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Iferten Iffland
man jene Schilderung nicht auf dasselbe beschränken darf (deßhalb sind auch dieNa-men bukolisches Gedicht, Hirtengedicht und Schäfergedicht für diese Dichtungsarrzu sehr beschrankend); und namentlich gab das harmloseHirtenlebcn der alten Völ-ker mit dem Ideal eines goldenen Zeitalters oder einer Unschuldswelt, wo der Menschim friedlichen Genüsse seiner selbst und der Natur wenig bedürfend lebte, zu solchenSchilderungen reichen Stoss — Da diese Schilderungen theils erzählend, theilsunmittelbar darstellend sein können, so gibt es epische und dramatische Idyllen.Episch sind die bekannten Hirtenromane alter und neuerer Dichter, ferner Voß's„Luise", Göthe's „Hermann und Dorothea" rc., in beschränkterer Form der größteLheil der Idyllen des Theokrit und seiner Nachahmer Virgilius und Calpurnius;dramatisch Guarini's „k-wtor lülo" (der allerdings ein mit romantischer Beimi-schung versehenes Hirtengedicht genannt werden kann), Geßner's „Evander" undverschiedene andre Stücke der Neuern, wozu auch noch die Satyrdramen der Griechengerechnet werden können; bloß lyrisch hingegen sind die meisten Bukolien und Ek-logen der Alten und Neuern (z. B. von Ew. v. Kleist, I. N. Götz, I. F. Schmidtund Bronner). Die Idylle versetzt uns, wie schon oben gesagt, in den einfachen,natürlichen Zustand des Menschenlebens, und der Inhalt muß, sowol in Absichtauf die Materie als auf die Form und den Vortrag, den Charakter dieses Zustan-des genau darstellen. Man muß darin eine Welt erkennen, in welcher die Naturallein Gesetze gibt. Durch kein bürgerliches Herkommen, durch keine willkürlicheRegel des Wohlstandes eingeschränkt, müssen die Menschen in derselben sich denEindrücken der Natur hingeben. Sie kenne» keine Bedürfnisse, als diejenigen,welche die Natur auferlegt, und keine Güter, als die Gaben, welche sie ertheilt.Ihre Hauptleidenschaft ist Liebe, aber eine Liebe ohne Zwang, ohne Verstellungund ohne Platonische Veredlung. Ihre Künste sind Leibesübungen, Gesang undTanz -, ihr Reichthum ist schönes und fruchtbares Vieh; ihre Gerätschaft ein Hir-tenstab, eine Flöte und ein Becher. Es gibt auch allegorische Idyllen, zu welcherGattung die erste und zehnte Ekloge des Virgil, die Jdnllen der Madame Deshou-liers, auch gewissermaßen Popc's „Messias" gehören. — Der größteJdyllendichterder Alten war Theokrit, der auch die einfachsten Verhältnsse des Stadtlebens inseinen Idyllen schildert; ihm folgen Bion und Moschus. Pope hat nicht ohne Er-folg in 4 Idyllen den Virgil nachgeahmt, und Geßner wurde von einigen älter»Kritikern für ein Muster der Jdyllendichter, welches selbst den Theokrit übertroffenhabe, ausgegeben. Seit der Maler Müller, Voß, Göthe u. A. in dem Gebieteder Idylle aufgetreten sind, hat sich Geßner's Ruhm vermindert. kg.
Iferten, s. Uverdun.
Iffland (August Wilhelm), geb. den 19. April 1759 zuHanover, derSohn angesehener bemittelter Altern, erhielt sehr zweckmäßigen Unterricht, welchener aber, seinem eignen Geständnisse zufolge, nicht so nützte, wie es seine Talentegestattet hätten. Denn die Besuche dramatischer Vorstellungen hatten ihn derge-stalt für die Schauspielkunst eingenommen, daß er dadurch von allen andern Ge-genständen abgezogen wurde. Er verließ ohne Vorwissen seiner Altern in seinem18.Jahre Hanvver, betrat in Gotha zuerst das Theater und ging, als diese Bühne»ach Eckhos's Tode, der sein Freund und Vorbild ward, aufgelöst wurde, 1779nach Manheim, von wo er 1796 nach Berlin zur Dircction des königl. National-theaters berufen wurde. Hier ernannte ihn der König von Preußen 1811 zumGcneraldirector aller königl. Schauspiele und zum Ritter des rothen Adlerordens8 Classe. Er starb den 22. Sept. 1814. Seine Selbstbiographie befindet sich imI.Bde. seiner Werke. Als Schauspieler hat ihn bisher wol Niemand an wahrhafterConsequenz und strengem inner» Zusammenhänge, den unerläßlichen Erfodernisse»jeder Kunst, also auch der Schauspielerkunst, erreicht, noch weniger übertroffen.Wenn eine jahrelang geübte Kritik, wenn ein Scharfblick, wie ihn nur immer darredlichste und beharrlichste Studium der Schauspielcrkunst zu verleihen vermag, in