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Rabelais Rabenev
losophie und Medicin wurden von den Juden, vornehmlich auf den Schulen derAraber in Spanien, mit großem Eifer studirt und bearbeitet; da aber von ihrenwissenschaftlichen Werken wenig gedruckt ist, so müssen wir uns begnügen, den oftgenannten Maimonides anzuführen, der als Philosoph Aristotelische und Platoni-sche Philosophie mit der Kabbalah und dem Talmud vermischt, in seinen medicini-schen Werken aber („Lpborismi" und „De loZimins sonitatis") sich als ein An-hänger Galen's zeigt. KI.
Rabelais (Francois), humoristisch-satyrischer Schriftsteller, Verf. des„Gargantua und Pantagruel", gcb. zu Ehinon in Touraine um 1483, wo seinVater ein Gastwirth, nach A. ein Apotheker war. Zu Fontenay-le-Comte trat erin den Franciscanerorden. Der Mangel an wahrer Gelehrsamkeit verleidete ihmbald diesen Aufenthalt; auch reizte er durch Spötterei und jugendlichen ÜbermuthNeid und Verfolgung gegen sich auf. Mit Clemens VII. Erlaubniß trat er in denVenedictinecorden (um 1523), ging jedoch bald als Weltpriester nach Montpellier,seine medicinischen Studien fortzusetzen, erhielt daselbst den Doctorhut und lehrteund übte die Medicin. Reue oder Furcht ließ ihn bei Paul Hl. um Absolution we-gen Verlassung des Klosters anhalten, die der Papst ihm auch gewährte. EineZeit lang lebte er nun als Kanonicus in der Abtei zu Saint-Maures des Fosses,wohin ihn sein Beschützer, der Cardinal Jean du Bellay, gebracht, und wo ereinen bedeutenden Theil seines „Pantagruel" geschrieben haben soll. Endlich warder als Pfarrer nach Meudon versetzt. Er starb 1553 zu Paris. — Voltaire u. A.tadeln R.'s „Gargantua und Pantagruel", worin der Geschmack der damaligenZeit an abenteuerlichen Wunderstenen und die Unwissenheit der Mönche mit schar-fer Lauge gewaschen werden; allein diese Übertreibungen des Niedrigkomischen mußman mehr dem Geiste der Zeit, in welcher R. lebte, als seinem Geschmacke zurech-nen, in dem er freilich weit hinter Cervantes geblieben ist. R. gehört zu den Ersten,welche ihrer noch rauhen und übeltönenden Muttersprache Geschmeidigkeit undAusbildung gaben. Boileau nannte ihn la raison en mssguo, und Rousseau leFentil maitre Iranyois. Übrigens war er ein gewissenhafter Volkslehrer undhatte seine Freude daran, seinen Pfarrkindern den Kirchengesang zu lehren. SeinHaus war ein Versammlungsort der Gelehrten, sein Beutel war stets den Hülfs-bedürftigcn geöffnet, und seine Kenntnisse in der Heilkunde wurden seiner Gemeindesehr nützlich. Ünter den altern Ausgaben seiner jetzt schwer zu verstehenden unddaher gewöhnlich mit Wort- und Sacherklärungen gedruckten Werke ist die von LeDuchat mit Kupfern von Picart die beste (Amst. 1741, 3 Bde., die neueste Pa-ris 1798, 3 Bde., mit 78 Kupfern und in verschiedenen Formaten). JohannFi schart (s. d.) lieferte 1552 eine fre-» deutsche Bearbeitung des „Gargantuaund Pantagruel", welche mehrmals aufgelegt worden, 1785—87 aber unglück-lich umgearbeitet von Eckstein (0. Sander in Kopenhagen) erschienen ist.
Raben er (Gottlieb Wilhelm), der Satyriker, geb. d. 17. Sept. 1714 zuWachau bei Leipzig. Sein Vater war Besitzer diesesDorfs undAnwalt beim Ober-hofgericht in Leipzig. 1728 bezog R. die Landschule zu Meißen und 6 Jahre späterdie Universität zu Leipzig, wo er mit Gärtner und Geliert ein enges Freundschasts-bündniß schloß und Theil an der Gründung der „Bremischen Beitrage" nahm.1741 ward er Steuerrcvisor des leipziger Kreises, 1753 Obersteuersecretair in Dres-den. Beim Schluß des siebenjahr. Krieges ward er zum Steuerrath ernannt, welchesAmt er bis 1771 bekleidete, in welchem Jahre (26. März) ein Schlagfluß s. Lebenendigte. — R. war achtungswürdig als Mensch und als Gelehrter. In s Satyrenerlaubte er sich nie Persönlichkeiten, da seinen Grundsätzen nach der Satyriker zwardie Thorheiten züchtigen, nie aber hämische Seitenblicke thun, noch weniger seinenWitz an heiligen oder durch alte Sitte ehrwürdig gewordenen Dingen auslassen darf.In der von Schwabe herausgeg. Monatsschrift: „Belustigungen des Verstandes
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