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5 (1830) H bis Jod
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474
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474 Identität Idiosynkrasie

vermag und also über die Beschränkungen des Raumes und der Zeit erhaben ist.Wir nennen diese Kraft Vernunft, und ihre Vorstellungen nennt der durch Philo-sophie bestimmte Sprachgebrauch Ideen. Betrachtet man sie naher, so bemerk!man 2 besondere Arten derselben, welche sich dadurch unterscheiden, daß die Einennur auf Begriffe, die Andern nur auf Anschauungen beziehbar sind. Die der ersten sArt nennt man vorzugsweise Ideen der Vernunft, Vcrnunftbegriffe, denn sie habenbloß in dieser ihren Ursprung, ihre Gegenstände sind nur durch Vernunft denkbar(Gott, Welt, Ewigkeit, Heiligkeit w.). Die eine und höchste Idee der Vernunft istdas Unbedingte oder schlechthin Vollkommene. Die Ideen des in sich selbst Ge- ,gründeten, des Unendlichen, Ewigen, Nothwendigen sind in ihr enthalten, und iselbst unbegreiflich, liegt sie doch allem Erkennbaren, sowie aller philosophischen Er- !kenntniß zum Grunde. Sie bietet den höchsten Standpunkt dar, auf welchem der !menschliche Geist die Gesetze der Natur und die Verbindung der Dinge zu einer gro-ßen harmonischen Einheit erkennen lernt. Die der andern Art nennt man Idemder Einbildungskraft oder ästhetische, weil sie die Einbildungskraft aus verschieden-artigem Stoff erzeugt, den theils die Sinne, theils die Vernunft liefern, und den dieschöpferische Bildungskraft zu einem organischen Ganzen gestaltet, das eben darumauch durch keinen Begriff in allen seinen Merkmalen bestimmt und deutlich gedacht,sondern nur in einer Anschauung dargestellt werden kann. Ideen der Einbildungs-kraft sind also gleichfalls nur durch Vernunft möglich, entstellen aber nicht aus dirVernunft allein, sondern aus Vereinigung von Anschauungen und Ideen. Darumenthalt auch jede Darstellung einer ästhetischen Idee, der sinnlichen Klarheit und ^Beschränkung ungeachtet, in der sie erscheint, zugleich immer noch etwas Unaus-sprechliches, Unendliches, das sich nicht begreifen, deutlich machen, sondern nur füh-len läßt. Allem Obigen zufolge sind Ideen der Vernunft reine, von allem Sinn- jlichen abgezogene Vorstellungen von Dingen, die nie in der Erscheinung Vorkom-men, die aber in dem Wesen der Vernunft nothwendig sind, und deren Dasein durchsie verbürgt ist. Ideen der Einbildungskraft sind Ideale im engern Sinne, Vorstel- !lungen von Erscheinungen, aber nicht die bloß sinnlichen Abdrücke derer, die unswirklich umgeben, sondern derer, die von der Einbildungskraft durch die Einwir-kung der selbstthätigcn Natur unsers Geistes, seinen Gesetzen gemäß, aus jenen er-zeugt werden, und deren Möglichkeit die Anlage zur schönen Kunst überhaupt imMenschen begründet. (S. Ideale.) (Ick.

Identität ist ein philosophischer Kunstausdruck für gedachte Gegenstände, ^insofern sie selbst gleich sind (Einerleiheit), oder nur in gewissen Stücken mit ein-ander übercinstimmen (relative Identität, Ähnlichkeit). Sie ist der Gegensatzvon Verschiedenheit. Z. B. die Begriffe Hund und Löwe sind relativ identisch, in-sofern sie beide die Begriffe: vierfüßige Säugcthiere, Raubthicre rc. enthalten ', inandern Bestimmungen verschieden, und so ist die relative Gleichheit, d. i. die Ähn-lichkeit nur, wo zugleich Verschiedenheit ist. Auch ist dieser Ausdruck in der Ma-thematik gewöhnlich, und bezeichnet Das, was der Größe und Form nach völligübereinkommt; z. B. 2 Dreiecke, wenn sie gleichen Flächeninhalt, gleiche Winkelund gleiche an ihnen liegende Seiten haben, sind identisch. I,. !H.

Jdentitatssystem, s. Schelling'sche Philosophie.

Ideologie. So haben die neuern Franzosen die Wissenschaft genannt,welche sie an die Stelle der ihnen verhaßten Metaphysik sich gesetzt haben. Sielst be-sonders von Destutt de Tracy ausgebildet worden. (S. Franz. Philosophie.)

Idioelektrisch, s. Elektricität.

Jdioma, s. Idiotikon.

Idiosynkrasie (griech.) wird die eigcnthümliche Einwirkungsact ge-wisser Reize auf einen thierischen Körper, oder (subjcctiv betrachtet) die eigenthümliche (größtentheils von der Regel abweichende und nicht selten krankhafte) Empfin