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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 6. Eigenschaften, welche die KG. ;ur Wissenschaft erheben. 7

den Richtung der Griechen und Römer auf einzelne sinnliche Erscheinungen,in ihrer Vielgötterei, in welcher die schroffe Völkcrtrennnng und daS damitnothwendig verbundene geringe Interesse und die erstorbene Theilnahme anden Barbaren ihren Grund hatten. Den Grundgedanken der Uni-versalgeschichte gab erst das Christenthum mit seiner Hauptlehre vonEinem Gotte, dem Vater all er Menschen, ihrer WesenSeinheit vermögeihrer gemeinsamen Erlösung in Christo und ihrer gemeinschaftl ich e nBerufung in das Reich Gottes zur Heiligung und Wiedervereinigung mitGott. Diese Grundlehrcn erschienen gleichsam verkörpert in der Ausstellungund Ausprägung einer katholischen Kirche, und der große Bischof vonHippo, der h. Augustinus, führte diese universalhistorische Ansicht in über-raschender Klarheit aus durch sein umfassendes Werk vom Staate Got-tes, dem im 17. Iahrh. Bossuet folgte. Hiernach also mußten geradein der Darstellung der Geschichte der Kirche Christi, deren Glieder sich nachRaum und Zeit eng verbunden betrachten, und dieseVerbindung auf vielfacheWeise äußerlich bethätigen, am ehesten die uuiversalhistorischcn Elemente desChristenthums hervortreten, und sie selbst zur U niversal-K, rch c nge-schichte werden. Diese nämlich stellt sich die Aufgabe, alle Einwirkungender Kirche in allen Ländern und Zeiten darzustellen und auf alle kirchlicheParteien Rücksicht zu nehmen, so wie endlich zu zeigen, wie alle diese Erschei-nungen miteinander Zusammenhängen und in Gott und seiner Verherrlichungihr eigentliches und gemeinsames Ziel haben Onn-re/i-er« Sie

hat darum für ihren Zweck besonders diejenigen Begebenheiten auszuwählen,welche auf die allgemeine Entwickelung, wegen ihrer Ursachen und Folgen,die größte Universalität erlangt haben. Dagegen beschränkt sich die Sp e-cial«KG. entweder auf einzelne Zweige des kirchlichen Lebens, die Verbrei-tung des Christenthums, Verfassung der Kirche, Häresie, Cultus und Diszi-plin, oder nimmt nur aus einzelne christliche Reiche oder einzelne Zeit-räume Rücksicht; wir erhalten eine KG. der 3 ersten Jahrhunderte, des MA.,der neuern Zeit, oder Italiens, Frankreichs, Deutschlands, Spaniens u. A.

Jiveitcs Cnpitel.

Ucber die Form oder die Methode der Wissenschaft.

Löbcll, üb. d. Epochen der Geschichtschr. (mpthisch-cpiscke Periode, Ueber-gangsstufe, Herodot, Thucpdides, die spät. Griechen u. Römer, das MA.,die 'class. Schule der Modernen, Gibbon u. Joh. v. Müller, das 19. Iahrh.»u. ihr Vcrhltn. z. Poesie (Fr. v. Raumer, histor. Laschend. Neue Folge2. Jahrg. 841.). W. v. Humboldt, über d. Aufg. d. Gcsibichtschreiv.(Werke Bd. I. S. 1-25.)

§. 6. Eigenschaften, welche die KG. zur Wissenschaft erheben.

Will die KG. auf den Namen Wissenschaft Anspruch machen, so mußsie zunächst im Allgemeinen wie die Geschichte überhaupt sein a) Geschichts-forschung und zwarwissenschaftlicheGcschichtSforschung, b) Geschichts-darstellung, Erzählung. Bei jener ist das Geschäft des Historikersein rein wissenschaftliches, durch diese tritt der Historiker auch auf daö Ge-biet der Kunst, sein Geschäft ist zugleich ein ästhetisches und oratorischeö

t) Die verschied. Formen der Geschichtschreibung: die Chronik, die Funda-mentalform aller Geschichtsschr., wie das Epos in der Poesie, die Annalen, dieHistorie < die Memoiren der neueren Zt.), pragmat. Geschichtschrei-bung, die sich mit einer künstlerischen Form umkleidet und Perioden setzt. Be-