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Dic alte Welt, Ltorhallc z. Gesch. d. Christenth.
noch mit anderen orientalischen Völker» eine Religion verbunden. Zoroa-st e r gab wie ihrer Religion so ihre»! Staate eine bestimmtere Grundlageund Ausbildung. Dic heil. Schriften des alten Zcndvolkcs waren nach derErzählung der Priester in 2l großen Abschnitten zusammcngestellt und hießenA vesta, d. h. göttliches, lebendiges Wort °). Erhalten ist nur der 21. Ab-schnitt dieser Sammlung, Bendidad, welcher das allgemeine religiöseund politische Gesetzbuch bildete. Der Vortrag ist in dialogischer Form, undZoroastcr empfängt den Unterricht unmittelbar von O r m u z d. Dic ZeitZorvasterS ist schwer zu bestimmen, (wahrscheinlich im 6. Jahrh. v. Ehr.).Daß er mit den Lehren der Israeliten bekannt gewesen, dürfte mehr alswahrscheinlich sein. Das innere Vcrhältniß der persischen Religion zur indi-schen besteht in der systematischen Durchführung der Prineipien. Sic stelltezwar den Begriff Eines Gottes mit allen göttlichen Eigenschaften inOrinnzd auf. Dieser wurde als der allwissende und allmächtige Schöpferund Beherrscher der Welt nicht in irdischen Tempeln und Götzentempeln ),sondern als der heilige Gott im reinen Lichte und Feuer symbolisch verehrt.Ihm gegenüber steht der abgesallcne b ö s e G e i st A h r i in a n, derüber das Reich der Finsterniß berrscht und alles Böse verbreitet, doch nichtallwissend ist, sondern nur ein „Nach-Wisscn" besitzt. De» Thron desOrinnzd umgeben 7 A m schas p a n d s ( Fürsten des Lichts ), denen dieIzcd s, die guten Genie», untergeordnet sind. In gleicher Weise umgebe»Ahriman 7 Fürsten, die bösen De Ws, unter denen abermals eine großeAnzahl niederer Dewö stehen. Beide Reiche befehden einander fortwährend,und auch dic ganze Welt des Geistes ist dualistisch geschieden; doch soll Ormnzd einst den Sieg behaupten und alles Böse vertilgt werden. Um de»Gegensatz aber auch von Seiten Gottes aufzuhcbcn, entwickelte der Persereine Idee und stellte sie in Mith ra s (vergötterte persvnisicirtc Sonne)und Sosiosch oder Serosch dar. Der elftere tritt sowohl zwischen Or-inuzd mid Ahriman, als auch zwischen Gottheit und Menschheit als Mittler,und zwar in der Bedeutung eines leidenden und triumphircndcn Gottes auf.Doch erst durch Sosivsch, den SicgeShclden, sollen alle Anschläge der bösenGeister vernichtet, der Tod überwunden und die Welt gerichtet werden.Durch Ormnzd wird er die Todtcn aufcrwecken, und sie werden auch demausc r st andene n L cibena ch U u st crbl i ch keil erlangen. Für sedcneinzelnen Menschen gibt es ein Gericht: die reinen Seelen gelangen ins Pa-r adie s, die lasterhaften in die Hölle. Dabei ist der zorvastrischen Lehreviel Astrologische s, Verehrung der Gestirne und der Naturkräfte bei-gcmischt; ja ihre eigentliche Grundlage ist astrologisch. Darum konnten dicGriechen später von den Persern als Polytheisten sprechen, die sich nur da-durch von ihnen unterscheiden, daß sie statt vergötterter Menschen Sterne,Elemente, namentlich das Feuc r anbetetcn.
Für die Fortlcitung der Lehre und die Ausübung der in Opfern, Gebe-ten und Rcinigungsgebränchen bestehenden Eultus gibt cS eine dreifachgegliederte Priesterkäste (Magier): Lernende (Herbeds), Meister(Möbels), vollendete Meister (Dcstnr MobedS). Entsprechend den fünf
>i Klcnker, Zend-Avcsta, dcnisch. Riga 77b, Derselbe, Anhang zumZend-Avesta, Riga 78l—83. Derselbe, Zcnd-Avesta im Kleinen Riga 789.Avefta, dic heil. Schriften der Parsen überfein v.Spiegel, Leipz 852—5!,b 2 Bde.Frei b. Kircbenlcr. Ad. VUI.S. 153-160, ^Döllinffer, Heidenlh S.35I-300.
2) Vgl, 77crmt, lüMoe. t, l3l n. 132.