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Schulzucht
suche vorlegte, Richter und Rathgeber. In diese Zeit fallt sein erzählendes Ge-dicht „Psyche", welches sehr gelungene Stellen enthalt und die Gewandtheit des18jährigen Vers, in der poetischen Behandlung der Sprache wie in der Kunst desStyls beurkundet. Das Leben hatte ec bisher von der heitersten Seite angesehen.Ernster und bedeutender mußte es ihm werden, als sich die Liebe seines Herzensbemächtigte. Seine Phantasie suchte einen Gegenstand, in dem ihm die Idee desSchönen verkörpert erschien; sie fand dies Ideal in der liebenswürdigen Eäcilie, derer sich fortan mit der ganzen Schwärmerei eines jungen Dichters widmete. Indes-sen setzte er seine philologischen Studien fleißig fort und pcomovirte in der philoso-phischen Facultat. Aber diese schöne Gegenwart dauerte nicht lange. Die angebe-tete Eäcilie starb als Opfer einer Krankheit, die fast ein Jahr lang an ihrem Leben ge-nagt hatte. Wahrend dieser Zeit erreichte S.'s Enthusiasmus für ste seine äußersteHöhe, und sobald sein Schmerz ruhiger geworden, faßte er den Entschluß, sie durch«in Gedicht zu verherrlichen, auf das er seine ganze geistige Kraft wenden wollte.So entstand die „Eäcilie, ein romant. Gedicht in 20 Gesängen", in Wieland'schenStanzen, das er in 3 Jahren vollendete. Wir sehen auf dem düstern und grauen-vollen Hintergründe dieser Dichtung, deren Stoff nur locker mit einer historischenBegebenheit zusammenhängt und eigentlich reine Erfindung des Dichters ist, dasMilde und Edle im stärksten Gegensätze mit dem Furchtbaren und Schauderbastenhervortreten. Die Rose, die ihm ein Sinnbild des Köstlichsten auf der Welt ge-worden war, finden wir schon hier gefeiert; später geschah es noch in einem andernGedichte. Nebenher entfloß eine Menge kleiner Gedichte seiner Feder. Mehre derältern gab der Vers 1813 in einer Sammlung heraus. Diese Thätigkeit ward nur1814 durch den Krieg gegen Frankreich unterbrochen, an welchem S. als Frei-williger in dem Grubenhagen'schen Jägerbataillon Theil nahm. Die militairischenBeschwerden und Entbehrungen wirkten günstig auf ihn; sein Geist erheiterte sich,und seine durch Brustschmerzen bedrohte Gesundheit stärkte sich. Aber diese Bor-thelle waren nicht dauernd. Nach dem bald erfolgten Frieden kehrte er nach Göt-tingen zurück, thcils um seine „Eäcilie" zu vollenden, theils um seine philologischenStudien fortzusetzen. Sein Trübsinn kehrte zurück und machte ihn immer ver-schlossener, sein Gesundheitszustand ward aufs Neue bedenklich. Sich dieser un-günstigen Gegenwart, deren nachtheiligen Einfluß er fühlte, zu entreißen, beschloßer eine Reise nach Italien. Im Sommer 1816 beschäftigten ihn die Vorbereitun-gen auf die Reise; im Herbste unternahm er eine Fußwanderung durch die Rhein-und Maingegenden, auf der seine Gesundheit litt. Nach seiner Rückkunft nahmenseine Brustschmerzen zu, seine Kräfte ab. Schon sehr erschöpft, schrieb er dasliebliche Gedicht: „Die bezauberte Rose", welches den in der „Urania" ausgesetz-ten Preis gewann und durch seinen zarten sinnigen Inhalt wie durch seine schönenVerse fortdauernd gefallen wird. Inzwischen hatte sich der Zustand seiner Brustimmer mehr verschlimmert. Dennoch reiste er im Frühjahre 1817 nach Celle, sei-nen nahen Tod nicht ahnend, welcher am 26. Juni d. I. erfolgte. — S.'s poeti-schen Nachlaß und die meisterhafte Biographie des Dichters gab sein Freund undLehrer Bouterwek in 4 Bdn. (Leipzig, bei Brockhaus, n. Aufl. 1822) heraus.
Schulzucht oderSchuldisciplin. Dieses Hauptmittel aller Erzie-hung und alles Unterrichts bezweckt die Beförderung, Erhaltung oder Wiederher-stellung eines guten Tons oder vielmehr eines guten Geistes in der Schule, dersich durch das Betragen der Schüler in und außer der Schule kundthut. Alle aufErreichung dieses Zweckes, auf Bekämpfung der Trägheit und Belebuntz des Flei-ßes, auf Verhütung der Unruhen, Unordnung, und auf Erhaltung, Beförderungund Herstellung der Ruhe und Ordnung, ausVerhütung eines gesetzwidrigen, un-sittlichen und unanständigen Verhaltens und auf Erweckung, Erhaltung und Bele-bung kineS gesetzmäßigen, sittlich-guten und anständigen Verhaltens der Schüler