Schulz (Friedrich August) Schulze (Ernst) 901
Weimar aufhielt. 1795 ward er durch politische Verhältnisse nach Mitau zurück-berufen. Hier nahm aber bald seine bisherige Kränklichkeit so zu, daß er kurzdarauf, im Oct. 1797, starb. — Die Werke, welche S. in der Gattung desRomans geliefert hat, zeichnen sich durch einen leichten fließenden Styl, durch leb-haft blühendes Colorit, durch guten Ton und durch zarte Behandlung der aus demmenschlichen Leben rein aufgefaßtcn Charaktere aus.
. Schulz (Friedrich August). Dieser unter dem Namen Friedr. Laun be-
» kannte Romanschriftsteller und fruchtbare Erzähler, geb. 1770 zu Dresden, sah7 sich, obschon von Kindheit an für die Wissenschaften erzogen, doch durch widrigeökonomische Verhältnisse genöthigt, seine akadem. Ausbildung, als sie eben begin-nen sollte , auf eine günstigere Zeit zu verschieben und sich inzwischen zur Annahmeeiner Stelle bei der Kanzlei des geh. Finanzcollegiums zu entschließen. Unterfortgesetzten Studien gelang es ihm, 1797 jene Stelle aufgeben und auf der Uni-versität Leipzig seinen Zweck weiter verfolgen zu können. 1800 kehrte er nach Dres-den zurück. In dems. Jahre erschien von ihm die Erzählung: „Der Mann aufFreiersFüßen", und mehre andre Erzählungen, die wegen ihrer gefälligen und naive» Leich-tigkeit viele Leser fanden. Die Gattung des Muntern und Naiven ist seinem Talentüberhaupt am angemessensten, das von Manier nicht ganz frei ist. Über die ganz zu-fällige Wahl des Namens Lann, und daß er damit keineswegs ein anmaßendes Hin-deuten auf den Inhalt beabsichtigte, hat er sich in seinem spätem Romane: „DaSSchloß Riesenstein" (1. Thl.), erklärt. Außer vielen, theils in Zeitschriften und Ta-schenbüchern, theils besonders abgedruckten Erzählungen und Romanen, deren Titel-> verzeichniß schon einige Seiten füllen würde, hat er auch mit A. Apel das „Gespen-ster- und Wunderbuch" herausgegeben, und 1828 eine Sammlung seiner Gedichte.Seit 1807 ist er als eypedirender Secretair bei der Commerzdeputation in Dresdenangestellt und hat 1820 den Titel eines Commissionsraths erhalten.
Schulze (Johann Abraham Peter), einer der scharfsinnigsten musikalischenTheoretiker und ein klassischer Componist für den Nolksgesang, der Sohn einesBäckers, wurde zu Lüneburg am 30. März 1747 geb., bildete sich unter Kirnbergerin Berlin, bereiste im Dienste einer polnischen Fürstin (1770) Frankreich und Ita-lien, wurde 1780 Capellmeister des Prinzen Heinrich zu Nheinsberg, ging 1787nach Kopenhagen, wo ec gleichfalls als Capellmeister angestellt wurde, privatisirtewegen Kränklichkeit feit 1795 zu Schwedt und starb daselbst 1800. Mit dem all-( gemeinsten Beifall wurden seine „Gesänge am Clavier" (1779), seine „Lieder imVolkstöne" (3 Thle., 1782 — 90), „Uz's lyrische Gedichte religiösen Inhalts"^ (1784), und „Religiöse Oden und Lieder" (1786) ausgenommen. Viele seiner ein-
fachen Melodien sind in das Volk übergegangen. Aber auch seine Oratorien, Chöreund Gesänge aus Racine's „Athalia" (1785), „Minona" (1786), die Oper „Alme"(1789) gehören zu dem Vollendetsten, was die Kunst in diesem Fache aufzuweisenhat. Er erfand eine Methode, Partituren großer Musikwerke in dem kleinstenOctavformat auf wenige Bogen mittelst Chiffern abzudruckcn. Sein Oratorium:„Johannes und Marie", ist auf diese Art 1791 zu Kopenhagen gedruckt. Zu Sul-zer's „Theorie der schönen Künste" lieferte er viele musikal. Artikel. Reichardt hatihn im 3. Jahrg. (1800) der „Leipz. musikalischen Zeitung" vortrefflich geschildert.
Schulze (Ernst). Dieser durch einen frühen Tod in der Blüthe seines Le-bens uns entrissene talentvolle Dichter war 1789 zu Celle geb. Als ein lebhafter! Knabe zeigte er mehr Anlagen als Fleiß. Sein Dichtertalent, durch Nittcrbüchecund Feenmärchen geweckt und genährt, entwickelte sich früh. Dagegen gewann erdie gelehrten Studien nur allmälig lieb. 1806 ging er nach Göttingen, um Theo-logie zu studiren, die er aber bald mit der Philologie vertauschte, da er den Vorsatzfaßte, sich zum Lehrer der alten Sprachen und der schönen Literatur zu bilden. Inper Poesie war ihm damals Wieland Muster , und Bouterwek, dem er seine Ver-