82 t. Zeitraum, t. Periode. I. Zeitabschnitt. I. Capitel.
die Erhaltung derselben als die schlechthin nvthwendige Veranstaltung zurRealisirung des Christcnthmns: beide gehören nothwcndig zusammen.
Und in der That hat Ebristus eine Kirche und zwar eine sichtbaregewollt und gestiftet. Er nannte die von ihm auf Erden zu gründendeGemeinschaft dcö religiösen Lebens zunächst Reich G ottcs, Reich derHimmel, Reich Christi, erklärte aber gegen mancherlei Mißdeutungen,das mit ihm ans die Erde berabgekommcne Reich der Himmel sei nicht vondieser Welt (Joh. 18, 06.), und m ihm gelte darum auch nicht die Ordnungirdischer Reiche (Matth. 20, 25—20.); und wiederum, es sei ein erst imHerannahen begriffenes (Matth. 3, 2. 4, 17. 10, 01. Mark. 1, 15. Luk. 8,11.), das in der Ausübung der Frömmigkeit nicht an einen bestimmten Ortoder Tempel gebunden sei (Joh. 4, 21 ff.); es solle vielmehr alle Schrankender Nationen durchbrechen, alle Völker der Erde sich eiuvcrleiben. Die Auf-nahme soll aber nicht durch Beschneidung, sondern durch die Taufe ansdie göttlich e Dreieinigkeit vermittelt werden (Matth. 28, 19. Mark.16, 15. 10.). Statt der Benennung Reich Gottes gebrauchte er auch zurBezeichnung der zu gründenden religiösen Gemeinschaft das Wort Kirche(txxM-bl« Matth. 10, 18. 18, 17.). Und es blieb nicht bei der bloße»Verheißung, sondern er gründete wirklich eine Kirche. Zu diesem Zweckezog er zwölf') ungebildete Männer, zum Tbeil galiläische Fischer, dievon nun an M c nsch e nsi sch er sein sollten (Luk. 5, 1—11.), in seineengere Umgebung und nannte sie Apostel < Gesandte, Erwählte, Bevoll-mächtigte. Luk. 0, >0. Joh. 10, l8. u. 15, 10.)
In ibren eigentbü ml i ch en Cbaraktcren, die in ihrer Einheitein schönes, barmonischcs Ganzes bildeten, sind gewissermaßen alle ver-schiedenen geistig-religiöscu Richtungen des menschlichen Geistesrepräsentirt. Was sic von ihm gehört, bei ihm gesehen, was er für die Mensch-heit gelitten, sollten sie nach seinem Hingange zum Vater als die Pfeiler undFortseher seines Werkes allen Völkern verkünden. Für diesen großen Berufbat er sie mannigfach belehrend und prüfend, mahnend und strafend, aberauch erbebend und tröstend herangcbildet und befähigt. Nachdem sie ohnehinschon die fortwährenden Zeugen aller seiner Großthaten gewesen, verrichteteJesus auch noch Wunder für sie besonders'). Um sie von seinermesstanischen Würde zu überzeugen, und in dem Glauben an ihn als denSohn Gottes zu befestigen, übertrug er die Wunderkräftc, die in ihm waren,auch auf sie (Matth. 10, 1. Luk. 9, 1.). Durch wiederholte Auösendungder Apostel und der weitern siebe »zig Jünger") zur Verkündigung dcS
N Die Namen ders.: Limon (Äcphas, Petrus« u. Andreas <Söhne d.Zona>; Jakobus und Johannes «Söhne des ZebedäuS; Donncrsöhne Mark.3, 17.); Thomas Joh. 20, 24 «; Philippus; Bartholomäus
lNathanacl Joh. I, 46.«; Matthäus lLcvi Matth. 9, 9.); JakobuS
Mattb. 10, 3. x«i Matth 27, 56. - L),!>i7rL Joh. 19,
25.--°-)-^; Gal. l, 19.«; Thaddäus Matth, ko, 3.
Luk. 6, 16. Apg. l, 13.), Simon s-rN.-.-i"-;;. - Matth. 10, 4. >;
endlich Judas Jskarioth ,Matth. 10, 2—4. Mark. 3, l6-19. Luk 6, 14—16.Apg. l, 13.). Die Zahl zwölf offenbar mir Rücksicht auf die l 2 Stamme Israels.
2, Vgl. Luk. 4, 38 ff. 5, 1-10. Matth. 8, 23-27 14, 22 ff.
3) Diese Zahl 70 wohl mit Bezug auf die Anzahl der Mitglieder des Hohcn-rarhcs (»ach Nuni. tl, 16 ff.) zu Jerusalem gewählt. Schon Ir. v. 1. l2.
bezeugt, daß zu jener Zeit kein Verzeichnis« jener 70 (od. 72 nach d Lesart d.Vulg. Luk. 10, 1.« Jünger mehr cristirte; und wird beiläufig nur erwähnt, daßBarnabas, Sosthenes, Matthias und Thadd äns dazu gehört haben. DaS