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Mythologie
hang und der Widerspruch des Vorhandenen ausgemittelt werden könne. DieNatur des Gegenstandes selbst muß die Regeln der Behandlung (wie aus der Ein-kleidung die Ideen herauszusinden seien) an die Hand.geben. Die griech. Mytho- ,logie, und ebensosiedc andre, ist eine viclartige, zwar ihrem Ursprünge verwandte, >aber keineswegs ein eigentliches System ausmachende Masse. Die Quellen derMythologie sind Philosophcme, welche dem Volksglauben, den Priesterdogmenund den Darstellungen der nicht in die Mysterien eingeweihten Bearbeiter der My-then zum Gmnde lagen. Durch diese 3 Hauptquellcn der Mythologie ergeben sich3 Hauptperioden in ihrer Darstellung. Die älteste Nationalmythologie der Grie-chen muß etymologisch-allegorisch, die Lehre der Priester historisch-dogmatisch, und ^die exoterische Theorie der Philosoph. Mythographen und Dichter philosoph.-kritischbehandelt und erklärt werden. (M. s. was Klopfer in der Vorr. s. umgearb. Ausg.von Nitsch's „Mytholog. Wörterb.", Leipz. u. Sorau 1821, hierher Gehörigesvorbringt.) Inwiefern der Kreis der Sagen bei den Griechen sich durch Dichter,zunächst durch die epischen und die ihnen folgenden cyklischen bildete und erweiterte;wie er durch die alten Kosmo - und Theogonienschreiber dergestalt umgcformt underklärt worden sei, von den lyrischen und tragischen Dichtern willkürlich zu ihrenFictionen benutzt wurde; wie er mit der ältesten Geschichte in der engsten Verbin-dung, endlich sich selbst zur Geschichte umgestaltetc: dies zu erzählen, würde einerGeschichte der Mythologie zukommen, für welche reichliche Vorarbeiten in denWerken der Bearbeiter dieses Fachs sich finden. Auf diese Periode der selbständi-gen Entwickelung des Vorgefundenen Stoffs folgten die Zeiten der alexandrinischenMythensammler, denen nicht glückliche Nacheiferer folgten. An ihre Stelle traten <deutelnde Rhetoren und Sophisten. Verdienstvoller als dieser AusammenstellerFleiß war der polemische Eifer der Kirchenväter, deren Widerlegungen wir die Er-haltung beachtcnswerther Sagen verdanken. Die Compilationen der Grammatikerschienen nur noch zu fehlen, um die Masse des verwirrenden Stoffes zu überhäufen.
So verdienstlich auch die Arbeiten einzelner Gelehrten waren, um in dieses Chaosspäterhin Licht zu bringen, so muß man doch gestehen, daß die Befangenheit in vor-gefaßten Meinungen und Erklärungshypothesen (z. B. Bochart, Banier, Dupuys)dazu beitrug, das Zwielicht unsicherer zu machen. Das Verdienst, den Sinn deralten Mythen zuerst ausgesucht und ihm durch alle Bildungsstufen, die er durch-ging, nach Kräften nachgespürt zu haben, gebührt Christian Gottlob Heyne,dessen Verfahren an Joh. Heinrich Voß einen verunglimpfenden Richter fand, sobeherzigungswerth auch dessen Warnung sein mochte, daß die philosophische Deu-tung späterer Jahrhunderte zur Erklärung des ursprünglichen Mythus unzulässigsei. Seit Heyne und Voß sing man an das Vaterland der Mythen mit gewisscn-hafterm Ernste auszusuchen, fühlte sich aber dadurch einem Himmelsstriche zuge-wiesen, dem Oriente, wo der besonnenen Forschung neue Schwierigkeiten in demWege lagen. Die Versuche von Kanne, Wagner, Görres, Dorncddcn, Hug,Sickler, um die Stammländer der Mythen im Orient auszumittcln, ermangelten !zuweilen der kritischen Genauigkeit und Mäßigung. Durch Wagner kam Tibet undHindostan als ein Mutterland vieler Sagen in Ausnahme. Ausagender möchte die j
Hug'sche Vermuthung sein, wie auf mancherlei Wegen die altasiatischen Sagen !nach Griechenland einzogcn, und wie sie, immer der Örtlichkeit angcpaßt, bald zueinem Eigrnthumc der Griechen wurden, das seine ursprüngliche Gestalt fast zuverlaugncn schien. Nicht allzu glücklich war aber die Beweisführung einer ober-asiatischen Abstammung griech. Mythen, die einige Gelehrte (Sickler, Schelling,Kanne) dadurch geben wollten, daß sic griech. Namen aus den semitischen Dialek-ten zu erklären suchten. So bildete sich allmälig die Ansicht aus, der Creuzer ins. „Symbolik und Mythologie" das Wort redete; eine Ansicht, die durch des Ass.Scharfsinn und Gelehrsamkeit bei vielen sinnverwandten Freunden Eingang fand