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Schütz (Henriette Händel-)
und ein eignes Werk „De partiouli» latinis" (1784) verfaßt. Seine Potyhistoriemachte ihn zum Redacteur einer ..Allgemeinen Literaturzeitung" sehr geschickt, unds. Vorlesungen über Lessing (1782) zeigen ihn als den wahren Geistesverwandtendes unsterblichen Mannes. Seine Programme gab er u. d. T. „Opuscula pdilo-1e>A. et xliilosopliiea" (Halle 1830) heraus. Als Mensch ist S. höchst achtungs-würdig. Diese geistvolle Heiterkeit, die lebendige Theilnahme an literarischen undpolitischen Ereignissen hat sich der unermüdet thatlge Greis auch noch im hohen Al-ter zu erhalten gewußt, und mit ihr ist ihm die Liebe und Verehrung aller Freundedes Guten und Schönen im In- und Auslande geblieben.
Schütz (Henriette Händel-, geb. Schüler), geb. zu Berlin, wo ihr Vater alsSchauspieler angestellt war, 1770 oder 1772, verdankt den ersten Grund ihrerkünstlerischen Ausbildung dem damals das berliner Theater leitenden Pros Engel,welcher sie zu sich nahm und sie selbst in der Declamation, in Sprachen, Geschichteund Mythologie unterrichtete. Anfänglich war sie bei der genannten Bühne als Fi-gurantin im Ballet angestellt. In ihrem 16. I. verheirathete sie sich mit dem Te-noristen Eunicke (damals in Berlin), und ging mit ihrem Gatten zu dem damaligenHoflheater in Mainz, dann nach Amsterdam, wo sie in der Rolle der Gurly zuerstdie Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zog. Von Amsterdam nach Frankfurta. M. kommend (1794), ward sie dort mit dem Maler Pforr bekannt, der das inihr ruhende Talent für die Pantomime, durch Mittheilung der Rehberg'schen Ku-pferwerke von den Attitüden der Lady Hamilton, bei ihr weckte, und so gewisserma-ßen Veranlassung zu der Kunstbahn gab, welche sie 12 Jahre später mit Ruhm undAuszeichnung betrat. 1796 begab sie sich mit ihrem Gatten abermals nach Berlin,woselbst sie 10 Jahre bei der von Jffland geleiteten Bühne blieb und hier als Schau-spielerin sowol im hochtragischen wie im gemüthlich-sentimentalen Fache würdigneben der berühmten Bethmann stand. Nachdem sie sich von ihrem ersten Mannegetrennt und mit einem I). Mayer vcrheirathct hatte, verließ sie indcß das Theaterund ging mit ihrem Gatten nach Stettin. Hier trennte sie sich jedoch abermals baldwieder von Mayer und heirathetc den dortigen Stadtarzt Händel (1806), welcherihr indeß nach kurzer Ehe durch den Tod entrissen wurde. Jetzt kehrte sie zur Bühnezurück und unternahm eine Kunstrcise, bei welcher Gelegenheit sie der Weg überHalle führte, wo sie den Prof. Schütz d. I. kennen lernte, der, sich mit ihr verbin-dend, in Folge der bald darauf sich ereignenden provisorischen Aufhebung der Uni-versität zu Halle, nun auch die Brcter betrat und mit s. Gattin geraume Zeit hin-durch die größer» und kleinern Theater Deutschlands besuchte. Scbon früher undgleich nach dein Tode ihres dritten Mannes hatte Mad. Händel-Schütz (wie sich dieKünstlerin jetzt nannte) neben den eigentlichen theatralischen Darstellungen begonnen,sich in mimisch-plastischen Attitüden, nach Act der früher von der Hamilton gegebe-nen, zu zeigen, und das Studium dcrAntike sowol als die höchst geniale Auffassungalles Dessen, was zur Gruppirung und Drapirung gehört, welches sie hierbei ent-wickelte, erwarb ihr verdientermaßen den Beifall der ausgezeichnetsten Kenner diesesFaches und gründete in dieser Hinsicht dauernd ihren Ruhm. (S. Attitüde.) We-niger sing sie jedoch nach und nach an als eigentliche Schauspielerin zu gefallen, wor-an zum Theil die für manche Rollen zu starke Körperfülle, zum Theil aber auch woldas nach und nach immer mehr vorleuchtende Bestreben, die Drapirung und Atti-tüden der ihrem Wesen nach tobten Mimoplastik in das lebendige und bewegte Ge-mälde der scenischen Darstellung zu bringen, Schuld haben mochte. Nachdem dieKünstlerin auf diese Art fast ganz Deutschland besucht hatte, begab sie sich auch indie Hauptstädte mehrer fremden Länder, wie Dänemark, Schweden, Rußland, Hol-land und Frankreich, und auch hier meist immer — mit Ausnahme von Paris, woder Beifall sehr gctheilt gewesen fein soll — die Anerkennung findend, die sie vielfachVerdiente, kehrte sie endlich mit ihrem Manne nach Halle zurück, wy derselbe eine