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9 (1830) R bis Schu
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Racine (Louis) Radegast

Dichter starb, man kann sagen, am gebrochenen Herzen, da sein Element ihm entzo-gen wurde. Dieses Schicksal zog ihm ein Auftrag der Maintenon zu, die ihn angetrie-ben, die Lasten des unter der Eitelkeit ».Verschwendung Ludwigs seufzenden Volks ineiner Abhandlung zu schildern, die natürlich den Unwillen eines Königs reizte, dernur an Weihrauch gewöhnt war. R. starb den 22. April 1699. Seine Werkehat sehr genau Boisgermain (Paris 1767 , 7 Bde.) herausgegeben. Um gehö-rig zu würdigen, was er leistete, muß man wohl unterscheiden, welche von denMangeln seiner Stücke dem Wesen der fcanz. Bühne (vgl. Franz. Literat.undSch auspielkunst) überhaupt, und welche ihm zur Last fallen. Eine gewisseSteifheit und Kalte, ein aus der römischen, griechischen und andrer uralten Zeithergcholter, mit französischer Galanterie und Abgeschliffenheit behandelter Stoff,eine streng geregelte Form, die aller freiem Lyrik, ja selbst des Anstrichs der Ro-mantik entbehrte, und die daraus entspringenden Abgeschmacktheiten, Lücken undFehler: dies Alles kann Racine's Verdienst nicht herabsetzen, sondern muß es imGcgentheil erhöhen. Er benutzte mit großer Kunst den engen Spielraum, der demfranz. Tragiker freigelassen war, zur Steigerung des Gefühls und der Handlung;seine zarten Schilderungen der Liebe verdienen meisterhaft genannt zu werden, und we-der vor noch nach ihm ist die Sehnsucht eines durch widersprechende Leidenschaftenkrankhaft bewegten Gemüths treffender geschildert worden, als von ihm. Überdies warer unübertrefflich in wohlklingender Versisication u. Anmuth des Ausdrucks. 6. k.

Racine (Louis), des Vorigen jüngerer Sohn, geb. zu Paris d. 2. Nov. 1692.Boileau widerrieth ihm die Beschäftigung mit der Dichtkunst. Dennoch schrieb er 2Gedichte:De In religion" undDa la Arllov", die, wenn auch nicht durch hohenDichterschwung, doch durch einen leichten und zierlichen Versbau sich auszeichnen.Den anfangs gewählten geistlichen Stand verließ er, sowie sein Vater, späterhin,und erhielt auf Verwendung seines Gönners, des Cardinals Fleury, eine Stellebei der Finanzverwaltung. Noch schrieb er mehre Oden und didaktische Poesien,die sich durch Empfindung auszeichnen, eine Lebensbeschreibung seines Vaters,ziemlich weitschweifige Bemerkungen über dessen Dramen, und eine Übersetzungvon Milton'sVerlornem Paradiese". Er starb den 29. Jan. 1763 nach mehr-jähriger Trauer um den Verlust eines hoffnungsvollen Sohnes. Ein lobenswertherZug in R.'s Charakter war Bescheidenheit und hohe Verehrung für seinen Vater.Einst ließ er sich malen, mit dem Finger aufdieStelleinderPhädrazeigend:IVloi,tils invonnu ä'un si glorieux pere". SeineOeuvres" erschienen 1750 zu Am-sterdam in 6 Bdn.

Racknitz (Joseph Friedrich, Freih.zu), trat in seinem 17.1. in kurfürstl.sächs. Militairdienste und wohnte den Feldzügen 1761 und 1762 bei. Den Mu-sen inniger vertraut geworden, verließ er 1769 die Kriegsdienste, ward 1774 Kam-merherr, 1790 Hausmarschall, später Hofmarschall, wobei ihm das Direktoriumder musikalischen Capelle und der Theater übertragen war, sodann Lberküchenmei-ster, und 1809 erster Hofmarschall. Er starb den 10. Apr. 1818 zu Dresden.Seine vorzüglichsten Schriften sind folgende: 1)Briefe über Karlsbad und dieNaturproducte der Gegend" (Dresden 1780); 2)Briefe über die Kunst, aneine Freundin" (mit Kupfern, 1792 fg., 4.); 3)Darstellung und Geschichte desGeschmacks der vorzüglichsten Völker, in Beziehung auf die innere Auszierung derZimmer und auf die Baukunst" (Leipzig 1796, 4., mit vielen trefflichen Kpf.; einWerk, das von Belesenheit, Beurtheilung und Geschmack zeugt); 4)Skizze einerGeschichte der Künste, besonders der Malerei in Sachsen" (Dresden 1812). IVr.

Radegast, Redegast, Riedegast, eine alte nordische Gottheit, diebesonders bei den Obotriten (heutigen Mecklenburgern) verehrt und gewöhnlichmit einem Vogel auf dem Haupte, einem Ochsenkopf auf der Brust, Schild und'Speer in der Hand, abgebildet wurde.