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Einleitung. I. Capitel. Inhalt d. Wissenschaft.
Gott und Schöpfer des Universums mehrere bildeten, ja den Einen Gott mitden geschaffenen Dingen ldentificirten (Rom. 1, 23ff. Polytheismus undP antheiö mu S). Sie waren aber nur ein Schatten der wahren Kirche;es fehlte sogar wegen der Verschmelzung der inneren und äußeren Verhält-nisse, des Religiösen und Bürgerlichen, eine eigene Benennung: die Kirchewar vom Staate ganz verschlungen. Verschieden davon und unendlich voll-kommener, wenn auch noch particularistisch ausgefaßt, finden wir die Auf-stellung der Kirche unterdcm Namen nPff (Nuin. 20, 4. Deuter. 23,1.),
wodurch das israelitische Volk als abgesonderte, ausgewählte, Gott geweihteGemeinde bezeichnet wird, in welche einst alle Völker ausgenommen werdensollten (Gen. 22, 18.). Die Septuaginta übersetzt an der elfteren Stelle--i-plon, an der zweiten Vollendet aufgestellt
und verwirklicht wurde jedoch die Jdcedcr Kirche erst im Christcnthume.Durch Christus ward die ursprüngli ch e Erkcnntniß Gottes erneuert,und die von ihm verkündete Religion i'oHgio per c-imnonti-im), am tiefstenvom Geiste der Liebe durchdrungen, mußte notbwendig die von ihr ergriffe-nen Gemüther vereinen und eine lebendige Gemeinschaft erzeugen. Zu-dem sollten auch nach dem ausdrücklichen Willen Christi die Bekenner seinerReligion nicht bloß eine innere, sondern auch äußere Gemeinschaftbilden, die er nach dem Vorgänge des A.T. die Kirche nannte (>sMatth. 16,18.). Die von ihm verkündete Religion und verdiente Gnade(Joh. 1, 14.) sollte der durch die Sünde entarteten und von Gott abgefal-lenen Menschheit verkündet und zugcwcndct, seine erlösende Thätigkeit alsLehrer (Prophet), Prie st er und Kön i g (Hirt) auch nach seinem Schei-den bis ans Ende der Zeit ungeschmälert fortgesetzt werden. Und da derSohn Gottes hiefür noch besondere Anordnungen und Veranstaltungengetroffen, bildete sich bald nach seiner glorreichen Himmelfahrt: einereli-giöse G en ossensch aft v on Gläubig en, vereinigt unter dem EinenHaupte, Christus, durch dasselbe Glaubensbekcnntniß, die-selben Sacramente und unter der Regierung der vom heiligen Geistgeleiteten Apostel, vorzüglich des Petrus, und deren rechtmäßigen Nachfol-ger, dem Papste und den Bischöfen. Dieß ist die nach dem, Gott dem Herrn(xl'gioH geweihten, Versammlungsorte benannte Kirche*), welche alsLehranstalt, Tempel und Reich Christi in die Welt eintrat, und derVerheißung des göttlichen Stifters getreu im fortwährenden Kampfe gegenalle feindlichen Gewalten und unter verschiedenen Verhältnissen die ewige
*) Etymologisch ist das Wort „Kirche" am sichersten abzulcitcn v. d. gricch.so. ÜIX-ISX oder xv-lKx'i so. oixi«. So nennt bei lüusob. b. o. IX, 10.der Kaiser Marimin die Bethäuser der Christen -L wogegen weiter
unten Eusebius selbst das Substantiv wcglästt und nur das Adjectiv setzt, wie
wir das Wort Kirche. Von den Griechen erhielten die Gothen mit dem Christcn-thume auch die Benennung christl. Dinge, so auch das Wort „Kyrch," welchesursprüngl. die einzelnen christl. Gemeinden, so wie auch den Ort od. die Gebäudefür die religiösen Versammlungen der Gemeinde bezeichnet. Für die griechischeAbleitung spricht besonders noch, daß nicht allein in allen germanischen Dialektensich für jenes gricch. Wort analoge Benennungen finden (im Schwcd. Kyrka, imDän. Kprke, im Engl, oännc/0, sondern auch bei den durch die Griechen be-kehrten n. in der gricch. Kirche verharrenden Slaven; (poln. oeilcierr, russ. ror-hmv, böhm. rz-rbsrv). Die romanischen Völker dagegen gaben der Substan-tivbczcichnung occlesia vor der adjcctiven clommica den Vorzug
(sranz. I'sZIiss; span. In iglssia; ital. cbiesa).