Druckschrift 
7 (1830) M bis N
Entstehung
Seite
941
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Numerus Nuntien 94L

Mit einem Heere von 69,000 M. gegen Numantia geschickt. Er beschloß, dieStadt auszuhungern, welche noch immer auf dem Duero Zufuhr bekam und aufeinen Entsatz von Seiten der zur Empörung nicht ungeneigten benachbarten Celt-iberier rechnete. Nachdem Scipio den Einw. die Zufuhr gänzlich abgeschnitten undsie zur äußersten Verzweiflung gebracht hatte, übergab sich endlich der Oberrest demSieger. Viele tödteten vor der Übergabe sich und die Ihrigen oder stürzten sich frei-willig in die Flammen. So siel Numantia (I. Roms 621, v. Ehr. 133), nacheiner 14monall. Belagerung, nachdem es 14 I. lang der römischen Macht wider-standen hatte. Die Stadt wurde zerstört, und diejenige, welche später an derenStelle erbaut wurde, ist nie bedeutend geworden. Das heutige Soria (6000Einwh soll das alte Numanz sein.

N u m erus in der Rede, s. Prosa.

Numidien, in Afrika ungefähr das heutige Algier, ehemals ein mächtigesKönigreich. Es begriff das Land zwischen den Flüssen Tusca (Guodilbarbac) undMolochath (Mulvia); als Reich aber die Gegenden vom Flusse Ampsage bis Mo-lochath. Letztere, auch Massäsylia genannt, waren das eigentliche Land des Sy -phax (s. d.). Späterhin kam es zu Mauritanicn und war das sehr fruchtbareMauritania Cäsariensis. Das Land Numidien hieß eigentlich Massylia und ge-hörte dem Masinissa (s. d.), welcher ihm zuerst eine historische Wichtigkeit gab.Sein Nachfolger war Micipsa (von 148119 v. Ehr.); dieser hinterlicß dasReich seinen Söhnen Adherbal und Hicmpsal und dem Jugurtha (s. d.), einemnatürlichen Sohne seines Bruders. Jugurtha unterlag in dem Kriege mit Rom112 106v. Ehr. Dann regierte des HiempsalSohn Juba (s. d.). Cäsarmachte ganz Mauritanien (f. Mauren) zur römischen Provinz, doch behielt esanfangs noch seine Könige. Die Numidier waren gefürchtete Krieger und für denDienst der leichten Reiterei sehr brauchbar. Sie liebten die nächtlichen Überfälle.Die Römer gaben ihnen den Namen inkrseni, Zügellose, weil sie ohne Sattel undZaum ritten. (Vgl. Carthago.)

Numismatik, s. Münzkunde.

Nuntien oder Legaten heißen die Gesandten des Papstes. Seit dem 4.Jahrh. hatten die römischen Bischöfe am kaiserl. Hofe Geschäftsführer u. d. N.von Apokrisiarien und Responsalcn, doch konnten sie ihnen noch nicht unmittelbarenEinfluß aus die kirchl. Angelegenheiten des Reiches verschaffen. Erst im 9. Jahrh.gab die zunehmende Macht des röm. Stuhles Gelegenheit zur Sendung außeror-dentlicher Legaten zu den Provinzialsynoden und an die Höfe, wenn etwas Beson-deres zu verhandeln war. Im 11. Jahrh. schickten Nicolaus II. und Alexander It.dergl. Stellvertreter der päpstl. Gewalt all visitauila» prvvinvias, um Ketzereienzu verhüten, mit unbeschrankter Vollmacht in die christlichen Staaten: eine Maß-regel, die Gregor Vll. und seine Nachfolger mit Beharrlichkeit zur Begründung derpäpstl. Macht anwendeten. Diese Legaten führten auf den Synoden, die sie selbstzusammenberiefen, den Vorsitz und entschieden nicht nur in Appellationssachen, son-dern zogen auch Dispensationsgesuche und geistliche Streitigkeiten aller Art inerster und letzter Instanz, ja bald die Anordnung jeder wichtigen kirchl. Angelegenheitin den Provinzen, wo sie ihren Sitz hatten, vor ihr Tribunal. Um sich vor diesenimmer weiter schreitenden Eingriffen in ihre gcistl. Gerichtsbarkeit zu schützen unddie Sendungen päpstl. Legaten in ihre Sprengel zu verhindern, ließen sich mehreBischöfe und Erzbischöfe selbst zu dieser Würde ernennen. Doch weder dieser Mit-telweg noch der offene Widerstand der deutschen Bischöfe, die im 11. Jahrh. einigenLegaten den Eintritt in ihre Sprengel verwehrten, konnte die Fortschritte hemmen,durch die der Papst sich allmalig zum einzigen Ordinarius und Oberhirkcn der gan-zen Christenheit machte. Unter neuen Vorwänden fanden sich seine Bevollmäch-tigten selbst wieder in solchen Provinzen ein, deren Bischöfe sich die Legatenwürdeerkauft hatten, übten, wohin sie kamen, die wichtigsten erzbischöfl. Rechte aus und