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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 25. DK Ätetigion dcr berühmten orientalischen Völker. 47

Tagzcitcn, an welchem das Gebet ganz besonders geübt werden soll, werdenauch wahrend des in 12 S vn n enMonaten verlaufenden Jahres fünfHauptfestc gefeiert. Die Sittenlchre scharst ebenfalls fünf Gebote ein( Erfüllung des Gesetzes Ormuzd's, Anlegung von Städten und Dörfern,Landban, Viehzucht, besonders Vermehrung der Hausthicrch, denen fünfentsprechende Verbote gegenüberstehcn.

Die besseren Elemente dieser Religion wurden zur Zeit, als am HofeZierres l. große Sittenlosigkeit herrschte, die sich von hier aus unter dasVolk verbreitete, durch vielgestalteten Aberglauben verdrängt. Dazu kamnoch, daß durch Alexanders Siege das Griecheuthum mit seiner Verachtunggegen alles Barbarische cindrang. Zwar wurde Zoroasters Glaubcnsge-bäudc unter den Arsaeidcn noch einmal Staatsreligion; aber durch die Un-wissenheit und durch die Entartung seiner Priester wie seiner Bekenner zerfielcs bis zur rohesten Abgötterei. Schauervoll sind die Nachrichten von derSittenlosigkeit, die bei diesem Verfall des Religiösen selbst am Hofe derArsaeiden überhand nahm.

i V. Zeigte sich schon in dcr Religion dcr Inder ein Versinken des Geistesin die Materie, so finden wir cs noch weit entschiedener in Vorderasi enbei den Chaldäern, Phönicicr » und Syrer ». Das Identische dieserEultc war dcr Dienst dcr Sonne, dcr Erde und des Mondes, wel-cher vorher schon im persischen Mithras keimte. Am meisten aber haben die-sen Sterndicnst (S a b ä i s m u s Jercm. 8, 2.) dieChald ä e r ausgebildet ). DieErde, das weiblich empfangende Princp, kommt als Mylitta,s'ilith, Derketo, Zlstaroth, Brimo in ganz Klcinasicn und alsAliath auch bei den Arabern vor. Das befruchtende männliche Princip,die Sonne, erscheint überall als dcr Herr, Adon i. Die Beziehung beideraufeinander, die Einhci t d er G c s ch l c ch t e r als Gattung, ward imMythus vom Tode des Adoni durch den winterlichen Eber und von seinerWiederbelebung durch die zweideutige Jungfrau (Aphrodite, Artemis, Hekaten. s. w.) vorgestcllt. So läuft in dieser materialistischen Religion Alles,sogar die Entstehung der Welt auf Geschlechtliches hinaus; daher auch diewilde Begeisterung bei den ausschweifenden Festgcbräuchen, die wollüstigeZügellosigkeit in dem ganz obscönen Cultus. Man darf hier nur Hinweise»auf die Verehrung des Phallus, die Ccrcmonien des Priapismus, den Dienstdcr Mylitta, Göttin dcr Wollust u. A., so wie noch an die bei der Verehr-ung dcr wilden Naiurkraft üblichen grausamen und blutigen Opfer von Men-schen, namentlich von Kindern, wie diese bei dcr religiösen Verehrung desDago n, dcr Derketo, des Bi o l v ch (Baal) und der Astarte, desB e l und der M ylit t a, verkamen. Kam hiezu noch, daß die Phönizierübcrdieß den schmachvollen Handel mit Selavcn und Selavinnen trieben, soist es erklärlich, daß sie im Altcrthumc als Abschaum dcr Menschheit ver-abscheut wurde»

_ V- Acg yptcu ') weist ebenso sehr nach dem Morgenlaudc zurück, als

1 l Ucb. d. Sterndicnst vgl. tko. ilo not. I-sor. II. 21. /.aotant. iimt,'tritt. ll.5 n 10 sg. Klenkcr, üb. d Ursprung des ZabäiSmuS nach Anleitung dermosaisch Nachrichten. lZend-Avcsta ini Kleinen. S. 3 ff. >

2 (Movers, Untersuchungen nb. d. Relig. d. Phönieier mit Rücksicht aufdie verwandt. Cnlte der (sartbagcr, Lvrer, Babylonier, Assnrer, der Hebräer n.d Aegypter. 1. Bd. Bonn 840 (gfrörer, Bd. !I. S. 263327. Döllingcr,Heidcnthnm S. 301 -404. 3 Gfrörer, Bd. 1!. S. 140262 Döllin-gcr, Hcidcnth. S. 406455.