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64 Die alte Welt, Vorhalle z. Gcsch. d. Chnstcnth.
Entweihung ihrer Heiligthümer schien von dem rachgierigen Fürsten be-schlossen. Dieses Attentat auf die Religion und das Volksthum entflammtedie Juden aber zu einem helvenmütbigen Kampfe und verzweifeltem Wider-stande, worin sie eine echt nationale Kraft entwickelten. Mattathia, ausdem priesterlichen Gcschlechte der Hasmonäer, begann den Aufstand mitdem Schwure: „Wenn auch alles Volk vom Gesetze seiner Väter abfiele unkin die Befeble des AntiochuS cinwilligte, so werde doch ich, meine Kinderund Brüder das Gesetz der Väter befolgen" (1 Macc. 2, 19. 20.). Seinefünf Söhne wurden die Häupter und Anführer des langwierigen Krieges mitden Syrern. Nach seinem Tode (166) erneuerte die Tapferkeit des Ju-das Maceabäns und Jonathan den vormaligen Ruhm des VolkesGottes, und erwarb ihnen die Bewunderung Roms und Spartas (1 Macc.14, 16 ff.). Jerusalem ward durch Judas Maccabäus wieder erobert, derTempel von den Spuren des Götzendienstes gereinigt (1 Macc. e. 4.). Zu-folge der ferneren Siege dieses Heldengeschlechts bestimmte das begeistertejüdische Volk: „Simon (der letzte der Maccabäer) solle ihr Fürst unkHohenpriester für und für bleiben, bis der wahre Prophet aufstände" (1 Macc.14, 41.). Demetrius, der Nachfolger des AntiochuS Epiphanes, er-kannte Simon als unabhängigen Fürsten an: „und so lange letzterer lebte,hatte das Land Juda Ruhe; denn er suchte nur das Beste seines Volkes.Man sah seine Macht und Herrlichkeit mit Freuden, so lange er lebte; ererweiterte die Grenzen seines Volkes; jeder baute sein Feld in Freuden; erverschaffte dem ganzen Lande Frieden; jeder saß unter seinem Weinstockeund unter seinem Feigenbäume, ohne daß Jemand ihn schreckte; er rüstetedas Heiligthum herrlich aus und vermehrte die heiligen Gefäße" (1 Macc.14, 4—15.). So wurde nicht nur das Hohepriesterthum, sondern späterauch die förmliche KönigSwürdc in dem Geschlcchte der Hasmonäer erblich.SimonS Nachfolger, Johannes Hyrkanus (135), erweiterte dieMachtder Juden, so daß endlich das Königreich der Hasmonäer entstand, welches,die Zeiten Davids und SalomonS ausgenommen, größer ward als dasReich jemals gewesen. „So erhielt sich unter allen Veränderungen dasVolk Gottes aufrecht, sagt Bossuet; bald wurde es gezüchtigt, und baldin seinem Elende wieder aufgerichtet. Gott begegnete demselben, wie seineVerdienste waren, so daß dieses Volk der sprechendste und herrlichste Beweisvon der Vorsehung Gottes ist, welche die Welt regiert." Denn auch dasfür Gottes heiliges Gesetz so eifrige und gesegnete Geschlecht der Hasmonäerblieb nur so lange glücklich, als es den betretenen Pfad der Gottesfurchtnicht verließ.
Bedenklich schon wurde die Lage des Joh. Hyrkanus, als er bei demzwischen den Pharisäern und Sadducäern entstandenen Kampfe sichendlich der verderblichen Richtung der letzteren anzunehmcn schien (s-106).Und unter seinem ältesten Sohne Aristobul !., der ihm folgte und sichauch König nannte, entbrannten noch Familienzwistigkeiten; seine Mutter ließer emkerkern und verhungern, seinen Bruder ermordete er. Das führte unterdem Nachfolger Jannäus (105—78), der auch em Brudermörder und demVolke verhaßt war, einen langwierigen blutigen Bürgerkrieg herbei. Nachseinem Tode regierte seine WittweAlerandraSalome v. 78—70, bis derjüngere Sohn Aristobul II. dem ältern Hyrkan die Regierung streitigmachte. Die sich befehdenden Parteien der Pharisäer und Sadducäer mach-ten den Kampf noch hartnäckiger und verderblicher. Die jüdisch-griechische