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Musik (Geschichte der)
stecc bedingt und in Hinsicht der Darstellungsmiktel Bocal- oderZnstrumen- ^talmitsik (s. d.) oder Beides. In Hinsicht des Orts der Ausführung und desdamit zusammenhängenden besondern Zwecks derselben gibt es Kirchen- oder reli-giöse Musik und weltliche Musik; diese ist Theater-, Concert- oder Kammer - undTanzmusik. Die Musik hat wie jede Kunst eine ästhetische oder geistige und einetechnische oder äußere Seite. Die ersten hat zum Gegenstände die Ästhetik derTonkunst, zu welcher bisher nur zerstreute Beiträge geliefert worden sind, beson-ders in den musikalischen Zeitungen. In Hinsicht auf letztere beruht sie auf Ma-thematik und vornehmlich auf der Arithmetik, sowie auf Akustik, und ist Melodie, ^
Harmonik und Rhythmik. — Seit Euler hat man eingesehen, daß die Musik ein ^
Recht hat, unter den mathematischen Gesichtspunkt ausgenommen zu werden, ob- lschon sie aus diesem Gesichtspunkte noch nicht völlig ausgebildet zu sein scheint.
Sie bewegt sich in dem Elemente des Raumes wie der Zeit auf eine Art, welcheim Sinne der Mathematik ausgemessen werden kann. Ihre Töne sind in Bezugauf ihre Dauer und abgesehen von ihrer übrigen Beschaffenheit Aeitgrößen, welche
von der ganzen Note O bis zum 8 und in tkesi noch weiter, in einer absteigenden,
geometrischen Progression stehen, deren Exponent 2 ist: 1,4, s, ^ u. s. f.
Ihre Taktarten sind durch Brüche ausdrückbar (4-, 4-, H-, 4-Takt u. s. w.),welche in Zahlen anzeigen, wie viel Thcile von der Zeiteinheit S in jedem Takt-abschnitt enthalten sind. Zm Elemente des Raums lassen sich ihre Töne alsSchallgrößen betrachten, und ihre Entfernungen von einander in der Scala (dem sideellen Raume von Höhe und Tiefe) werden in Zahlen ausgedrückt, die auf einemathematische Einteilung dieses ideellen Raumes sich beziehen (Octave, Tertie,Septime u. s. f.). Ähnliche Verhältnisse finden unter den Stimmstufen von Dis-cant bis Baß und unter den Tonarten (Klanggeschlechtern) statt. In der Instru-mentalmusik hängt die Höhe und Tiefe der Töne von den Verhältnissen der Stärke,
Länge und Anspannung der Saiten, der Beschaffenheit und der Entfernung derverschließbaren Schallöffnungen u. dgl. ab, und alle diese Verhältnisse lassen sichnach mathematischen Regeln bestimmen und ausmessen. In dieser Regelmäßig-keit ihrer Bewegung in Raum und Zeit, man kann sagen, in der mathemati-schen Meßbarkeit ihrer wesentlichsten Schritte in jenen beiden elementarischen An-schauungsformen liegt ihr Hauptunterschied von der lebendigen Rede und vielleichtder oberste Grund ihrer größern Wirksamkeit aus unser Nervensystem. Dagegenentbehrt sie natürlich der Freiheit, womit die lebendige Rede im Elemente der Zeit s
und im Gebiete des Schalles sich bewegt, und darin dürfte die letzte Ursache desUmstandes zu suchen sein, daß sie unsere Empfindungen nicht so fein abstufen undschattiren kann, als die lebendige Rede mittelst unsers Vorstellungsvermögens ver-mag. Sie erregt Empfindungen auf einem mehr physischen als psychischen Wegeund überbietet die Qualität der Wirkung, deren die Rede fähig ist, durch Quantität,durch Starke und Dauer. —- Die Theorie der Musik haben Marpurg, Kirnberger,Knecht, Vogler, Türk, Gottfried Weber u. A. gründlich bearbeitet. AngehendenTonkünstlern ist auch Ebhard's „Schule der Tonsetzkunst in systematischer Form"(Leipz. 1824) zu empfehlen.
Musiff (Geschichte der). Die Musik ist eine der ältesten unter den schönenKünsten, hauptsächlich darum, weil das Darstellungsmittcl derselben, der Ton,dem Menschen auf die vollkommenste Weise angehört, und jedes lebhafte Gefühlsich in Tönen zu äußern strebt. Es scheint aus letzterm Grunde widersinnig, dieErfindung der Musik in eine Nachahmung der Naturtöne und Thierstimmen zusetzen, die doch weit unvollkommener sind als die des Menschen. Eins nur scheintjener Annahme zum Grunde zu liegen, was der Erfahrung und dem vernünftigenNachdenken gemäß ist, nämlich, daß die Verschiedenheit der Naturtöne und die