Druckschrift 
Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

»

62 Dic alte Welt, Vorhalle ;. Gesch. k. Cbristentb.

bencn Israelito» und bildeten später das non den Juden für unrein gehalteneund darum so verbüßte s a m aritan i s che Volk.

Da daS Reich Juda durcb oieses Unglück nicht belehrt wurde, und we-der in dem Bunde bebarrte, welchen König I o s > a bei Veranlassung derAuffindung dev mosaischen Gesetzbuches im Tempel mit den Aeltesten unkdem ganzen Volke vor dem Herrn geschlossen hatte: Iedovah nackzuwan-deln, seine Gebote, Zeugnisse und Reckte von ganzem Herzen »nd von gan-zer Seele zu kalten sll. Kön. 22 , 8 . 2 - 2 , l ff.), noch auf dic Stimme derPropheten H a b a k u k, Ierc m ia und Zephanja börte: so siel es gleich-falls 588 durch Nebukadnezar von Babylon. Die Hauptstadt und der präch-tige Tempel wurden zerstört, ein großer Tbeil des indischen Volks in Fein-desland abgeführt. Ieremia tröstete die Zurückgebliebenen, Ezechieldie Abgefiibrtem

Die babylonische Verbannung war die härteste Züchtigung des jüdischenVolks, die letzte große Glaubenüprobe der Nation, und blieb auch langeZeit stehender Ausdruck des herbsten Elends.An den Flüssen Babylonssaßen sie und weinten, wenn sie zurück an Sion dachten; die Harfen hingensie an die Weiden, unvermögend in fremden Landen Iebovah bieder anznftimmen (Ps. 127, l ff.)." So wuchs dic Sehnsucht nach einem dem Gesetze desHerrn gemäßen beben, und mächtiger trat die Hoffnung nach dem erw a r te ten Er rctter hervor. Nirgends aber ist diese Sehnsucht und die Zu-versicht ans den künftigen Erlöser herrlicher und inniger ausgesprochen, alsin den Propheten jener Zeit. In ihren Weissagungen, wie in einer Reibe derletzigen und früher» Psalmen sind alle Töne des Schmerzes und des Trostes,so wie in anderen Psalmen die Urbilder des freudigen Bewußtseins von Gott,seiner Machtund Gcreckt > gkcit in einer Innigkeit, Einfackheit unkMajestät ausgeprägt, die von keinem Volke der Welt und in keiner Litteraturerreicht worden sind. Wohl merkt man, daß diese Gesänge Gott selbsteingegeben hat, und daß es außer dem Volke Gottes kein Volk mehr gibt,bei dem die Poesie von einer wahrhaft göttlichen Begeisterung herrühre.Sonnenklar zeigt sich dies besonders in de» Weissagungen vom Mesliaö, den die Propheten schauten; je näher seine irdische Erscheinung ber-anrücklc, desto bestimmter sprachen sie über die Zeit, den Ort seines Auftre-tens, sein Stint, seine Lebensumstände, bezeichnetcn sogar seine Vorläufer.

Aber auch das übermüthigc und sich unübcrw ndlich dünkcude Babylo n,dem die Propheten so oft den Untergang gedroht batten ( Ies. <-. 12 u. l).21, < - 11 . o. 47 u. 48-), wurde durch König CyruS, ein Werkzeuginder Hand Gottes, eck Raub der Belagerer: der Hammer der ganzen Weltwurde zerbrochen und zersckmettcrt. Daniel batte dem übermntbigen, fre-velnden Könige Belschazar Gottes nabe Strafgerichte gedeutet »nd verkündetsDan. 5.). Die von Ieremia vorhergesagte lttsäkrigc Dauer der Gefan-genschaft tIcrem. 25, 12; 21 ), 1 t>.) war ihrem Ende nake gekommen: Cv-rus gestattete den Juden die Rückkehr anö de m babv < o n i s ch en Er i l(526. vgl. Esra l, l ff.). Aber nur die eifrigsten benutzten dieseErlaubniß,kebrtc» in wiederholten Zügen nach Palästina zurück, und ließen sich betonderS im Gebiete von Judäa nieder. Voll Reue über ihre Vergebungen unkdie darauf erfolgte notbwcndige Züchtigung, erstaunt diese schon von MoseSvorher verkündet zu lesen l Nehem. 1 , 8 . 9.) und beglückt, die WeissagungdeS Ieremia buchstäblich erfüllt zu sehen, beteten sie die Gerichte GotteS an.

Gehoben von der Erinnerung ihrer Vorväter, nach langer Entbehrung