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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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Dic alte Welt, Vorhalt z. Gesch. d. Christenth.

erkennt und verehrt als höchste Gottheit den Himmel (Tien), dem selbstder Kaiser opfert; neben ihm acht untergeordnete Götter, die Schntzgötterder von Fo-hi ausgestellten Grundclcmente: des Aethcrs, des reinen Wassers,des reinen Feuers, des Donners, des Windes, des gemeinen Wassers, derBerge und der Erde. Dic Anhänger Bnddha'S, welche den größten Thcildes Volkes ausmachen, verehren ihn selbst als zweite Hauptgotthcit, wienoch entschiedene Buddhistische Intelligenzen als Götter, dic in besondernRäumen herrschen oder besondern Geschäften vorstehcn. Sie erscheinen denMensche» in verschiedenen Gestalten als Stellvertreter Bnddha'S,wodurch der sonst so geistige Buddhaismus sich dem Fetischmus näherte.

Alle diese verschiedenen Götter werden von den zahlreichen Sekten mitOpfern, Festen n. a. Ceremonien verehrt. Die höhern Stände erweisen auchdem Cong f» -tse durch Opfer göttliche Verehrung; alle Chinesen verehrenaber ihre Voreltern bis auf die sechste Generation rückwärts. Ihr Todestagwird mit einem Mahle gefeiert, wozu der Geist der Verstorbenen förmlichcingeladen und ihm Speisen geopfert werden. Neben diesem Glauben andie Unsterblichkeit der Seele glauben einige Sekten auch noch aneinen besonder» Ört des Himmels und der Hölle; aus letzterem gebe cseine Erlösung durch die Genngthuung der überlebenden Verwandten. AlsRichter nach dem Tode erkennen einige den Himmel, andere den Buddhaoder Phat, wie die Conchinchincsen und Tunkincscu denselben nennen.

I i. Ucbcr Indien') haben wir zwar umfassendere Nachrichten, erman-geln aber wie über die Verfassung, so anch über die Entwickelung der Reli-gion sicherer chronologischer Anhaltspunkte. Doch dürfte nunmehr fest stehen,daß der ans den viclgöttcrischen Naturdienst der Vedas folgendeBrah mal Sinns älter ist als das System des Buddha, wenn manauch über dic Einführung des letzteren (zw. 1000 od. 500 v. Ehr.) schwankt.Dabei sind dic Systeme des Brahmaismnö und des BuddhaiSmns so vielfachmiteinander verschmolzen, daß cs schwer wird, dic Elemente beider be-stimmt zu sondern. Das merkwürdigste Documcnt indischer Bildung, dasSanskrit, dic heilige, setzt ausgcstorbencSprache der Indier, die zu jedemGebrauche der Bildung geschickt, und namentlich zur philosophischen Aus-druckswcisc geeignet ist, finden wir in den Veda's (Wissen, jedes Geoffen-barte, heil. Bücher), den vier ältesten Sammlungen von Rcligionsurknndcn,dic nach Aussage der Inder in einer hohen Urzeit von den Lippen der Gott-heit geflossen sind, und auf welche sich Religion, Gesetze und Litteratur grün-den. Die Hanptguellc rcchtli ch er Bestimmungen wurden die Gesetze M a -nu's, d. h. des ersten Menschen, der sinnig als ein Enkel des Brahma be-zeichnet wird. Beide, die Veda's- und Manu'sgesctzc, sind als die ältereGestaltung indischer Bildung zu betrachten, an welche sich dann dic spätereEntwickelung der brah m inischcn Thcolog ic anschloß.

Dic ursprüngliche Religio» der Inder war einfache Naturreli-givn, so daß man darin selbst Ueberreste des Thierdienstes in derHci-lighaltnng der Kuh und des Ochsen findet. Daher nennen auch dic Vedasals die drei Götter ersten Ranges : Indra, den Gott des Lichtkreises, des

l l Fr. v. Schlegel, üb. die Sprache n. Welsh, der Inder. Hdlb. 808.P. v. Bohlen, d. alte Indien m. bcsoiw. Rncks. auf Aegppi. KönigSb. 830. 2Bde. W indisch man» a. a. O. I. Th. Abth. 2. 3. n. 4. Bonn 83234.Lassen, ind. Altcrthnmsknnde, Bonn 847852. 2 Bde. v. Drep, Bd. ll. S.108 ff. Gfrörcr, Bd. I. S. 1442lO.