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Mably Mabuse
Schriften, daß den Mönchen die Studien mehr schädlich als nützlich seien. M.widerlegte diese seltsame Behauptung im Aufträge seiner Kongregation durch s.„Illraito des etuclos nionastigue«" (Paris 1691) mit einer einfachen, aber kräf-tigen Beredtsamkeit. Auch schrieb er die Annalen seines Ordens. M.'s größtesVerdienst ist s. Werk über die Diplomatik („De re diplomatica", Paris 1631,Fol.; Suppl. 1702, Fol.). Diese Wissenschaft verdankt ihm ihre Begründung.Mit großem Scharfsinn und ausgebceitcter Gelehrsamkeit stellte er sichere diplo-matische Regeln zur richtigen Beurtheilung der Urkunden auf. Außerdem nennenwir s. „ilcta «anctorum ordinis 8. Lened." (Paris 1668—1702,9 Bde., Fol.)und die „drnnale« ordini« 8. öcned." (cbend. 1713—39, 6 Bde., Fol.). Erstarb zu Paris 1707.
Mably (Gabriel Bonnet de), Abbe, älterer Bruder des Abbe de Condillac,geb. 24. Mai 1709 zu Grenoble, starb zu Paris 23. April 1785. Er studirte beiden Jesuiten zu Lyon. Als Gelehrter und Verwandter fand er Zutritt bei der Mad.Tencin, die durch ihre Jntriguen und Talente sich einen Namen gemacht hatteund eine Auswahl von gebildeten Personen um sich versammelte. M.'s eben er-schienene „Parallele der Römer und Franzosen" fand Beifall, er sprach über öf-fentliche und politische Angelegenheiten mit vielem Scharfsinn; ec schien ihr daherder Mann, dessen ihr Bruder, welcher ins Ministerium getreten war, bedurfte.Um diesen in seinen Wirkungskreis cinzuweihen, schrieb M. s. „Übersicht der seitdem westfälischen Frieden geschlossenen Verträge", wie auch alle Berichte undDenkschriften, welche der Cardinal dem König cinreichte. Er unterhandelte 1743mit dem Minister des Königs von Preußen insgeheim zu Paris und setzte denVertrag auf, den Voltaire diesem Fürsten überbrachte; er faßte ferner die Schrif-ten ab, welche den Verhandlungen des 1746 zu Breda eröffncten Congresses zurGrundlage dienen sollten. Diese verschiedenen Urkunden beweisen seinen Beruffür die Politik. Dennoch zog er sich bald darauf, als er sich mit dem Cardinalveruneinigt hatte, von dieser Laufbahn zurück und widmete sich ganz den Wissen-schaften. Der Marschall Richelieu konnte ihn nicht bewegen, sich um eine Stellein der Akademie zu bewerben. Ebenso verfuhr er bei der Herausgabe s. Werkemit seltener Uneigennützigkeit. Es hieß, man wolle ihm die Erziehung des Thron-erben einer großen Monarchie antragen. M. erklärte laut, daß die Grundlageseines Unterrichts sein werde: Die Könige sind um der Völker willen da, undnicht die Völker um der Könige willen. Er kannte den Zusammenhang der Ereig-nisse so wohl, daß er manche wichtige Begebenheiten Vorhersagen konnte. Seinevorzüglichsten Werke sind: „karallcle de« Romain.« et de« Rranyai«"; „1,6droit public de l'liurope"; „Observation« «ur Ic« Romains"; „Observation««ur le« Klee«" (wegen lichtvoller Ordnung und Gründlichkeit empfehlenswerth);„Ile« principe« de« ncFociation«"; „Rntrcticn de Rbocion", worin der Verf.seine Ideen von den Tugenden, der Vaterlandsliebe und von den Pflichten auf-stellt, die Staat und Bürger gegen einander haben; „Observation« «ur I'bi«-toire de Rrancc"; „Lntretien« «ur I'bistoire"; „De la inaniere d'ecrireI'bistvire"; „1>ettre a Nad. la lllarguise de k... «ur l'opera". Seine Werkeerschienen gesammelt, Paris 1794, 15 Bde. Sein Styl ist lichtvoll, rein, zu-weilen elegant, aber etwas kalt.
Mabuse (Joan von), auch Mau beuge und Maboggio genannt,Maler, geb. zu Maubeugc oder Mabuse im Hennegau 1492, reiste, um seine herr-lichen Anlagen auszubilden, nach Italien. Bis dahin hatte er die Natur treu nach-zubilden gesucht; bei dem Anblicke der Meisterwerke der ital. Künstler und der pla-stischen Gebilde der Alten aber eröffncten sich ihm neue Aussichten. Nach der Rück-kehr in seine Heimath war er einer der Ersten, die eine großartigere, idealere Dar-stellung einführten, ohne jedoch seiner ersten Lehrerin unlrcn zu werden. Auch die