Idiot Jdomeneus 475
llchkeit eines Menschen für gewisse Reize genannt. Sie zeigt sich namentlich in derAbneigung vor gewissen physischen Einwirkungen (z. B. Abneigung vor dem Rosengeruche), vorzüglich bei dem weiblichen Geschlecht, und in den nachtheiligen Wir-kungen gewisser Reiz - und Heilmittel, welche in gleichem Falle sonst überall heil-sam sind. Dann wird dieser Ausdruck auch zur Bezeichnung gewisser, einem Indi-viduum eigenthümlicher und von der Regel abweichender Arten geistiger Neigungand Abneigung, oder einer besondern geistigen Reizbarkeit gebraucht, und mansagt im letztem Falle z. B., eine Idiosynkrasie gegen Etwas haben. '>
Idiot. Bei den Griechen ein Bürger, der einsam und still für sich lebl,ohne Theilnahme an der Regierung, an dem Wohl und Weh der Gemeinde; unddaher noch jetzt, mit Ausdehnung des eigentlichen Begriffs, jeder blöd- oderstumpfsinnige Mensch.
Idiotikon, ein Wörterbuch, welches nur die in einer gewissen Gegend,Provinz, Landschaft eigenthümlichen Wörter, Redensarten und Sprecharten(Idiotismen, Spracheigenheiten, von Jdioma, Mundart, Dialekt, Sprechart)enthält. Wir Deutsche haben ein schweizerisches von Stalder (Aarau 1819), einschwäbisches von Schmid, ein bairisches und oberpfälzisches von Prasch, Nicolai,Zaupscr, Hübner und Westenrieder, ein östreichisches von Höfer, ein hennebergi-sches von Reinwald, ein hamburgisches von Richey, ein bremisches von Tilling,ein holsteinisches von Schütze, ein westfalisches von Strodtmann, ein plattdeut-sches von Dahnert, ein preußisches von Henning, ein lief- und esthlandischeS vonHupel, und können das Adelung'sche Wörterbuch als ein obersachsischcs Idiotikonbetrachten. Fulda gab einen Versuch einer allgemeinen deutschen Jdiotikensamm-lung heraus, und es wäre zu wünschen, daß wir mehr als Einen Versuch besäßen,weil wir dann erst den Reichthum unsers Sprachschatzes ganz würdigen könnten.Daß auch für die Schriftsprache Vieles daraus zu benutzen wäre, ist kein Zweifel,und Campe hat sich durch die hierauf gelenkte Aufmerksamkeit ein wahres Verdiensterworben. «Ick.
Idiotismus ist eine Eigenheit im Ausdrucke, welche nur in dieser oderjener Sprache stattfindet. Diese Eigenheiten gehen von dem individuellen Volks-charakter aus und entwickeln sich wieder im Gebiete des Allgemeinen, als in dem-jenigen Kreise der Sprache, welchen wir die Conversations- oder die Sprache desgewöhnlichen Lebens nennen. Da sich das menschliche Gemüth in den tausend-fachen Stufen seiner Äußerung nach allen Seiten hinwendet und allenthalben Bil-der zur Versinnlichung und Darstellung seiner Ideen sucht und findet, so ergibt sichdaraus, daß gerade die Conversationssprache den schwierigsten Theil jeder Spracheausmacht, und daher auch, besonders in den fremden Sprache», das ausmerkfamsteStudium erfodert. Da übrigens die Bildung der alten Sprachen abgeschlossen ist,und wir besonders der Conversationssprache der Griechen und Römer, als für unsfast gar nicht vorhanden, keine Aufmerksamkeit zu schenken brauchen, so erhellt,daß das Studium der neuern Sprachen, insofern wir hier, außer der ernsten Sprachedes Denkens und Philosophirens, auch noch die Umgangssprache des täglichen Le-bens zu lernen haben, unendlich schwieriger sein müsse als das Erlernen der altenSprachen. kq.
Idolatrie (gciech.), Bilderdienst, Götzendienst, s. Götze.
Jdomeneus, der Sohn des Deukalion und ein Enkel des Minos, Königsvon Kreta. Er soll sehr schön und einer der Liebhaber der Helena gewesen sein; dochblieb erMenelaus's Freund und besuchte ihn oft inLacedämon. In Begleitung desMeriones führte er die Kreter mit 80 Schiffen nach Troja und zeichnete sich da-selbst durch seine Tapferkeit aus. Bei den Leichenspielen des Patroklus veruneinigteer sich mit dem Ajax Oileus, weil dieser den Eumelus, er selbst aber den DivmedeSfür den Ersten unter den Wettfahrern hielt. Achilles hieß sie Beide schweigen, und