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Die alte Welt, Vorhalle z. Gcsch. d. Cbristcnth.
riwg sich vou der Unhaltbarkeit dcS Polytheismus überzeugt hatten, und sichgeneigt zeigten, mit den Juden den Monotheismus zu bekennen. Ohne zunächstdas ganze mosaische Gesetz anzuncbmcn, gaben sie nur manche heidnischeVor-stellungcn auf, und enthielten sich gewisser heidnischer Sitten. Diese s. g.Proselyten desTbores '7,';) bildeten diegrössercAnzahl, woge-
gen sich nur wenige durch die Beschncidung zur vollständigen Annahme desmosaischen Gesetzes verpflichteten, Proselyten der Gerechtigkeitssp-lh'" wurden. Bei dein allgemeinen Verfalle der vaterländischen Re-ligion suchte eine eben so große Anzahl anderer Heiden die laute Stimme ihresGewissens momentan dadurch zu beschwichtigen, daß sie jüdische Cercmonienauöübten und jüdische Feiertage begingen, ohne daß sie zu der loser» Classeder Proselyten deS Thores gerechnet werden konnten,h. 30. Die drei piniptsckten der Pharisäer: Saddueäer n. Essenernnrer den Inden; die «amaritcr.
Während der politischen Confliere im Zeitalter der Hasmonäcr vdcrMac-cabäer hatten sich auch ans dem religiösen GeöietcPartcicn gebildet, die, wieschon bemerkt, aus den Gang der politischen Ereignisse vielfach cinwirkten.Zuvorderst stellte sich eine Differenz heraus bei Auffassung der Religion inihrer engen Verbindung mit dem Bürgerlichen (Pharisäer u. Saddueäer),oder nach ihrem rein sittlichen Momente ( Essener). Eine zweite Verschieden-heit entstand während der griechischen und römischen Herrschaft dadurch, daßein Tbeil der Unterdrückung jüdischer Nationalität auf das kräftigste wider-strebte (Pharisäer), ein anderer' aber mehr nachgab (Sadducäcr u. Essener).Die Sekte der Pharisäer vcrtbeidigte das Herkömmliche und Alte mit Eiferund hielt selbst an dem Aeußeren, dem Buchstaben und der Form fest, verloraber darüber, oft den Geist. Die ihr gegenübcrstehende Partei der Sad-ducäer sak zwar das Bedinfniß eines Fortschrittes znm Bessern ein undfühlte, daß die Zeit etwas Neues forderte, wartete dieses aber nicht ab,sondern wollte es selbst machen, oder sich dem gerade gebotenen Fremden an-schließen, und also der todten Orthodoxie der Pharisäer gegenüber eine ge-wisse Aufklärn n g affcctiren. Zwischen beiden in der Mitte standen Ein-zelne, die manches vom Herkömmlichen aufgaben, sich aber in ihr Innereszurückzvgen, um dort ein Asyl zu finden, daher ein mystisch-eontemplativesLeben führten: das waren die Essener ().
Die seit der Zeit Esra's sich allmälig bildenden und um 144 v.Ebr. ausgeprägten Pharisäer nahmen neben den schriftlichen Religions-urkunden noch eine Tr adition an, die nach ihrer ursprünglichen Idee,gestützt auf das Wesen jeder Scicnz und die besondere Eigenthümlichkeit desAlterthumS, als lebendiges Wort eine fortwährende Erläuterung undsicheren Aufschluß über die schriftlichen Urkunden geben sollte. Die Phari-säer hielten sich darum für die Gesetzeskundigen, weshalb Viele auch glaub-ten, ihren Namen von LHlT in der Bedeutung ihv) -roü i ablei-ten zu müssen. Sie bildeten durch die mündliche Ueberlieferung (Kabbalah)eine Art spekulativer Theologie aus, die sie durch allegorisirende Exegesein die A. T. Bücher hineinlegteu. Später benutzten sie aber diese Tradition
1> lieber d. Neligionsspaltung durch kiese drei Selten vgl. Stolberg, IV.Th. S. 499—524. Triuin twrchtor. illuütr. .Urnsii, L^OiZari st Lsuarii) äs trib..I»-I-isc>r. ssetw sMaZmn <-,I. rrit-Iamlius. Delphi 703. 2V. 4. Döllinger,Heidenth. u. Judenth. S. 745—760. Lutterbeck I. e. Bd. I. S. 166—222.