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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 25. Die Religion der berühmten orientalischen Völker. 41

§. 25. Die Religion der berühmten orientalischen Völker.s-* *Windisch mann, Geschichte d. Philosophie im Fortg. d. Wcltgesch. Stau-dcnmaicr a. a. O. S. 249271. v. Drcp, Apologetik. Bd. II. S.96 ff. Gfrörcr, Urgesch. d. mcnschl. Gcsch. Bd. 1. u. 2.

In der Religion dieser Völker haben sich noch viele Reste der Uroffen-barung erhalten; berichten ja auch die Vedas der Inder und der Zenda-vestar der Perser wie der Pentateuch von göttlicher Belehrung des erstenMenschen. Dennoch ist sie von der ursprünglichen Wahrheit entfremdetund vielfach entstellt, und hat meistens eine astrologische Grundlage. Durchganz Hinterasien zieht sich der Pantheismus, durch Vorderasien derDualis m u ö. Doch gestaltete sich auch die letztere Form zum Pantheis-mus, weil ihr der Begriff der Schöpfung fehlt, und diese durch Ema-nation ersetzt wird.

I. Die Religion der Chinesen'), derBewohner des Himmels" oderdesVolkes der Mitte" ist ein System naturphilosophischer Ideen in der Formvon Religionslchren, und wird verschiedenen Stiftern zugeschrieben. Derälteste derselben F o -hi soll 3370 v. Ehr. geboren sein. Nach ihm verkün-dete im 6. Jahrh. v. Ehr. der Philosoph L aot-se nicht ohne Anklänge anindische Doctrinen die Lehre von Tao, der höchsten Vernunft; wogegen seinwiderstrebender Zeitgenosse C ong-fu-tse, der berühmte Sittenlehrer, diechinesische Staatsreligion durch eine Art Beamtcnphilosophie vollendete, in-dem er seine Moral an die gefeierten Namen der Kaiser Jao und S chnuknüpfte. Doch entstanden zu Ende des 4. Jahrh. v. Ehr. unter einem zweitenSittenlehrcr Mcng-tse weitere religiöse Spaltungen, welche der indischenLehre Buddha's um 65 v. Ehr. den Eingang in China unter dem NamenReligion des F o erleichterte, in deren Gefolge hier zuerst eitle GötzenbilderAufnahme fanden.

Als Urgrund alles Seins nahmen die Chinesen in der frühesten Zeit dieunendliche Leere und die Ewigkeit an, aus welchen alle Dinge ver-mittelst der Vermischung der Elemente entstehen, aber durch Auflösung indieselben wieder zurückkehrcn. Für die Vorstellung von einem unkörperlichenWesen göttlicher Art haben die Chinesen weder ein Wort noch Zeichen, son-dern gebrauchen dafür Tien (Himmel) und Tao die höchste, in den dreiMächten des gestirnten Himmels, inderErde und im Menschen sichmanifcstirende Vernunft*). Persönlich erscheinen beide erst im Kaiser,denn die Monarchie ist das Abbild des Himmels und der ewigen Vernunft.

Indem Cong-fn-tse dieser unpraktischen Philosophie eine Beziehung zummenschlichen Leben und dessen Formen gab, entstand die chinesische Uti-litätö moral, welche neben viel Aenßerlichem schöne Anregung zu kindli-cher Liebe und Ergebenheit enthält ). Ein religiöses Moment erhielt sie erstdurch den Buddhaismus, worüber unten.

Neben dieser esoterischen Lehre des Buddhaismus in seiner Ver-mischung mit der Naturphilosophie der ältern chinesischen Weisen bildete sicheine eroterischeVolksreligion von polytheistischem Character. Sie

N Windischinann a. a. O. I. Th. Abth. 1. ffH. I. Schmitt, Ur-offenb. ob. d. großen Lehren des Christcmh. nachgcwies. in d. Sagen u. Urkk. d.ältest. Volk., vorzügl. in d. kanon. Büch. d. Chincs. LandSH. 834. v. Drcp,Bd. II. S. 96-108. Gfrörer, Bd. I. S. 21 l-287.

*) Diese Trinitätsidec ist in der Lehre des Laot-se noch bestimmter ent-wickelt; vgl. Sepp, das Heidcnthum Bd. I. S. 79.

2) Stolberg, Gcsch. d. Rel. Jesu Chr. Th. II. Beil. 4.