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9 (1830) R bis Schu
Entstehung
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Schütze (Karl Heinrich Ferdinand) 909

Neue Anstellung bei der Universität erhielt, und beschloß, wie sie selbst ankündigte,1820 mit einigen Gastrollen auf der leipziger Bühne ihre theatralische Laufbahn.Jetzt lebt sie von ihrem Gatten, der sich nach Hamburg und spater nach Leipzig ge-wendet hat, verlassen, der Pflege ihres Schwiegervaters und ihrer Kinder.

Schütze (Karl Heinrich Ferdinand), Herr aufSchweta, vormaliger Mit-besitzer eines londner Handelshauses, ein durch reiche Erfahrung gebildeter und füralles Gemeinnützige mit Thätigkcit wirkender Geschäftsmann, ward geb, zu Mei-ßen d. 24. Febr-1778, wo s. Vater, Maler an der dasigcn Porzellanfabrik, für dieErziehung seiner 11 Kinder nur mit größter Anstrengung sorgen konnte. Der fä-hige Knabe, der im 12. Jahre Algebra und Geometrie leicht begriff, besuchte dritt-balb Jahre die Landschule zu Meißen und erlernte dann in Leipzig die Handlung.Die Schriften von Büsch waren sein Hauptstudium; dabei las ec viel über Länderund Völkerkunde, was seinem Wunsche, die Welt zu sehen, so viel Nahrung gca,daß er 1796 auf gut Glück nach Amerika zu gehen beschloß. Er reiste über Ber.in,wo die Aufnahme in die Freimaurervcrbindung den wichtigsten Einfluß auf die sitt-liche Bildung des Jünglings hatte. In Philadelphia fand ec bald eine Stelle in ei-nem angesehenen Hause; nach einem Jahre erhielt er die Procura desselben und dieErlaubniß, für eigne Rechnung kleine Handlungsgeschäfte zu unternehmen. <.,'4die Verein. Staaten 1797 gegen die Beschlüsse des franz. Nationalconvents Ver-theidigungsanstalten treffen mußten, trat er als Freiwilliger unter die Fahnen derRepublik. Um die Gründung eines eignen Hauses vorzubcreikcn, ging er im Juni1798 nach Hamburg und hierauf im Nov. nach London, wo er, nach einander in2 Häusern angestellt, den Welthandel im Großen kennen lernte. Am 1. Juli 1802gründete er zu London mit s. Freunde Rohrs ein eignes Haus unter der Firma:Schütze, Rohrs und Eomp.; am 25. März 1803 ward er durch eine Parlaments-acte naturalisirt; auch diente er bei dem Kriege mit Frankreich als Freiwilliger. Inder Folge nöthigtc ihn die Ausbreitung s. Geschäfts zu häufigen Reisen nachDeutschland, Holland, Dänemark, Schweden, Finnland, Rußland, in dieSchweiz und nach Frankreich. Ec befand sich ein Jahr in Rußland, als KaiserNapoleon 1812 dieses Reich feindlich überzog; im Mai 1813 begab er sich nach'Berlin, wo er, abwechselnd mit Stralsund, bis zur Zeit der Schlacht von LeipzigI blieb. In Berlin sammelte er Beiträge für die Vereine zur Unterstützung der Ver-^ wundeten, und hatte dabei Gelegenheit, unter den in dem Hospitale am oranien-burger Thore mit der edelsten Hingebung hülfelcistenden Frauen die Generalin v.' Winzingerode und Mad. Berner kennen zu lernen, deren menschenfreundliche An-i strengungen, auch was die Frau v. W. betraf, durch die Ertheilung des Louisenor-dens anerkannt morden sind. 1814 wählte ihn der in London zu Unterstützung derdurch den Krieg in Deutschland hülfsbedürftig Gewordenen gebildete Verein zumAusichußmitgliede, und auf s. Nachrichten von den Ländern des Kriegsschauplatzeswurden mehren Orten und Gegenden bedeutende Summen zugethcilt; auch beschloßder Ausschuß, durch ihn der Frau v. Winzingerode 1000 Pf. St. zu ihrer selbst-gefälligen Vertheilung zustellen zu lassen. In der Erwartung, daß das Parlamentdie Summe von 100,000 Pf. St. als Beitrag zu den Zwecken der Hülfscvmitüvotiren würde, erhielt S. den Auftrag, die Provinzen Deutschlands, welche durch, den Krieg gelitten hätten, zu bereisen und einen Bericht über die Verwendung derHülfsgelder, sowie über die fernem Bedürfnisse einzusenden. Er besuchte in dieserAbsicht auch Sachsen und namentlich Meißen, woselbst er dem Hülfsvereine vor-schlug , 600 Thlr., als dessen Antheil an Len engl. Geldern, die er durch s. Berichtverschafft hatte, und wozu er eine Summe aus s. Mitteln hinzufügte, zur Errich-tung einer Erziehungsanstalt für die durch Krieg und Seuche älternlos gewordenenKinder zu verwenden, in welchem Falle er mehre Beiträge versprach. So entstand1815 ein Waisenhaus, in welchem nachher 18 Freistellen gestiftet wurden, wozu