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9 (1830) R bis Schu
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Racen der Menschen Racine (Jean) 5

Witz und eleganter Styl nicht abzusprechen, aber als Mensch war R., wenigstensin seinen frühem Jahren, nicht achtungswerth.

Racen der Menschen, s. Mensch.

Racine (Jean). Dieser große franz. Tragiker, geb. den 21. Dec. 1639zu Ferte-Milon, einige Meilen von Paris, verlor seine Ältern in frühester Jugendund erhielt seine Erziehung in der Abtei Port-Royal des Champs. Schon hierzeigte sich die Richtung, die sein Geist späterhin nahm, in seiner Liebe für die altedramatische Dichtkunst. Euripides war sein Liebling, Aus Port-Royal kam R.in das Collegium Harcourt, wo er seine Studien vollendete. Seine schriftstellerischeLaufbahn begann er mit einer auf die Vermählung Ludwigs XkV. gedichteten Ode,welche ihm mit Colbert'S Vermittelung ein Jahrgcld, welches späterhin bis auf2000 Livres erhöht ward, und ein Geschenk von 100 Louisd'or erwarb. Von nunan in Paris lebend und Boileau's treuer Freund, widmete er sich ganz der Dicht-kunst. 1664 erschien sein erstes Trauerspiel:I,a '1'debaüle, ou le» krvres enne-mis", und erhielt, obgleich weit entfernt von der Vollkommenheit seiner spätemWerke, vielen Beifall. Er hatte in demselben Corneille zum Vorbild genommen;bei den folgenden ging er mehr seinen eignen Weg. SeinAlexander" (1666), denCorneille nicht günstig beurtheilte, fand fast allgemeinen Beifall in Paris, nochmehrAndromache" (1668). Bei allen Schwächen und Folgewidrigkeiten diesesStücks ließ sich daran schon erkennen, was des Dichters Kraft vermögen werde.Von jetzt an wurde N. von seinen Landsleuten fast durchgängig dem früher für un-erreichbar gehaltenen Corneille vorgezogcn, wozu hauptsächlich seine leichtere undwohlklingende Versisication und die in seinen mehr als in Corneille's Stücken her-vorstechende Schilderung zärtlicher Liebe beitrug , die aber freilich den Stempelseiner Zeit und Umgebung trägt. Des Marschalls Crequi und des Grafen vonOlonne abgeschmackte Kritik seinerAndromache" fertigte R. mit einem Epigrammab. Einen schwerem Kampf hatte er mit St.-Evremvnt zu bestehen, der damals,man könnte sagen, das Amt eines Obergeschmacksrichters in Frankreich eben nichtzu seinem Ruhme verwaltete. 1668 erschien R.'s kleines LustspielLos pl-mlour«",welchem Aristophanes'sWespen" zum Grunde liegen. Es erregt den Wunsch,daß sein Verf. noch mehr für das komische Theater geschrieben haben möchte. Ammeisten richtig ist die historische Schilderung in s.Britanniens" (1670).Bere-nice" (1671) undVajazeth" (1672) sind am wenigsten gelungen und histor. rich-tig gehalten.Mithridat" (1673) hat auch nur einzelne vollendete Semen undGestalten.Phädra" (1677), die uns Deutschen durch Schiller's Bearbeitungund Übersetzung naher gerückt ist, will gleichwol unfern Erwartungen von einem sol-chen Stoffe noch nicht recht entsprechen. Dies gilt noch mehr von der 2 Jahre frühererschienenenJphigenia", in welcher die griech. Heldenzeit noch geputzter und mo-demisirter erscheint (metr. verdeutscht in Peucer'sElass. Theater der Franzosen",4. Heft, Leipzig 1823). In derAthalie" (1691), die früher in Frankreich denwenigsten Beifall fand, hat R. den ganzen Umfang seiner Dichterkunst dargelegt.1673 ward R. in die ^vallöinio krsuysise ausgenommen, und einige I. spaternebst Boileau von Ludwig XIV. aufgefodert, die Geschichte seiner Regierung zuschreiben und zum Historiographen des Königs ernannt; doch kam er darin nichtweit. Als in der Folge mißverstandene Frömmigkeit den eifrigen Dramatiker vonseiner Bahn abzog, auf die ihn nur das Verlangen der Frau von Maintcnon zu-rückführte, verirrte sich R. so weit, eineEsther" zu schreiben. Gleichwol fanddieses Stück bei seinem Erscheinen an dem damals in Frömmelei versunkenen Hofe(es ward 1689 von den Zöglingen in dem von der Maintenon gestifteten adeligenErziehungshause zu St.-Cyr aufgesührt) außerordentlichen Beifall. So hell imStrahle der Hofgunst R.'S Leben bisher dahin geflossen war, so sehr trübte essich gegen das Ende, und der gleichsam nur in der Gnade seines Königs lebende