Druckschrift 
7 (1830) M bis N
Entstehung
Seite
654
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K54 Nabob Nachdruck

Nabob (eine Verfälschung von Nawaub, d. i. ein Abgeordneter) heißt inIndien der Statthalter einer Provinz, oder der Befehlshaber über die Truppenderselben, wiewol auch viele Personen den Titel Nabob annehmen, ohne ein Rechtdazu zu haben. Die Nabobs waren nach der alten indischen Verfassung dem Sou-badar, dem Vicekönig einer großen Landschaft, untergeordnet; dennoch dienten siediesem zu einer Stütze des Throns gegen die möglichen Anmaßungen der Souba-dars. Seit dem Einsalle des persischen Schahs Nadir machten sie sich unabhän-gig vom Großmogul, allein bloß um in eine viel drückendere Abhängigkeit von Eng-land zu gcrathcn. In England nennt man jeden Großen, der außerordentlicheReichthümer in Hindostan erworben hat oder überhaupt mit einer gewissen orien-talischen Pracht lebt, einen Nabob.

Nabonassar, ein König von Babylon, mit dessen Regierungsantritt eineneue Jahrrechnung (sora kilabunasoarea) anfangt, weil er an der Spitze der altenRegentenverzeichnisse steht, die man unter des Ptolemäus Namen besitzt. Mansetzt ihren Anfang 747 v. Ehr., nach Andern 746, oder noch höher hinauf.

Nachahmung, die, kann, wenn von schönen Künsten die Rede ist, objecli»und subjcctiv betrachtet werden. Im erstem Falle wird untersucht, inwiefern dieNachahmung an sich zum Wesen der schonen Künste gehöre, im zweiten, inwiefernder Künstler nachahmcn dürfe. Was nun die Nachahmung als etwas Objeclives inden Künsten betrifft, so hat cs Ästhetiker gegeben, welche die Theorie VerschönenKünste auf den Begriff der Nachahmung der Natur überhaupt oder wenigstens derschönen Natur zurückführen wollen. Selbst das Vergnügen, das uns Werke derschönen Kunst gewahren, wollte man aus dem Wohlgefallen über die gelungeneNachahmung der Natur herleiten. Allein diese Ansicht war zu wenig in der Sacheselbst gegründet, als daß sie sich lange hätte behaupten können; auch hat sie im dra-matischen Fache vieles Unheil angerichtet. Wenn aber auch das Wesen der Kunstnicht auf der Nachahmung der Natur im gewöhnlichen Sinne, d. i. in ihren einzelnenErscheinungen, beruht, so ist doch nicht zu läugnen, daß die ersten rohen Anfänge derKunst (s. d.) in solcher Nachahmung der Natur ihren Ursprung haben. AberderKünstler soll eine Herrschaft ausübcn über die Natur, und den bedürftigen Stoff zurfreien Schönheit erheben. In subjektiver Hinsicht, wo gefragt wird, inwiefern derKünstler andre Werke und Meister seiner Gattung nachahmen dürfe, unterscheidetman die freie Nachahmung von der sklavischen und von der kindischen Nachäffung,wie z. B. so viele neuere anakreontische Trink- und Liebeslieder. Der sklavische oderängstliche Nachahmer ist der bloße Mann von Talent, der, ohne Genie, oft ohne Ver-mögen, das Wesentliche von dem Außerwesentlichcn zu unterscheiden, mit Mühe undAbsicht irgend einem Vorbilde nachstrebt. Von dieser Art waren schon im Alterthumedie meisten rhetorischen Stücke nach Untergang der alten Verfassungen. Der freieNachahmer ist der Mann von Talent, der, von einem fremden Vorbilde begeistert,oft ohne es zu wollen, den Geist desselben in seinen eignen Hervorbringungen auf-nimmt. (S. Copie.) In der Musik nennt man Nachahmungen mehreähnliche melodische, in verschiedenen Stimmen aufeinander folgende Sätze. Diestrengem Nachahmungen dieser Art kommen gewöhnlich in den Fugen und fugen-artigen Sätzen, die freiem in allen figurirten Musikstücken vor.

Nachdruck, in der Rede, sowie in den Künsten der Rede und des Tons, istjeder Ausdruck von besondcrerKrast und Bedeutsamkeit, wodurch der auf das Gemüthzu bewirkende Eindruck erhöbt oder verstärkt, dem ersten Drucke gleichsam ein zweit»hinzugefügt wird. Daß dies nur in Fällen von Wichtigkeit geschehen solle, springt!»die Augen; denn wer wird sich selbst überbietcn, wenn er es um den ersten Preis hü-ben kann? Die Mittel, Nachdruck zu bewirken, lassen sich unter folgende 4 Elastenbringen: 1) Wiederholung; sei es, um nur überhaupt Etwas dem Gedächtnisse tie-fer einzuprägen und dem Herzen näher zu legen, oder um die Nebcnvorsiellungc»,