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Musik
dem dortigen Museum vorstehen, machen uns von Zeit zu Zeit mit den ihnenanvertcauten Besitzthümern bekannt, so auch die Pfleger der kurländischcn Samm-lung zu Mitau. Die Verwalter der Sammlungen zu Kopenhagen suchen ebenfallsin beständiger Beziehung mit Männern wie Munter, Thomson und vielen gleichge-sinnten, mit den Museen Schritt zu halten, denen größere Mittel zugefallen sind.Insbesondere dürfen sich die Freunde des nordischen Alterthums reiche Übersichtenversprechen, wenn sie Das, was dort in ungezählter Menge, aber geistreich geordnetvorkommt, mitDem vergleichen, was die Putbus'sche Sammlung auf der InselRügen und die des Großherzogs von Mecklenburg zu Schwerin darbieten. Zu ei-nem Museum schuf der Bischof Münter seine eigne Wohnung um, und s. Gelehr-samkeit weiß jedem der Steine, die ihn umgeben, Aufschlüffe abzugewinnen. Jenennichts verschmähenden, aber weise sich auf ein Vorgesetztes beschränkenden Sinntheilt jetzt auch Holland, das Land der Liebhabereien. Reich ist das leydner Mu-seum an Steinen aus den Ruinen von Carthago mit phönizischen Inschriften.Was zu Leyden unter Prof. Reuven's einsichtiger Betriebsamkeit gewonnen wird,was man für den Haag zusammenbringt, das erzählt dieser Gelehrte selbst in s.„Lntiguiteiten". — Noch gibt es wissenschaftliche Museen, wohin wir vorzüglichauch die orientalischen rechnen, wie das neu entstandene zu St.-Petersburg.Allgemeinere, besonders vaterländische Zwecke haben die zu Grätz, Pesth, Brünn,Innsbruck, Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen rc.
Mu si k. Unter Musik (zroumx^) verstanden die Griechen die sogen. Mu-senkünste, vorzüglich Tonkunst, Dichtkunst, Redekunst. Plato setzt sie der Gym-nastik entgegen. Und die ziounexor (musikalische Wettstreite) fanden in
allen diesen Künsten statt. Späterhin wurde der Name Musik und musikalischbloß auf die Kunst, durch Töne das Gemüth mit Wohlgefallen zu bewegen, be-schränkt, eine Kunst, deren Werke in dem Gebiete der Zeitformen sich bewegenund daher auch von der Zeit mehr als andre abhängig sind. Wenn wir uns vondem Wesen dieser Kunst einen richtigen Begriff machen wollen, so müssen wir ver-suchen, ihren Ursprung in der Natur auszuforschen. Es wird uns dadurch erleich-tert, daß wir diese Kunst einigermaßen noch täglich entstehen sehen, sowie wir dennauch den ersten, ganz rohen Gesang gegenwärtig bei allen noch halb wilden Völ-kern antreffen. Die Natur scheint eine unmittelbare Verbindung zwischen demHerzen und dem Gehöre gestiftet zu haben. Jede Stimmung kündigt sich durcheigne, ihr angehörige Töne an, und eben diese Töne erwecken in dem Herzen Des-sen, der sie vernimmt, die Empfindung, aus welcher sie entstanden sind. EinAngstgeschrei setzt uns in Schrecken, und frohlockende Töne erzeugen Fröhlichkeit.Ja unter den beiden cdeln Sinnen hat das Gehör die größere Kraft, auf das Ge-fühl zu wirken. Setzt man nun noch hinzu, daß in vielen Fallen der in Affect ver-setzte Mensch sich gern in demselben zu bestärken, daß er sich zu bestreben scheint, ihnimmer mehr und mehr zu äußern, wie z. B. in der Freude, zuweilen auch im Zornund in andern Affekten geschieht: so wird es sehr begreiflich, wie auch die rohestenMenschen, wie sogar Kinder darauf verfallen, durch eine Reihe leidenschaftlicherLaute sich selbst in ihrer Stimmung zu bestärken und sie immer mehr zu entflam-men. Dieses ist nun freilich noch kein Gesang, aber der erste natürliche Keim dazu.Die abgemessene Bewegung, die in gleichen Zeiten gleich weit fortrückt und ihreSchritte durch den Nachdruck, den jeder beim Auftreten bekommt, merklich macht,ist überhaupt unterhaltend und erleichtert die Aufmerksamkeit, die sonst bald ermü-den würde. Daher in allen den Verrichtungen, die eine Anstrengung ersodern,die taktmäßige Bewegung von selbst gesucht wird, wie z. B. bei Denjenigen, dieSchiffe ziehen oder durch Ruder fortstoßen. Aber noch mehr Aufmunterung gibtdiese taktmäßige Bewegung, wenn sie rhythmisch ist, d. h. wenn in dem zu jedemAchyitt oder Takte gehörigen kleinen Rückungen verschiedene Abwechselungen iij