§. 24. Orientirnng über das Hcidenthum.
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sinnlichen Kunst oder.der Vergötterung des Staates sainmt den verschiedenenFormen desEmanat i 6 m n s, P an t hcis mns, Dualis m n s, F atalis-inns und Material ismus je nach der Verschiedenheit der Bildung, desOrtes und der Zeit. Da das Göttliche nicht über die Natur erhaben gedachtwurde, ging anch die Idee der Geistigkeit und Heiligkeit Gottes ver-loren, so wie ihm dann auch die Freiheit abgebrochen werden mußte.Die Götter sind der allbcherrschenden Nvthwcndigkeit des Allsliitum) unterworfen. Doch suchten sich die verschiedenen N atur r e> i g i o-n en stufenweise aus dem Versenktscin in die Natur zu befreien, und hiebeigab sich besonders das Bestreben kund, die Gottheit in die menschliche Ge-stalt,zu verlegen. Aber erst bei de» Grieche» treten die Götter dauerndund bestimmt in der Gestalt eines Menschen, d. i. eines individuellen,selbstbewußten, freien, persönlichen Geistes hervor.
Ebenso verkehrt wie sich das Heidcnthnm die Gottheit dachte, faßte es auchden Ni c n sch c n auf. Da die Gottheit nicht wesentlich als Geist aufgefafitwurde, so konnte sic auch nur äußerlich verehrt werden. Von einer geistigenAufopferung seiner selbst und einer rücksichtslosen Hingabe des eigenen Wil-lens an den göttlichen und der Darbringung eines reinen Herzens wußte dasgemeine Heidcnthnm nichts; cs brachte nur Opfer zur Versöhnung der er-zürnten Götter und um sich dieselben in Zukunft geneigt zu erhalten, oderihnen mit Jubel und Dank empfangene Wohlthaten zu vergelten. Ebensowenig bot das Heidcnthnm ethische Motive des Handelns dar, weil näm-lich Gott nicht als heilig und frei gedacht wurde. Darum finden wir auchkeine Züge von Heiligkeit und Demuth im christlichen Sinne; für den letz-teren Begriff fehlte den Heiden sogar das Wort. Die Heiligkeit fand sowenig Anklang, daß selbst in den öffentlichen Cnltcn, wie des Bel in Ba-bylon und der Aphrodite auf Cyprus und zn Korinth, die größte Unsitt-lichkeit geübt wurde, nachdem sogar die Wollust zur Göttin personificirtworden, der tausende von Pricsterinnen geweiht waren, die als gottesdienst-liche Handlung sich Jeglichem Preisgaben. Da der endliche Staat als dasHauptziel galt, so konnten darum höchstens in manchen Zeiten groß e Bür-gertugenden angeregt werden. Weil das Heidcnthnm den Menschen auchmeist nur der endlichen Natur zuführte, so vermochte dieser selten seineewige Bestimmung zu erfassen, und vergaß fast ganz seine U u st er b li ch-keit. Und hieraus erklärt sich anch das Schrcckbild des unendlichenGrauens vor de mTodc ) und die allgemeine Trostlosigkeit der Heiden.In den verschiedensten Variationen begegnen wir immer wieder der düstcrnKlage Homers Z:
„Denn nichts Anderes wohl ist jammervoller auf Erden„Als der Mensch, von Allem, was Leben haucht und sich reget."
Mit dieser Verkennung der ewigen Bestimmung und der Un-sterblichkeit der menschlichen Natur hing endlich die im Heidcnthumallgemein gebilligte S kl a v er ei, die grausame Behandlung der Sklaven
1) (Io mortis clomimrtu iuVotoros. Unnuci835. — 2) Lonmrr
Ilias XVII. 446 u. 47. Achnlich Dcmocrit: „Das ganze Leben des Dünsche» istnur Siechthnm" u. SaMoclo? XntiKouo vors. 1011. „DaS allgemeine Loosdes Menschen ist zn sündigen." Daneben der allgemein anerkannte und häufigausgesprochene Satz: Nicht geboren werden ist das Beste, so bald alsmöglich sterben das nächste Gilt. Daot. instit. rox. ein. III, 18. 19.et.,-. .Inliam IV, 15. Döllingcr, Hcidcnth. S. 266 ff.