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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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22 Einleitung. 4. Capitel. Bearbeitungen d. christl. Kirchcngeschichte.

vielfache Bewegungen hervorgebracht und mancherlei Schicksale erfahren hatte.Doch veränlaßte schon frühzeitig ein Drang des religiösen Gemüthes die Aus-zeichnung des L eb ens I esu C hr i st st des göttlichen Stifters der Kirche, inden 4 E v ang eli c». Einem ähnlichen Motive verdanken wir die Apostel-geschichte des h. LukaS. In derselben haben wir die Grundlinien einer KG.,insofern hier mit treuen Zügen die ersten christlichen Gemeinden, ihre Verfas-sung, ihregottesdienstlichcnVersammlungen beschrieben, und auch ihre weitereVerbreitung unter mannigfachen Schicksalen ausgezeichnet sind. Dem Zieleeiner vollständigen KG. näherte sich schon mehr der Judcnchrist Heg esippus,der nach Eusebius unter Hadrian (117138), nach Hieronymus unter MarcAurel (161180) gelebt haben soll'). Er verfaßte D e n k w ü r d i g k e i t e n')der christlichen Kirche. Aber auch diese waren noch unvollständig, so daßEusebius in der Vorrede seiner eigenen KG. sagt: er sei der erste, welcheres unternahm eine Kirchengeschichtc zu schreiben. In ihm nun verehren wirdaher mit Recht den Vater der KG. Er war Bischof v. Cäsarea und zugleicheiner der einflußreichsten Männer seiner Zeit. Auf der Grundlage seines be-reits ausgearbeitcten Chronikons ) verfaßte er seine KG. in 10 Büchern,die bis zum Jahre 324 reicht. Durch die Gunst Constantins d. Gr. erhielt erZutritt zu den Staatsarchiven, aus denen er alles mit Fleiß und Treue sam-melte, daher wir bei ihm einen Schatz von Notizen und Aufschlüssen über alleZweige des kirchlichen Lebens finden ; nur ist zu bedauern, daß Eusebius nichtdurchgängig die nothwcndigcKritik angewcndethat"), und daß auch seine Bio-graphie C o n stantin s d. Gr. theilweise zu sehr Panegyricus ist. EinenFort-sctzer erhielt Eusebius in der Mitte des 5. Jahrhdt. inSokrates, Sachwalters8eI>oIu8t,mi8) in Et. Sein Werk in 7 Büchern (306439) ist mit Fleiß,Genauigkeit und milder Gesinnung geschrieben. Eine zweite Fortsetzung desEusebius in 9 Büchern v. 324423 unternahm vor 446 HermiasSozomenus, ebenfalls Sachwalter zu Et. Er schrieb mehr gekünstelt undweniger fließend als Sokrates, auch ist er schärfer in seiner Beurtheilung,ohne jedoch immer zuverlässig zu sei». Eine Vergleichung beider zeigt, daßsie unabhängig von einander die KG. jener Zeit schrieben. Non T H eod o r et,B. v. Cyrns in Syrien (f 45758), wurde oft behauptet, er habe denSokrates und Sozomcnus ergänzen wollen; davon sagt er aber nichts, viel-

1) b. o. IV, 8. 7/»ero«z,r». ,lo vwls illuslr. «. 1 l u. 12.

21 Der vollu. Titel vermuthlich: in 5

Büch. Nur Fragin. bei In e. II, 23. III, 16. 19 n. 20. IV,'8. 22. Bei

«ml. 232. <t'. 893. Znsammcnges. u. eomnieniirt in Lmtt/r, religuiaeraurae. V. I. p. 187 8g. Inbl.l'b'.ll'am. II. zn VII. u. zn 59. ,3'c/lM-

IleKösipnns princeps au«t»r rerum «lir. 33ir. 832.

3) L'u-eb. «brun, ans 2 Büch, bestehend, wovon das erste wahrscheinlich den

Titel führte ist eine kurze Gesch. v. Ans. d. Welt b. 324, deren

Hauptzweck Bestimmung der Zeit ist. Der gricch. Tcrt ist verloren; eine,ganz freie bis 382 fortgeführtc lat. Uebcrsetzung v. Hieronymus, n. seit 1787 dievom gelehrten armen. Mönche Auchcr zu Ct. anfgcfundcnc vollst. armen. Ueber-setz. Bgl. 7: ,7. tbesaur. tempar I'Iiiseb. e. Iliernnzm. lat. interprs-

tutioue ot suisanima-.Iver^. IniAcl. Hatav. 606. ^4m8t 658. lat. vx eock. armen. «6,1.

tlcka/rr« et «/. Lloilivlrw. 818.4. linterpolirt!) t-brouicou b,spartet««»

armen, etlatine eck.T L. ^«ester. Von. 818. 2 Val. 4. s.Hcfelc(Tüb.Q.Schr.845. H. 2.)

4) L/üI/er, 6e stcle blusein Uatii. 813. /nestn«»', cka bluseln auetoritate«t licke cliglonn 6osit. 817. N.'cns'tra, cla Ivutib. blnssb. ete. Nraj. RIr.833.TIaur, eoniparatnr bluseln In e. parens «um parente Iriswriar. Herockow Tu In834. 4.