Sabellius
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Sabbath
schen Natur, das die Einbildungskraft anziehen und alle Sinne und sinnlicheTriebe lebhaft beschäftigen mußte. Wer die Religionsgeschichte der Chaldäer, Assy-rer, Syrer und der Völker Kleinasiens aus Wagner's „Ideen zu c. allgcm. My-thologie der alten Welt", aus Görres's „Mythcngeschichte", aus Creuzer's „Sym-bolik" und aus Baur's „Symbolik" kennt, wird es nicht zu hart finden, daß diePropheten des alten Testaments die Gottesdienste dieser Heiden eine Hurerei nen-nen, welche die wüste, sich selbst zerstörende sinnliche Begierde mit der Naturtreibt. (Vgl. Mythologie, Natur, Polytheismus.)
^ Sabbath, 1) bei den Hebräern und bei den jetzigen Juden der Sonnabend,
> weil sie ihn, nach der Mosaischen Gesetzgebung, der Ruhe von Arbeiten und derGottesvccehrung widmen, wie die Christen den Sonntag, mit dem Unterschiedejedoch, daß der Sabbath bei ihnen schon am Freitage, kurz vor Sonnenuntergänge,anfängt und mit großer Strenge gefeiert wird. Ihnen folgt in der Feier des Sonn-abends eine Sekte der Wiedertäufer, Sabbath! an er genannt. Auch mochtensich die Juden am Sabbath nicht weit von ihrem Aufenthalt entfernen (ungefähreine halbe Stunde), daher ein Sabbatherweg. — 2) Versteht ein aus demAlterthum zu uns gekommener Volksglaube unter Sabbath eine mitternächtlicheFestversammlung von Zauberern und Hexen, unter dem Vorsitze ihres Herrn undMeisters, des Teufels. Tag und Ort der Zusammenkunft sind in den verschie-denen Ländern verschieden. In Deutschland z. B., wenigstens in dem nördlichen,ist cs die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, und der Brocken oder Blocks-berg , die höchste Spitze des Harzgebirges. Mit dem Schlage der sogen. Geistcr-^ stunde weckt Satan seine Jünger durch ein nur ihnen hörbares und verständliches! Zeichen aus dem ersten Schlafe. Ziegenböcke, Esel, Besenstiele, Ofengabelnu. s. w. führen sie, mit Hülfe einiger Zauberworte, windschnell durch die Lüfte,wobei die dicksten Mauern, die stärksten Fesseln ihnen kein Hinderniß sind. Wenndie Gesellschaft versammelt ist, erscheint der Teufel, gewöhnlich unter der Gestalteines großen Bocks mit mächtigen Hörnern und mit einem schwarzen menschlichenAntlitz unter dem langen Schwänze, welches vorzugsweise bestimmt ist, die Ehren-bezeigungen der Versammlung zu empfangen. Er scheint also ein Abkömmling desrömischen Gottes Janus, mit dem Doppelgesichte, zu sein, obgleich sein zweitesGesicht nicht gerade dieselbe Stelle einnimmt, wie bei diesem. — Nach den Bc-willkomnmungsgrüßen besteigt Satanas s. Thron, mustert das versammelte Heer,läßt sich die Neuangeworbenen vorstellen, bezeichnet sie an irgend einer geheimenStelle ihres Körpers mit dem Zeichen der Aufnahme in den schönen Bund undweist ihnen ihren künftigen Wirkungskreis an. Unter den altern Ordensgliederngibt es Beförderungen und, den Umstanden nach, auch wol Entwürdungen, Be-lohnungen und Strafen. Dieser Feierlichkeit folgt das Mahl, wo Brot vonschwarzer Hirse, und als vorzügliche Leckerei Krötenflcisch und Fleisch von Hinge-richteten Übelthatern und gemordeten ungetansten Kindern aufgetragen wird, und, nach dessen Beendigung Satan die Huldigungen seiner Gäste empfängt. Sie küs-! sin ihm das eine und das andre Gesicht, überreichen ihm mannigfaltige Opferga-ben unter tausend widerlichen und unziemlichen Stellungen und Verschränkungen,i bringen ihm ekelhaste Libationen dar, machen das Zeichen des Kreuzes, aber in um-
! gekehrter Richtung und mit der linken Hand u. s. w. Den Beschluß des scheuß-
I lichen Gelags machen endlich Gesang und Tanz; schmuzige Lieder und Liebkosun-gen, üppige Sprünge und schandbare Genüsse aller Art durchkreuzen sich in wilderVerwirrung, bis das Krähen des Hahns, der den anbrechenden Morgen verkündet,die höllische Versammlung auseinandersprengt.
> Sabellius, ein christlicher Lehrer zu Ptolemais, ein Afrikaner, lebte um250 und ist als Stifter einer Partei in der christlichen Kirche merkwürdig, welcheili der Lehre von der Dreieinigkeit dadurch von dem nachher gesetzlich gewordenen