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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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I. Zeitraum, l. Periode. >. Zeitabschnitt. 1. Capitel.

GotteS mußte selbst die heidnische Regierung unbewußt dienen, indem siean der zur Geburt deS Messias festgesetzten Zeit jene Jungfrau Maria undihren verlobten Gefährten Joseph, einen armen Zimincrmann, obschon eraus dem königlichen Geschlcchte Davids abstammte, zu einer Volkszählungnach Bethlehem berief (Luk. 2, 15.). Hier gebar die Jungfrau ineinem Stalle jenes bewunderungswürdige Kind, welches schon der Prophetden starken Gott, den Vaster der zukünft ig cn W elt und denFried ens fürsten genannt hat (Jesai. 9, 6.). Damit war auch dieneue Zeit geboren. In ihrem geheiligten Leibe bat die heil. Jungfraunicht wieder empfangen *).

Ebenso wunderbar als diese Veranstaltungen waren die Erscheinungen beider Geburt selbst. erschienen Engel, welche der von Gott entfremdeten,sündhaften Welt ihre Theilnahmc über das widerfahrene Heil bezeugten, undfür die Menschheit,- welche das Heil noch nicht ahnte, den Dank aussprachcn(Luk. 2, 912. vcrgl. Hebr. 1, 6.). Sie verkündeten der damaligen inner-lich und äußerlich zerfallenen Welt ihren nun mit Gott wieder eingctretenenFrieden, so wie diewicder beginnende beseligende Gemeinsch aftzwischen dem Himmel und der Erde (Joh. 1, 52.). Auf diesen Frcudenrufder Engel an einige jüdische Hirten eilten diese zu ibrem neugebore-ncn Heilande (Luk. 2, 16 ff.). Bald hatte der Zug des Vaters auch Weiseaus dem fernen Osten zum Sohne geführt, um ihm göttliche Verehrungzu beweisen (Matth. 2, 10. 11.), so daß nun Juden und Heiden: die ganzezu erl ösendc M enschhei t, an der Wiege des Sohnes Gottes repräsen-tirt waren. Da der Sohn Gottes sich in allem gleich seinen menschlichenMitbrüdern unterwerfen wollte (Hebr. 2, 17. 18.), wurde er nach der Vor-schrift des Gesetzes am achten Tage beschnitten und aus Gottes Geheiß (Matth.2, 21.) Jesus genannt (sti^O jüng. Form für Gottes Hilfe vgl. S.

50 Note 2!). Der gerechte, gottcsfürchtige und vom heil. Geiste erleuchteteSimeon begrüßte das Kind bei der Darstellung im Tempel als denPreisIsraels und als ein Licht zu erleuchten die Heiden, als den, der gesetztist zum Falle und zur Auferstechung Vieler in Israel. Die auf An-trieb des h. Geistes zugleich anwesende Anna stimmte in Simeons Lobprei-sung des Herrn ein, und sprach prophetisch von ihm mit Allen, die auf dieErlösung Israels harrten (Luk. 2, 2538.).Seit 400 Jabren war mitMaleachi (s. S. 03.) der Geist der Weissagung in Israel verstummt ). Ei»langer Winter! Aber welch ein Lenz auf einmal! Gesang ertönt ringsumher,denn es erschien Er, dessen Name heißtWunderbar." Der Engel Ga-briel, die h. Jungfrau, Zacharias, Elisabeth, die Engel aus den Fluren, Si-meon , Anna, Alle verkündeten große Zukunft; Alle sonnen sich im Strahle

*) Die im N. T. erwähnten Brüder Jesu (Matth. 12, 46. 13, 55. Mark.

з, 31. 6, 3. Luk. 8, 19-21. Joh. 2, 12. Apg. 1, 14. , sind »ach Analogie des

hebr. i» der Bedeutung v. ^Anverwandte^ zu fassen vgl. Matth. 13,

55 mit Matth. 27, 56. Dafür spricht wohl auch der Umstand, daß Christus ster-bend dem geliebten Jünger Johannes die Maria als Mutter empfahl. (Joh.15, 2527., Auch das v. Christus gebrauchte (Matth. 1, 25.H

keineswegs dieser Fassung entgegen, sondern findet in der hebr. Ausdruekswcisc seineanderweitige Erledigung. Vgl. s-Lch lencr, neue Forschung, üb. d. Brief, d. Jakob.

и. üb. d. Brüd Jesu tFrcib. Ztschr. f. Thcol. Bd. IV. S. 1 116., Köster,Erläut. d. heil. Schrift aus Classikcr». Kiel 833. S. 133. vgl. unten §. 143.

1) Vgl. stolbcrg, Th. V. S. 46. u. 47.