h. 34. Zweck der Menschwerdung des Sohnes Gottes. 75
des Todes des Herodes bei Josephus Flavius (750 vd. 751 im Früh-Iliigc). Nach dem Berichte des h. Matthäus 2, 16. von dem bethlehcmischenKindcrmordc muß die Geburt Christi noch vor den Tod des Herodes falten,und daher würde die Berechnung des Dionysius mindestens um 4 Jahre zuspät beginne». Die einzig sichern Anhaltspunkte in den Evangelien sind Luk.3 i. von dem öffentlichen Auftreten Johannes des Täufers im 15. Regt e-r'ungsjahre des Tiberius, und die Angabe Luk. 2, 1—2. von demkaiserlichen CcnsuS in Palästina zur Zeit als Quirinus Statthalter Syrienswar. In Beziehung auf das erstcrc Datum ließe sich leicht zurückrcchnen,wenn man sicher wußte, ob die zwei Jahre der gemeinschaftlichen Regierungdes TiberiuS mit Augustus, welcher letztere 767 >>. 1'. o. starb, eingerechnetsind, was nicht unwahrscheinlich ist (daher 765 -tz 15—780). Nun tratChristus zuvcrläßig nicht lange nach dem Täufer auf, und zwar nach Luk. 3,23. ungefähr 30 Jahre alt (780—30—750). Dies dürfte das wahrschein-lichste Geburtsjahr sein. Man glaubte dieser Bestimmung noch eine festereGrundlage dadurch zu geben, daß man an die Berechnungen der Astronomenbezüglich des Ster n es b c i Matth. 2, 2. 7. 0. 10. verwies, und auch daranerinnerte, daß lange Zeit nach und vor Christus das Passah nur 783 aufeinen Donnerstag gefallen sein soll. Christus feierte aber das Abendmahlin seinem gewöhnlich angenommenen 33ten Lebensjahre (ganz vereinzeltsteht die auffallende Meinung des Irenaus '), Christus sei über 40 Jahrealt geworden) gerade an einem Donnerstage, was wieder auf 750 zurück-sühren würde ). Wer aber erkennt nicht das Schwankende mehrerer An-nahmen selbst bei dieser Berechnung? Noch größeren, ja unüberwindlichenSchwierigkeiten unterliegt die Bestimmung des Monates und Tages, aufwelchen Christi Geburt fiel H. Mit ziemlicher Zuversicht dagegen könnenwir nach den Andentungen der Evangelien die öffentliche WirksamkeitChristi wenigstens auf 3 Jahre ausdchnen.
§. 34. Zweck der Menschwerdung des Sohnes Gottes.
Gemäß der uralten (s. Z. 28.), nie vergessenen sondern immer bestimmterausgesprochenen Weißagung der Propheten sollte unter den Juden der Mes-sias erscheinen, um den früheren sündhaften Zustand dcS Menschengeschlechtsaufzuheben und eine gänzliche Regenerirung desselben zu bewirken. Darumwurde derselbe auch nicht nach dem gewöhnlichen Gange der Natur als Menscherzeugt, sondern wieder erste Mensch durch unmittelbare Schöpfung ins Da-sein gerufen. Er sollte in dem Leibe einer heil. Jungfrau (Jes. 7, 14.), undzwar aus dem Stamme Davids, empfangen und zu Bethlehem in Juda gebo-ren werden (Micha 5, 2.). Als die von Gott hierzu bestimmte Zeit (Genes.49, 10.; Dan. 9, 24.) nahte, ward einer Jungfrau Maria aus DavidsStamm in Nazareth durch einen Engel angekündigt: „der heil. Geist wirdüber dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten;darum wird auch das Heilige, waS aus dir geboren wird, Sohn Gottesgenannt werden" (Luk. 1, 26 ff. Joh. 1, 18.5. Den ewigen Rathschlüssen
1> 7r«n. ctr. Irusres. II, 22. od. Our. 710 t. p. 148 — 2) Dicß
ist auch das Resultat bei Wicsclcr a. a. O. S. 131-132.
3) Während sernio de nutivituts schon sagte: „8>ve Irodie (Ibristiis
uulu8 est, sivs bapti^utus ost, diversa guidein kertur opinio in innudo, et protruditinnuin variot-tte sententnr 68t diversa," will Sepp a. a. O. Thl. >.durch frappante Combinationcn den 25tcn Dcccinbcr 747 a. II. e. als den Ge-burtstag Christi zweifellos fcststellcn!