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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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8
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8 Einleitung. 2. Capircl. Ucber d. Form od. d. Methode d. Wissenschaft.

Außer diesen allgemeinen und anderen speeiellen Eigenschaften muß die KG.aber mit Rücksicht auf das Object, welches sie beschreibt, besonders sein: 1)kritisch, damit sie nicht Wahres mit Irrigem vermische ); es müssendarum die Thatsachen, welche das Leben der Kirche in den einzelnen Zeitencharakterisieren, mit strenger Wahrheitsliebe und Unparteilichkeitaus dcn Quelleu geschöpft sein, und wofern ein Factum nicht voll-kommen sicher gestellt werden kann, muß die historische Confeetnr angewandtwerden, um der Wahrheit wenigstens möglichst nahe zu kommen; 2) reli-giös, sonst ist sie ihrem eigenen Qbseete fremd und kann die Erscheinungendes Reiches Gottes nicht verstehen; denn nur ein wahrhaft christlicher Geistkann die verschiedenen Erscheinungen des christlichen Lebens gehörig auffasscnund würdigen; 3) pragmatisch, d. h. sie muß nicht bloß eine Reihe un-zusammenhängender Erzählungen geben, vielmehr die Thatsachen in ihremZusammenhänge, ihren hemmenden und fördernden Ursachen, Triebfedernund Folgen vorführen, damit der ganze geschichtliche Verlaus begriffen undals ein vernünftiges Ganze dargestcllt werde. Wir meinen hier aber nichtden gewöhnlichen s. g. Pragmatismus, der nur den endlichen Ursachennachspürt, die Thatsachen aus Gründen der Psychologie oder der Staats-weisheit zu deuten sucht, und nur den Menschen handelnd vorführt; aberkein Bedürfnis? fühlt, die Thatsachen zugleich aus einer höheren Causa-lität abzuleiten s), auch Gott in der Geschichte wirksam erscheinen zu lassenund zwar alsbczeug end und strafend, lehrend und leitend wieeinHirt seine Heerde" (Sirach 18, 12.H. Auf diesen engen Lebenö-zusammenhang zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen hat der heil.Paulus verwiesen in den eben so klaren als einfachen Worten:In Gottleben, weben und sind wir" (Apg. 17, 28.h. Nur dieser Pragmatismusentspricht der Gruudansicht des Christenthums, steht entgegen jener düstern,trostlosen Ansicht von einem unvermeidliche» Schicksale, Fatum, Zu-fall, Glück, welche wir bei Herodot, Tacitus, Cäsar u. A. finden, und er-hebt sich zu der allein wahren, wie auch lichtvollen Geschichtsauffassung, wo-nach Gott und der Mensch in der Geschichte zugleich wirken. Der Mensch

achtungSwerth sind die Worte bei Qoer« so orat.: Lrat snim (antigniss. tew-porib.) bistoria nibil aliucl mm annal/«,» contoctio: cujus roi memoriaeguspublicao rotinemlao causa ad initio rcrum ItonmnarumS(iuo ad 1'. glueiumxoutik max. ros omues singulorum annorum nmndabat litoris pontitöx, otlors-batgno in albmn ot proponodat tadulmu dnmi. potsstas ut ossot pvi>ulo cox-noscendi, ü >p,i odiam nunc anna/cs uvmiuautur. Ilanc similitudinom

scribondi multi sveut! suut, gni siuo nllis oruainsntis monumonta solum tom-porum, Iiominum, locoruin. >;sstarum!iuo rorum reli>juvrunt; uon exorua-lores rorum, sed tantummoilo uarratoros tuoruut. Lt post illum (Ilerodot.)77,ucz/L2Ics vmuos dicsndi artitlci» mva sentsntia t'acils vicit: gui ita «roiiorest rorum idoguontia, ut rorum propo uumorum seutoutiarum numero conso-iiuatur: ita porro verbis aptus or prsssus, ut uoscias, ntrum ros nrationo, auvorba sontsntiis illustroutur. II. 12. 13.

1) Lr'csro: k7am gnis nssoit, primau, esso liistoriao IsZem, ne guid kalsidieors audsat? deindo uo >juid vor! nou audsat? ns gua suspicio sit xratiaein scribendo? ns qua simulatio? Hase seiliest tündamonta nota sunt Omni-bus. Ls orat. II. l5.

2) Den erster,, Pragmatismus bezeichnet <7?'oero ibicl: Lt cun, äs oventuclicatur, ut causas oxplicontur nmnos vsl casus, vol sapiontiae vel temeritatisbominuwljiis ipsorum non solnin ros Zostas, secl etiaw gui korma ao nomineoxesllant, cls cujusguo vita atgno natura. Den höh. Pragmatismus besprichtStaud enmaicr, Geist d. Offenb. Gieß. 837. besond. S. 55113.