§. 14. Griechische Kircheuhistoriker.
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chengeschichte nicht eine bloße Hilfswissenschaft für die Dogmatik oder eineandere theologische Diseiplin, sondern eine selbstständige Wissenschaft, dasFundament aller übrigen theologischen Disciplinen sei. Darum behaupteteder berühmte Dominicaner Melch ior Canus mit Recht: daßeinderKG.Unkundiger den Namen eines Theologen nicht verdieneAuch der Profanhistoriker, der Jurist und Staatsmann, der Litterärhi-storiker und Philosoph werden der KG. nicht entbehren können. Dem Pro-fanhistoriker erleichtert sie das Berständniß besonders in jenen Partien,wo die Kirche in das Staatsleben der Völker bedeutungsvoll eingriff. DemRechtsgelehrten und Sta atsm ann zeigt sie, daß unzählige Gesetzeund Beschlüsse erst vom Ehristenthume ausgingeu, und wie endlich das ganzeStaatslcben vom christlichen Geiste durchdrungen wurde. Dem Litterär-historiker führt sievor, daß seit Gründung der Kirche alle großartigen litte-rärischen Erzeugnisse vom christl. Geiste ausgingen. Den Philosophenlehrt sie, welch wohlthätigen Umschwung die Philosophie durch das Christcn-thum erfahren habe; macht ihn mit den großen christlichen Denkern bekannt, denphilosophischen Kirchenvätern der alten Zeit und den großen Scholastikern desMA., und führt zugleich die Verhältnisse vor, unter denen jene christl. Denkersich bildeten und lebten. Und in der That scheint man dieses auch gegenwärtigimmermehr zu fühlen; bereits beginnen sich die weißagenden Worte Kö t h e' Szu erfüllen: „Es ist künftigen Zeiten Vorbehalten, auf Akad emien beson-ders, das rechte Vcrhältniß der Kirchenhistorie zudem gesammten Umfange derErkenntniß und der Wissenschaft festzustellen, und man wird aufhören, sie aufEineFacnltät zu beschränken, wenn man ihr Wesen erkannt haben wird.Jetzt aber beklagen wir es mit Recht, daß selbst die, denen sie das Berständnißlösen kann, dieThevloge n, deren Wissenschaft ohne sie überhaupt nicht ist,sie verkennen, und bloß ans einer empirischen Nothwendigkeit so viel von ihrfassen wollen, als sich eben mit lauer Liebe und halbem Eifer erkennen undgewinnen läßt." Ist ja in der neuesten Zeit der kirchenhistorische Stoff vielfachfür höhere- und Volksschulen bearbeitet worden, unter Katholiken von Bar-thel, Haas, Robitsch, Siemers, Engeln; am meisten gelungenund selbstständig von Feßler in Wien
Viertes C n p i t e l.
Bearbeitungen der christlichen .Kircheugeschichte.
0. b'aMta»'/ inlrc»ilus!>c> in lügt. seel sw vgl. oben S. 1. Baue, dieEpochen d. kirchl. Geschichtsschreibung. Tüb. 822. ch*Hesele in: Freib.Kirchenlerikon Bd. VI. S. <34-158.
In der Angabe der Kirchenhistoriker können wir auch die obige Eintheilungin drei Zeiträume beibehalten, da die Geschichtsschreibung zum Theil mit derEntwickelung des ganzen kirchlichen Lebens zusammenhängt.
l Zeitran in.
Kir ch e n h ist v r ike r unter den Griechen und Römern biszu Ende des 7ten Jahrhunderts.
§. 14. Griechische Kirchenhistorikcr.
Eine eigentliche Geschichte der christlichen Kirche konnte natürlich erst dannverfaßt werden, nachdem die Kirche Christi in weiteren Kreisen verbreitet war,
1) Imsi lüsalotz'. iil>. II. e. 11.
2) Köthe a. a. O. Seite 48. — 3) Feßler, Gesch. d. Kirche Ehr., Reli-gionslehrb. für Obcrgpmnasicn. Wien 857.