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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 2!). Die Juden außerhalb Palästina.

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Partei ernannte denPom pejus, der damals in Asien wirkte, zum Schieds-richter: die Einmischung der Römer hatte wie gewöhnlich die Unterjochungzur Folge. Im I. 63 erstürmte Pompejus Jerusalem, betrat den Tempelund führte Aristobul und seinen Sohn AntigonuS gefangen nach Rom. DasHohepriesterthum wurde dem Hyrkan zwar gelassen, die weltliche Herrschaftaber behielten die Römer. Der mächtige Jdumäer Anti pater in Jerusalemerhielt mit seinen Söhnen H croLcü und Phasaöl von Cäsar die ganzeVerwaltung des Landes. DasSynedrium durchschaute die Plane dieser frem-den idumäischen Familie, und noch besonders durch die Freundschaft desAntipater mit den Römern besorgt gemacht, bezeichnet«: es dessen Stellungals mit der väterlichen Sitte unverträglich. Die Willkür, welche namentlichHerodeS in Verhängung von Todesstrafen ohne Zuziehung des Syncdriumsu. A. übte, erregte endlich einen förmlichen Aufstand. Nach dessen Beendi-gung ward der beschützte Herod eS (d. Gr.), da Phasasl sich selbst ermor-det hatte und Antipater vergiftet worden, von Octavian u. Antoniuszum König von Judäa erklärt (40 v. Ehr.). Jetzt war die WeissagungI acobö erfüllt: das Sceptcr w ird von Juda nicht weichen, bisdakommesogcsandtwerdensoll, ausdendieVölker h offen."(Genesis 49, 10.). Mit tückischer Gewaltthätigkeit suchte Herodes seineHerrschaft zu befestigen, und wüthete wie gegen die hasmonäische Familieso gegen alle vermeintlichen Feinde. Dabei unterdrückte er die jüdischeNationalität und Priester, führte dagegen römische Sitte und Lebens-weise ein. Ehrfurcht gegen die jüdische Religion heuchelte er nur aus Poli-tik'und Eitelkeit. Letztere zeigte er besonders durch den völligen Umbau desTempels (23 v. Ehr.); nur die Grundlagen des alten Tempels waren ge-blieben, alles klebrige war neu, kolossal und prachtvoller als je ausgeführt.Ebenso schmeichelte er der heidnischen Macht, indem er eine neue prächtigeStadt baute und sic dem Cäsar Augustus zu Ehren Cäsarea nannte. Insolchem Treiben verstrickt crschrack Herodes und mit ihm das ganze entarteteund geknechtete Jerusalem: als die Geburt Christi verkündetwurde! Nach des HcrodeS Tode vcrthcilte Augustus Palästina unterseine 3 Söhne so, daß Archelaus als Ethnarch Judäa, Samaria undJdumäa, Philippus und Herodes Antipas aber als Tctrarchen,jener Batanäa, Jturäa und Trachonitis, dieser Galiläa und Peräa erhielten.In Folge eines Ausstandes ward Archelaus nach Gallien verbannt (6 n. Ehr.),dessen Gebiet römische Provinz und unter dem Proeonsul Syriens von Pro-curatoren verwaltet, deren Pontius Pilatus der fünfte war. Der Hoheprie-ster und das Syncdrium leiteten die Angelegenheiten der Religion, aber ihrEinfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten war untergeordnet. Im Jahre30 wurde HcrodesAgrippa, Enkel des ält. Herodes, durch die Gunstdes Claudius König von ganz Palästina; aber nach seinem Tode (44 n. Ehr.)wurde das Reich abermals römische Provinz, und die Verwaltung Prvcu-ratoren anvertraut.

K. 29. Die Juden außerhalb Palästina.

Wie oben angedeutet, hatte nur ein kleiner Theil der Juden von der Er-laubnis: des Cyrus zur Rückkebr nach Palästina Gebrauch gemacht; dergrößere Theil war in Babylon zurückgeblieben und verbreitete sich noch wei-

1) Vgl.<ko§. anii-i. XV. 3. I. XX, 2. XII, 2. 4. XX, 3. 1. /cke»i, äobsiio3uä. II. 36. VII, 3. 2'ac. ,->nn. II, 85. bist. V, 5.

Alzeg's Kircycngcsihichte. 7. Auflage. Z