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5 (1830) H bis Jod
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Justmus

ihrazischen Bauer zum Kaiser aufgestiegen war. Als I. 521 zum Consul er-nannt worden war, gab er dem Volke prächtige Schauspiele. Ebenso schmeichelteer dem Senate und suchte sich dessen Gunst zu erwerben, wofür ihm auch dieser denkönigl. Titel Nobilissimus ertheilte. Sein Oheim, vor Alter schwach und an ei-ner Wunde leidend, legte gewissermaßen die Regierung nieder. Doch wurde I.erst nach dessen Tode, am 1. Aug. 527, zum Kaiser ausgerufen. Jetzt verheira-tete er sich mit der Theodora, welche er aus dem Stande einer Schauspielerin undöffentlichen Buhlerin aus den kaiserl. Thron erhob. Diese wußte sich, theils durchihre buhlerischen Künste, theils auch durch wirkliche Vorzüge, eine unumschränkteHerrschaft über ihren Gemahl zu verschaffen. Unter seiner Regierung erhoben sichdie Parteien des Circus mit Erbitterung gegen einander, und veranlaßten, unterdem Namen der Blauen und Grünen, mehre blutige Scenen in Konstantinopel.Durch die gewaltsamen Mittel, welche er anwandte, den Aufruhr zu stillen, fachteer denselben nur noch mehr an, und eine Fcuersbrunst, die in Folge des Aufruhrsausbrach, legte den größten Theil von Konstantinopel und seine schönsten Gebäudein Asche. J.'s Leben selbst schwebte in Gefahr. Nachdem durch Ströme vonBlut und durch eine Menge von Hinrichtungen die Wuth der Parteien gedämpftwar, endigte I. den Krieg mit den Jsauriern und erkämpfte durch seinen GeneralBelisarius 523 und 529 drei berühmte Siege über die Perser. Dieser große Feld-herr zerstörte auch 534 das Reich der Vandalen in Afrika, und führte Gelimer,^ dm König derselben, gefangen nach Konstantinopel. Spanien und Sicilien wur-? den wiedererobert, die Ostgothen, welche Italien besaßen, überwunden. Im I.536 drang Belisar in Rom ein, und der Eunuch Narses, ein anderer Feld-herr des I., machte dem Reiche der Ostgothen in Italien 553 ein Ende. DieseEroberungen gaben dem römischen Reiche einen Theil seiner vorigen Ausdehnungwieder. Nun wandte I. seine Aufmerksamkeit auf die Gesetze. Er gab 10Rechtsgelehrten den Auftrag, aus seinen eigenen und nach den Gesetzen seiner Vor-gänger einen neuen Codex zu bilden. Auf diesen Codex ließ I. die Pandekten, dieInstitutionen und die Novellen folgen, welche späterhin u d. T.Corpus juris ci-vilis" zusammenbcgriffen wurden. (S. Corpus j u r i s und Tribo nianus.)Noch war I. darauf bedacht, neue Städte zu erbauen, andre zu befestigen und mitneuen Gebäuden zu verschönern, besonders aber darauf, den Frieden in der Reli-^ gion herzustellen. Unter andern Kirchen ließ er die Sophienkirche zu Konstantino-f pel, welche bei dem Aufruhr der Blauen und Grünen von den Flammen zerstörtworden war, wieder aufbauen. Sie wird für ein Meisterstück der Baukunst ge-halten. Der Altar in derselben wurde ganz von Gold und Silber gearbeitet undmit einer Menge der verschiedenartigsten Edelsteine geschmückt. Diese Kirche,! welche zum Theil noch vorhanden und von den Türken in eine Moschee verwandelti worden ist, war so prachtvoll, daß I., als er sie am Tage der Einweihung zumi ersten Male in ihrem vollen Glanze erblickte, vor Freude ausrief:Gott allein diei Ehre! Ich habe dich überwunden, Salomo!" Aber sein Unglück wollte, daß er,

. gleich diesem jüdischen Könige, sich selbst überlebte. Gegen das Ende seines Le-! bens wurde er geizig, ohne seiner Prachtliebe zu entsagen, mißtrauisch, grausam,i drückte das Volk mit Abgaben und lieh jeder Anklage ein geneigtes Gehör. Wer1 kennt nicht seine Undankbarkeit gegen Belisarius! Von seinen Dienern ließ er un-' gestraft die größten Verbrechen begehen. Er starb 565 im 83. I. seines Alters,

^ nach einer Regierung von 38 I. Seine Liebe für die Mönche, für die Heiligenund für theologische Schriftfragen schützte ihn nicht vor dem Tadel der Theologen;er starb nach ihrer Meinung als ein Ketzer. An dem Nützlichen und Rühmlichen,

- das unter seiner Regierung geschah, hatte er selbst wenig Antherl.

; Justinus, ein lateinischer historischer Schriftsteller, der wahrscheinlich zus Rom im 2. oder 3. Jahrh. lebte. Er machte einen Auszug aus der Geschichte dkS