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Jura Jury
sind uns in den vortrefflichen Jupitersköpfen auf Gemmen die Hauptzüge desselbenaufbehalten. Auf einer Gemme des Stosch'schcn Cabinets bewundert man den Ho-lm, mit himmlischer Milde gepaarten Ernst, der über sein ganzes Gesicht verbreitetist und den schönen, nicht in krausen Locken der Jugend, sondern in den sanftenSchwingungen des reifen, männlichen Alters herunterfallenden Haarwuchs, der amtreffendsten sich mit der Mahne des Löwe», des Königs der Thiere, vergleichen laßt.Lus einer andern Gemme thront Jupiter als König des Himmels und der Erdeaus einem Lehnstuhle. Mond und Sterne um ihn her, den Erdball in der Rechten,das Scepter in der Linken, und ein Diadem um sein Haupt, bezeichnen ihn deutlichals den höchsten Herrscher. Der Untcrthcil des Leibes ist bekleidet; der Adler zu sei-uen Füßen blickt zu ihm hinaus, seine Befehle erwartend. Wenn Jupiter steht, soist er meistens ganz nackt, weil er dann im Handeln begriffen ist, wobei ihm dieKleidung nur hinderlich sein würde. Gewöhnlich opferte man ihm Stiere und Ad-ler; Eichen und Buchen waren ihm besonders heilig. Im 2. Monate jedes 5.Jahres wurden ihm die olympischen Spiele gefeiert. Außer der homerischen und or-phlschen Hymne auf den Jupiter, haben wir noch eine von Kallimachus und Klean-thcs. Noch merken wir an, daß die Alten mehre Jupiter unterschieden. Varro gibtderen 300, und Cicero 3 als die vornehmsten an: den Sohn des Äther, des Cölusund des Saturn. I» dem Letzten wurden endlich die Geschichten aller Jupiter ver-einigt. — Über den Planeten d. N. s. Planeten.
Iura (Leberberg), ein60—SOSrunden langes und 15 St. breites Ge-birge, die nördliche Fortsetzung der savoyischen Alpen (s. d.), von da an, wo dieRhone das Gebirge durchbricht. Durch die niedrigen Gebirge des Cantons Waadtfleht der Jura mit den hohen becncr Alpen in Verbindung. Er zieht sich in mehrenlanggestreckten Reihen zwischen den französ. und Schweizergrenzen gegen Norden,lheilt sich endlich und läuft mit dem östlichen Hauptarme durch Neufchatel und denCanton Solothurn, und endigt an der Lstseitc des Frickthals im Canton Aargauam Rhein, wo auf der deutschen Seite der Schwarzwald eine Fortsetzung desselbenist Der westliche Arm geht weiter gegen Norden und erhält den Namen des vogesi-schen Gebirges. Der Jura hat keinen immerwährenden Schnee, auch nicht die auf-fallende zackige Figur der hohen Alpen. Nach der Höhenmessung von 1828 erhebensich folgende Gipfelpunkte: Pro des Marmiers 4150 pariserF., Reculet 4130 F.,die Dole 4010 F. über den Spiegel des Leman, welcher 1150 F. über der Meeres-fläche liegt. Der höchste Übergang, der Ool <Iu mont 4'enilre im Waadtland fürkleine schmale Wagen, ist 3860 F. hoch.— Das franz. Juradepart., ein Theil der- Franche-Comtö, an der Furieuse und am Doubs, hat Silber, Kupfer, Eisen, Blei,i Marmor und Salz; Hauptstadt: Lons le Saulnicr.s Jurisprudenz, s. Rechtswissenschaft.
: Jury (Geschworenengericht). Das Recht zu strafen ist von der ausüben-
! dm Gewalt im Staate unzertrennlich. Da aber die Strafgewalt über Eigen-! lhum, Freiheit und Leben der Staatsbürger zu entscheiden hat, so kann die aus-übende oder höchste Gewalt leicht in Despotismus, und das Verhältniß der Staats-bürger zu ihr in Sklaverei ausarten, wenn sie willkürlich strafen kann. Demnachdm es darauf an, ihr die Willkür und die Möglichkeit zu benehmen, ungerecht zu1 !«in. Da nun bei jedem Straffall eine doppelte Frage zu beantworten ist, erstlich:Hat der Angeschuldigte die That begangen, welcher er beschuldigt wird, und zwei-! !ms: Wenn er schuldig ist, welche Folgen knüpfen die Gesetze an diese That, welche! Strafe muß ihn treffen t so wird die ausübende Gewalt hinlänglich beschränkt,wenn man ihr bloß die letzte Frage zu beantworten überläßt, die Beantwortung> der ersten aber einer von ihr geschiedenen, unabhängigen Behörde überträgt. Diese^ darf sich aber weder auf einen Einzelnen noch auf ein bestehendes Collegium be-schränken. Beide sind zu sehr den Einflüssen der höchsten Gewalt unterworfen.
Coiw.-L.-x. Siebente Aufl. Ad. V. st 51