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9 (1830) R bis Schu
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E Sachsen. I. Altere Geschichte

Fürsten, welche bis jetzt unter der Hoheit des Herzogs v. Sachsen gestanden hatten,» gelangten zur Reichsunmittclbarkeit, besonders die Fürsten von Mecklenburg undI Pommern. Wenn also auch der Name eines Herzogs v. Sachsen und das damit

k verbundene Reichserzmarschallamt auf Bernhard v. Askanien durch die kaiserl. Be-

lehnung zu Würzburg überging, so ward doch seit dieser Zeit jener Name auf andreGegenden Deutschlands übcrgetragen als die, welche bis 1180 Sachsen geheißen8 hatten. Das neue, Askanische, Herzogthum Sachsen erhielt seit dieser Zeit s.8 Mittelpunkt an der Mittelelbe in Wittenberg, in Gegenden, welche Bernhards Vater,ö Albrccht der Bar, in mehrjährigen Kämpfen den slawischen Völkerschaften entrissenI und durch mehre aus den Niederlanden dahin versetzte Colonistcn neu bevölkert hatte.« Gegen diese besiegten Slawen, von denen Jessen, Pretzsch, Schlieben, Schweinitz,» Belzig, Seyda u. a. O. m. erbaut worden waren, hatte Albrecht die Burgwarten

8 Wittenberg, Zahna, Elstermündc (das jetzige Dorf Elster), Wicsenburg (einRitter-8 gut der Watzdorsischen Familie), Dobien (ein Dorf, anderthalb Stunden von Wit-A tenberg) und Eossewitz (daS jetzige anhalt-bernburg. Städtchen Koswig an der Elbe)» angelegt. Bernhard baute die Stadt Wittenberg. Von den aus den Niederlanden» angekommencn neuen Eolonisten (vgl. Uelmollli Lliron. 8Isvorun>, 1.1. o. 88)Dl wurden in diesen Gegenden mehre Flecken und Städte begründet, deren Namen so-ll gar auf den niederländischen Ursprung hinführen, als Kemberg (Eambray), Brückil (Brügge), Niemegk (Nimwegen), Gräfenhaynichen (Grafcnhaag) u. a. In»I diesen von Albrecht eroberten und mit s. anhaltischen Familienbesitzungen verbunde-ü nenLändern war Bernhard seinem Vater 1170gefolgt, und von hier aus machte er,nach s. Gelangung zur Herzog!, sächs. Würde, die Rechte derselben geltend, indem erwenigstens über die mindermächtigcn sächs. Vasallen, z. B. die Grafen v. Schwerin,v. Danneberg u. a., die bisherige sächs. Oberhoheit behauptete und durch Eroberun-gen an der Niederelbe im Lande der Polaben seine Besitzungen erweiterte, wo er zurSicherung dieser Eroberung gegen die besiegten Slawen die Lauenburg (Polaben-burg) anlegte. Nach s. Tode folgte ihm (1211) in dem Herzogthum Sachsen seinSohn Albrccht I. und in den anhaltischen Familienbesitzungcn sein Sohn Heinrich,der Stammvater des noch jetzt in drei Linien blühenden anhaltischen Hauses. DaAlbrccht mehre Urkunden in Wittenberg ausstellte, so scheint wenigstens seit s. Zeitdiese Stadt die Residenz der Askanischcn Herzoge v. Sachsen gewesen zu sein. Soklein auch s. Land war, so war cs doch bereits (1260) zwischen s. Söhnen getheilt,von welchen der ältere, Johann, die laucnburgischen, und der jüngere, Albrecht II.,die wittcnbergischen Gegenden erhielt. Seit dieser Zeit sind beide Länder nichtwieder vereinigt worden. Die sachsen-lauenburgische Linie erlosch 1689, woraufdie Besitzungen derselben, nach einem mehrjährigen Streite mit den beiden sächs.Häusern derAlbertinischen und Ernestinischcn Linie, an Braunschweig-Eelle kamen;die sachsen-wittenbergische Linie, von welcher seit 1370 der kurfürstl. Titel in Unter-schriften vorkommt, hingegen erlosch bereits 1422 mit dem Herzoge Albrecht III.In diesen Ländern und der Herzog!. Würde folgte demselben, nach der BelehnungdeS Kaisers Sigismund, der Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen,Friedrich der Streitbare, wodurch also das in Meißen seit 1127 erblich re-gierende Wettinsche Geschlecht zur sächs. Kurwürde und zum Reichserzmarschallamtgelangte, obgleich das sachsen - lauenburgische Haus einen lange fortgeführtcn Wi-derspruch deshalb erhob, und selbst der neue Kurfürst von Brandenburg, Friedrichvon Hohenzollern, das Land für s. Sehn Johann, der mit der Tochter des vorletztenAskanischcn Kurfürsten Rudolf 111. vermählt war, inAnspruch und wirklichen Be-sitz nahm. Doch gab Friedrich von Brandenburg an Friedrich den Streitbaren dasLand heraus, nachdem er von dem Letzlern 10,000 Schock böhmischer Groschen(nach Andern 28,000 Gldn.) erhalten, und der Kaiser erklärt hatte, er werde denMarkgrafen von Meißen gegen jeden Anspruch, und namentlich gegen den Kucsük»