Druckschrift 
7 (1830) M bis N
Entstehung
Seite
655
Einzelbild herunterladen
 

Nachdrucke Nacht (astronom.) 655

die sich bei einer Hauptvorstellung aufdrängen, mehr hervorzuheben, wobei sogar eineArt von Zergliederung stattsinden kann, wiez. B. in Hamlet's Monolog:Seinover Nichtsein". 2) Verstärkung des vorigen Ausdrucks, weil er noch nicht ange-! messen genug scheint; hierher rechnen wir zugleich die Steigerung (Klimax, Grada-tion). 3) Abbrechung (Aposiopesis), sei es, um durch befehlende Kürze zu imponi-ren, wie z. B. in Virgil'sOuos ezo!" oder weil der Redende im Begriff war,etwas Gefährliches zu sagen, es aber nur so weit sagt, daß es errathen werden kann.Zn vielen Fällen wird 4) ein Gleichniß (Fabel, Parabel) alle Wirkungen des Nach-drucks Hervorbringen. Lesssng'sNathan", Schiller'sFicsco", Göthe'sTasso"t beweisen dies zur Genüge. Den Nachdruck, welcher durch diese Mittel hervorge-bracht wird, nennen wir den Gedankennachdruck, von welchem noch unterschiedenwerden kann der Nachdruck des Tons, welcher dadurch entsteht, daß das Bedeutendedes Ausdrucks durch den Accent (s. d.) hervorgehobcn wird, je nach seiner großemoder geringer» Bedeutsamkeit. Daß der Nachdruck des Tons aber mit dem Gedan-kcnnachdruck zusammenfallen muffe, versteht sich von selbst, sowie cs auch von selbstin die Augen springt, daß die Musik des Nachdrucks so fähig sei als die Poesie.Falsch ist es hingegen, von Nachdruck in den bildenden Künsten zu reden, die nur desAusdrucks fähig sind; die Mimik allein, als eine successiv darstellende Kunst, theiltdiesen Vorzug mit der Musik und Poesie. Übrigens herrschen in der Lehre von demNachdruck noch die irrigsten Meinungen, weil man Nachdruck theils mit Ausdruck,thcils mitDem verwechselte, was die griech. Rhetoriker Emp ha sis nannten. Daßdiese aber keineswegs mit Dem, was wir Nachdruck nennen, einerlei, sondern höch-si stens entfernt mit ihr verwandt sei, zeigt schon die Erklärung Quintilian's, der zu-folge Emphasis ein Ausdruck ist, der einen hohem Sinn bei sich führt, als die Wortean sich bezeichnen. Er nimmt 2 Arten derselben an, eine, welche mehr bedeutet alsl sie sagt, und eine andre, die auch Etwas bedeutet, was sie nicht sagt (lnstit. oi-.",» 8.3.83. 9. A. 64). Da die erstere Art Quintilian's offenbar aus einer versteckten

1 Vergleichung beruht, die andre aber aus der Abbrechung, so könnte man allenfalls

I diese der 3., jene der 4. der obigen Claffcn zurechnen. «Ich

^ Nachdruckcr, s. Büchernachdruck. Wir setzen hinzu: Weil der Bun-destag dem 18. Art. der Bundesacte (die Schriftsteller und Verleger durch gesetzlicheBestimmungen gegen den Nachdruck sicherzustellen) bisher die gewünschte Vollzie-hung noch nicht hat geben können, so beschloß Preußen (nach der Cabinetsordre vom! 16. Aug. 1827) mit den einzelnen deutschen Staaten, welche den Nachdruck verbo-

> ten haben, besondere Verträge einzugehen, um unter sich gegenseitig dem Nachdruckeüberhaupt zu steuern, bis ein allgemeines Gesetz in allen Bundesstaaten darüber zul Stande kommt. Bereits sind in diesem Sinne Verträge zwischen Preußen, Harro-»er, dem Köm'gr. Sachsen, dem Großherzogth. Hessen, Oldenburg u. a. m. abge-! schlossen worden. In dem Fürstenth. Reuß jüng. Linie ward der Nachdruck und des-! sin Verbreitung den 24. Dec. 1827 verboten; auch der Herzog v. S.-Mciningen-! Hildburg!), hat ihn den 23. April 1829 verboten und das Eigenthum des Verfassers! und des Verlegers bis 20 I. nach dem Tode des Erstem gesichert.

! Nachschlag wird in der Musik theils der Anhang, welcher dem Trillerbeigefügt wird, theils überhaupt eine oder mehre kleine Noten genannt, welche einermelodischen Hauptnvte als Verzierung angehängt und nach ihr angeschlagen wer-! de». Ihre Dauer wird von der Hauptnote abgezogen.

Nachsteuer, so viel als Abzugsgeld (s. d.).

^ Nacht, in der Astronomie, der Zeitraum vom Untergang bis zum Wieder-^ aufgang der Sonne, wo die Sonne für den betreffenden Punkt unter dem Hori-zonte verweilt. Dieser Zeitraum ist ebenso verschieden in Hinsicht der Jahreszei-ten ols der Länder, welches von dem verschiedenen Stande der Erde gegen dieSonne herrührt. Unter der Linie herrscht beständig Tag- und Nachtgleiche. Hin-