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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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lv Einleitung. 2. Capitel. Uebcr die Form u. die Methode d. Wissenschaft.

§. 6. Methode des g eschichtl ich en Vo rtragc 6 n ach Zeitab th eil u n gen.

Das Unbequeme und Unpassende der früheren Geschichtsdarstellungen nachJahren, Jahrhunderten, oder nach der Regierungszcit einzelner Regentenist jetzt allgemein anerkannt; man hat sich daher für die passendere Markirungin Perioden entschieden. Ist es ja unzweifelhaft, daß gewisse Periodenihren eigenthümlichen Charakter haben, wonach sie sich in allen oder mehrerenBeziehungen des entwickelten Lebens von der früheren oder späteren Zeit be-stimmt unterscheiden. Diese Abtheilung in Perioden ist demnach eine Charak-ter isirung d er Z eiten, ein treues Wiedergeben der Verschiedenheit derLcbensentwickelung in der Kirche, und stört keineswegs die Continuität des ge-schichtlichen Verlauses; denn erscheintnicht jede Periode als die Gesammtwir-kung der vorhergehendcn,alsBedingungdernachfolgenden,und zuletzt dasGanzeals das Gesammtcrgebniß der Entwickelungsstusen aller früheren Perioden?

Solche Wendepunkte entstehen, wenn das Object, welches die Geschichtebeschreibt, in andere Verhältnisse Antritt, wodurch seine Erscheinung und seineArt zu wirken verschieden werden. Sind diese Beziehungen und Verhält-nisse, in welche die Kirche Antritt, auf eine durchgreifende Weise umgestaltet,so entsteht ein neuer Zeitraum; wogegen man eine Periode zu setzenpflegt, wenn die Kirche in minder bedeutende Veränderungen und Verhält-nisse Antritt. Diese Perioden werden dann innerhalb des Zeitraumes paffendangewandt.

DaS ganze Gebiet der KG. wird man nach genauer Erwägung und Be-achtung der verschiedenen Wirkungsweisen des Reiches Gottes in folgendedrei Zeiträume zerlegen:

I. Zeitraum. Die Wirksamkeit der christlichen Kirche unter den Völkern

griechisch-römischer Bildung und Herrschaft bis gegen dasEnde des 7ten Jahrhunderts.

II. Zeitraum. Das Zusammentreffen der christlichen Kirche auch mit ger-

manischen und slavischen Völkern, und ihre vvrherr-schende Wirksamkeit unter ihnen, in ihrer eigenthüm-lichen engen Verbindung mildem Staate bis zum 16.Jahrhundert.

HI. Zeitraum. Die christliche Kirche seit der Auflösung ihrer engen Ver-bindung mit dem Staate und der gewaltsamen Glaubens-trennung im Occidente durch Luther bis auf unsere Zeit.Innerhalb dieser Zeiträume werden wir dann folgende Perioden undinnerhalb der letzter» noch kürzere Zeitabschnitte setzen.

Im I. Zeiträume:

Erste Periode. Von der Gründung der christlichen Kirche bis auf KaiserCvnstantin d. Gr. und sein Edict zu Mailand (313),in zwei Abtheilungen.

I. Zeitabschnitt: Gründung und Leitung der christlichenKirche durch Christus und die Apostel im ersten Jahrhunderte.

II. Zeitabschnitt: Vom Tode des h. Evangelisten Jo-hannes bis zu Cvnstantin d. Gr. Die weitere Verbrei-tung des Christenthums, die Kämpfe der Kirche nach außengegen die heidnischen Verfolgungen, nach innen gegen dieGnostiker und Antitrinitarier; bestimmteres Hervortretender christl. Kirche als der katholischen.