H.
der achte Buchstabe im deutschen Abc, wird gebraucht: 1) Als hörbarer Buch-stabe, als starker Hauch am Anfänge der Wörter. Weniger hört man diesenBuch-staben in der Mitte der Wörter nach einem Selbstlaut. In einigen harten Sprach-arten wird er fast so hart wie ch ausgesprochen. In der altern fränkischen Mund-art wurde h oft vor Wörtern, die mit l, r und w anfangen, gesetzt, wo es spa-ter in ch oder k überging. 2) Als Zeichen der Dehnung eines Grundlautes, be-sonders am Ende der Wörter. Häufiger steht es in dieser Absicht in der Mitte vie-ler Wörter vor den Buchstaben l, m, n, r. Es wird weggelassen hinter Doppel-lauten, deren Dehnung sich von selbst versteht, wie in verlieren:c. In andernWörtern wird der Selbstlaut verdoppelt. Z) Als Mildcrungszcichen einiger hart-lautcnden Buchstaben, als des c, wenn es wie ein klauten soll, des p und t inch, pH, th, wo cs indeß mit diesen Buchstaben vielmehr eigne Laute bezeichnet,für welche wir keine besondern Zeichen haben. In wenigen Fällen setzt man das hnoch hinter r. — Im neuern Tonsystem bezeichnet U die siebente diatonischeKlang-stufe, oder die zwölfte und letzte Saite der diatonisch-chromatischen Tonleiter,welche früher 8 hieß. (S. Ton, Tonleiter.)
Haag, vormals die beständige Residenz des Erbstatthalters der vereinigtenNiederlande, jetzt die gewöhnliche Winterresidenz des Königs derNiederlande, eineoffene Stadt in Holland unter 52° 4^ 45" N. B. und 21° 58^25" Ö. L., fast7 Meilen südwestlich von Amsterdam, 24 M. von Leyden und eine gute halbe M.vom Strande der Nordsee entfernt. Sie hat in 6200 Häusern über 44,000 Einw.Die Stadt liegt höher und trockncr als die meisten in Holland, daher die Lustauch rein und gesund ist. Die Umgebungen sind wegen der herrlichen Gärten un-gemein reizend. Die Straßen sind breit und mit hohen Baumgängen eingefaßt.Gepflastert sind sie mit hellfarbigen Ziegelsteinen, die äußerst dicht zusammenge-sügt sind. An einer Seite der Stadt ist ein breiter Canal, beständig mit Fahrzeu-gen bedeckt, an der andern ein trefflicher Wald, ungefähr eine halbe Meile imDurchschnitt; die übrigen Seiten der Stadt sind von schönen Wiesen und treffli-chen Landsitzen umgeben. In der Stadt selbst ist die sogenannte Veiver-Burg dieschönste Abtheilung. Das königl. Schloß, der ehemalige Statthalterpalast, stellteinen unregelmäßigen Haufen alter Gebäude dar. Der Haag war nämlich frühereine Domaine der Grafen von Holland, daher man sonst auch Grafenhaag zusagen pflegte. Das treffliche Museum der Prinzen-von Oranien wurde von denFranzosen weggcführt, seit dem Frieden aber wieder an Ort und Stelle gebracht.In der Nähe liegt das Haus imBusch, k. Lustschloß, m. e. Gemäldesamml.
Haare, die dünnen, kegelförmigen, mehr oder minder biegsamen undelastischen Fäden, welche dem Körper der mehrsten Säugthiere zur Bedeckung undzum Schutze gegen Nässe, Kälte und Verletzung dienen. Das Haar gleicht einemZwiebelgewächs und ist vermöge einer zwiebelartigen Wurzel in der Ferthaut be-festigt. Der Nahrungssaft wird in demselben durch unendlich kleine, hohle Canäleemporgeleitet; denn untersuchen wir das Haar unter dem Mikroskop, so findenwir, daß cs aus drei besondern Theilen zusammengesetzt ist: aus dem äußern Über-züge, der inncrn Röhre und dem in derselben enthaltenen Marke. Der äußereölig - gallertartige Überzug ist, wenigstens bei den Menschen, immer durchsichtigConv.-Lex. Siebente Ausl. Bd.V. f I