung u. Himiuelfahrt.

Bei mannigfachen unwesentlichen Differenzen in den vier Evangelien istdie wiederholt vorhergesagtc Thatsache der Auferstehung Christi aus demGrabe nach drei Tagen vollkommen verbürgt. Es ward auch hier die Weis-sagung erfüllt: sein Grab wird herrlich sein; die Nationen werdenzu Ihm beten (Jes. l l, 18-). Die anscheinenden Widersprüche in Neben?umständen beweisen gerade, daß ihre Erzählungen nicht verabredet worden,

1) Dae/t. unnul. XV, 44.: V.ae.tor numinis ejus (soctuo (Rristmaaram)t'.iruVu-r, gui Vilmrin ingmeunts gor proeneuweum ?ontium l'iluliiui «UMl/c/o

2) Dieses wird außer vc» Cvaugeliste» auch von dem Heiden /Vr/sAo», lilwrt.Väeiani impve-U. bezeugt bei Eusebius im ekronieo». Justin d. Märtyrer u.Tcrtulliau berufen sich hicfür auf die aeta kilati s. §. 42. Note * *.

*1 NachMtttnec/,. (s- um 120 ». Cbr. in hoh. Alter) lle Oeueuloenm llot'oeiu(gig.. LamLe '1'. VII. p. 651). Der Hauptsache nach a»ä> von Ducit. be-richtet s. oben S. 57. Note V Plutarcb erzählt weiter, diese Begebenheit wurdesogleich in Rom bekannt, n. der Kaiser Liberias ließ sofort eine genaue II»-stcrsuchnng darüber anstelle» vgl. Xata/. A/e.r. In o. saoe. 1. eng. l. art. V.Sepp, Heidcnthum, Bd. III. S. 268.