Druckschrift 
5 (1830) H bis Jod
Entstehung
Seite
476
Einzelbild herunterladen
 

476

Jdria Idylle

Diomedes warf sogar dem Jdomencus Blödigkeit der Augen wegen seiner Jahrevor, woraus erhellt, daß er damals schon sehr alt gewesen sein müsse. Nach der Er-vberung Trojas schiffte er sich in Begleitung des Nestor unter allen Griechen zuerstein und wurde unterwegs von einem heftigen Sturm überfallen. Um diesem zentgehen, thar er das unbesonnene Gelübde, dem Neptun, wenn ihn dieser glücklichnach Hause führen würde, diejenige Person zu opfern, die ihm daselbst zuerst bc-gegnen würde. Der Sturm legte sich, und er langte glücklich im Hasen an; aberdie erste Person, welche ihm aufstieß, war sein einziger Sohn, der von der Ankunftdes Vaters gehört hatte und ihn zuerst bewillkommnen wollte. Nichtsdestoweniger ?opferte ihn I. wirklich. Seine Unterthanen, welche fürchteten, daß die Götter we-gen dieser auf ihrem Lande lastenden Blutschuld zürnen würden, empörten sich undverjagten ihn von der Insel. Er ging nach Italien und baute daselbst die StadtSalcnt, wo er die weisen Gesetze des Minos einführte und nach seinem Tode ver-göttert wurde. Nach andern Schriftstellern war es Leukos, der den I. aus Kretavertrieb, welcher sich darauf nach Kolophon begab, daselbst starb und auf demBerge Eerkaphus begraben wurde. Wieder Andre, namentlich Diodor, erwähnenjenes übereilten Gelübdes gar nicht, und lassen vielmehr den I. glücklich nach Kretazurückkommen und nach einer langen friedlichen Regierung ruhig sterben, beiGnossus begraben und göttlich verehrt werden.

Jdria, eine wegen ihrer außerordentlich ergiebigen Quecksilbergruben be-rühmte Stadt in'Jnnerkrain (östreich. Königreich Jllprien), mit 380 H. (zerstreut ^auf Hügeln gebaut) und 4139 Einw., darunter 617 Bergwerkspersonal; Siheines Oberbergamts. Die 1497 entdeckten Gruben sind zum Theil unter Wassergesetzt worden, das man nicht wieder wegschaffen konnte, weßwegen der Ertrag deridrianer Quecksilbergrubcn sehr gesunken ist und jetzt nur wenig über 5000 Ctm.Quecksilber und 2000 Ctnr. Zinnober jährlich betragen soll. Eine Stunde davon,nördlich von der Stadt, liegt der Flecken Unteridria. Der idrianer Bezirk hatUlM. und 10,000 Einw., die auch Spitzen und Leinwand verfertigen.

Iduna, Jdunna, s. Nordische Mythologie.

Jdus, s. Ealender.

Idylle ein kleines Bild, eine kleine Schilderung, dann über-

haupt ein kleines Gedicht) ist die allgemeine Benennung von Gedichten, welche denMenschen in derjenigen Einfachheit und Unverderbthcit schildern, worin man glaubt, ^daß er vor Entstehung der bürgerlichen Verhältnisse und des aus denselben her-vorgehenden Verderbnisses gelebt habe. Wenn wir einmal genöthigt sind, einenersten, ursprünglichen Zustand der Menschen anzunchmen, so drängt sich uns derGedanke auf, daß dies der Hirtenstand gewesen sein müsse, denn Viehzucht undAckerbau sind die ersten Beschäftigungen der Menschen gewesen, und ohne Wider-spruch älter als jede andre Beschäftigung und bürgerliche Vereinbarung. Da nundie frühesten Anklänge der Dichtkunst auch in dem ersten Ursprünge des Menschen-geschlechts gesucht werden müssen, so folgt, daß nicht allein aus diesem Grunde,sondern auch, weil die Natur dieses Standes nothwendig die Veranlassung zurDichtkunst geben mußte, der erste Ursprung jeglicher Poesie in dem Hirtenleben zufinden ist t die Betrachtung der Natur, deren Wunder jeden Augenblick vor denBlicken des Hirten offen dalage», mußte den poetischen Funken in seinem Innern ^entzünden und ihn zum Dichter machen. Die eigentliche Idylle, als besonderesErzeugnis der Dichtkunst, zeigt sich jedoch erst, im Gegensätze der bürgerlichen Ver-derbtheit, als Schilderung der Unschuld und Unbefangenheit, Naivetät und Wahr-beit, und wird durch die Sehnsucht des Menschen nach einem bessern Zustand undnach der Wiedervereinigung mit der Natur hauptsächlich veranlaßt. Au dieser Schil-derung bedient man sich daher auch gern und vorzüglich der Personen, Scenen undVorfälle aus dem Landleben, weil dieses der Natur noch am nächsten ist, obglcick ^