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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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71
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«j. .11. Die negative positive 'Vorbcreit. auf Christus iu d. Wir d. geit. 1l

Keine Vieser Sekten nun konnte viel aus de» religiösen Geist des Volkeseinwirkcn. Diese scheint,eiligen Pharisäer erdrückten bei ihrem allzugroßenStrebe» nach Aeußerlichkeit den bessern Sinn durch kleinliche Werkbeiligkeitzdie stets zweifelnde» indifferenten Sadducäer vermochten deni Volke keineGlaubenskraft mitzutbeilcn, und die Essener endlich waren zu klösterlich ab-geschlossen, um auf größere Kreise zu wirken.

Das Bild der religiösen Zerrissenheit unter den Juden vervollständigt dieHinweisung auf die gegenseitige Befehdung und den gegenseitigen Haß derJuden und Samariter ' 5 Der Name stammt von Samaria, der ebemagen Hauptstadt des Reiches Israel, und der Ursprung ihrer religiösen Spaltung fällt in die Zeit nach der durch esalmanaffar erfolgten Besiegung undWegführung des größten Theils der Israeliten. An die Stelle der Fortgeführten hatte der Ucberwinder Babylonier, Kuthäer u. A. gesandt, mit welchen sich die Zurückgebliebenen vermischten t II Kön. 17, 24 ff. vgl. I I Chrvu.ll l, 1 ff.), wodurch die letzter» stets ein Gegenstand allgemeinen Hasses waren.Obschon in der That dein Kerne nach Heiden, wollten sie doch noch setzt fürIsraeliten (der Abstammung nack) gehalten sein. Rach der Erfahrung einertraurigen Bcrirruug wünschten sie die Rückkehr zum reine» Monotheismusund Thcilnahme an dem neuen Tempelban, wovon sie jedoch als Götzen-diener (II Kön. 17, 2!i ff.) ausgeschlossen wurden. Die ersehnte Kirchen-reform erfolgte daher ihrerseits erst um .'132 durch den creommunicirtenPriester Manasse, welcher nach samaritanischer Deutung von Deut. 27,4. auf dem Berge Garizim in Samaria mit Bewilligung AleranderS d.Gr. einen Tempel erbaute, und auf der Grundlage des Pentateuch einlevitischcs Pricstcrtbum anordnete. Doch wich ihre Liturgie wahrscheinlichvon der im Tempel zu Jerusalem vielfach ab, so wie die Samariter auch darinmit den Juden uneins waren, daß sic von dein A. T. n u r d c n P c »tat e u channahmcn, und nur den Berg Garizim für die heil. Stätte der AnbetungGottes (Jvh. 4, l!> ff.) bezeichneten. Die nationale lhcvkratische Lebrevon Gott, Vorsehung und dem zukünftigen Messias (I^ll'^d. i. ooinor^or)hielten sie fest, faßten sie aber weniger particularistisch auf als die Inden.Beide Nationen befehdeten sich heftig und blieben unversöhnlich, belegtensich nicht nur mit Schimpfnamen i Sir. 40, 28. Ivb. 8, 48.), sondern war-fen sich auch Abgötterei und andere Laster vor. Sie vermieden jegliche Ge-meinschaft, versagten sich die Beherbergung (Luk. 9, 53.), und suchten aufihren Reisen sogar die gegenseitigen Grenzen zu umgehen, wogegen Ehristusdurch Wort (Luk. 10, 2537.) und That (Job. 4, 4 ff. Luk. 0, 52.) eiferte.

§. 1l. Die negative und positive Vorbereitung ans Cbristus i»der Fülle der Jeit.

Durch den vorherrschenden Einfluß der Pharisäer hatte sich dem jüdischenVolke eine inncrcUnlautcrkeit bei einer äußeren scheinbar legalen Ge-rechtigkeit, so wie Fanatismus mitgethcilt; die Religion wurde überhauptmeistens als etwas Aeuß eres aufgefaßt. Von den wenn gleich mindereinflußreichen Sadducäern war bei ihrer Zweifelsucht ein inneres Zcr-

1) cke ä'aez/, memoire^ our I'etut uctuel des Luiuurituius. Oar. 8l2.6e§s-«r<s, de llentutvuelii 8>unur. orchius, iudule et Mieter. Ilul. 8lZ. Vch'n-R.kroZrumiun üs Luniur. tkeelettiu ex keutllms ino>lltls. IluI 822. 7s/ns</. eurw.8»w»r. e eoätl. Tand. et Ootlr. Lips. 824 Oregr. de tviuz». s«-Iüs-

niatis ecel. ckudueos luter et Lninorr. obertl IleZioin. 828. 4. Freib. Kircl,eit-ler. Pd. IX. S. 602608.